iOS 15: Apple gibt großes iPhone- und iPad-Update zum Download frei
Apple erweitert die Betriebssysteme iOS und iPadOS mitsamt der hauseigenen Apps um viele nützliche Funktionen. Manche kommen aber erst später.
iOS 15 und iPadOS 15 sind da: Apple hat die großen Updates für die Betriebssysteme am Montagabend planmäßig veröffentlicht. Die neuen Versionen lassen sich über die integrierte Software-Aktualisierung (Einstellungen / Allgemein / Software) auf iPhones und iPads herunterladen oder über iTunes respektive den Finder von macOS beziehen und per Kabel einspielen.
Apple liefert mit den Updates neue Funktionen, um die Flut an Mitteilungen besser in den Griff zu bekommen: Eine neue Mitteilungsübersicht sammelt auf Wunsch weniger wichtige Benachrichtigungen und zeigt sie erst zu bestimmten Uhrzeiten an. Mit den ebenfalls neuen Fokus-Modi können Nutzer Profile für unterschiedliche Aktivitäten anlegen und darüber gezielt steuern, für wen und welche Apps sie erreichbar sind. Auch die App-Auswahl auf dem Homescreen lässt sich darüber etwa für Arbeit und Freizeit anpassen.
Texterkennung für Fotos
Livetext bringt auf neuerer Apple-Hardware – mit A12-Chip, bei iPhones ab Baujahr 2018 – eine Erkennung von Text in Fotos. Das funktioniert unter anderem in Apples Fotos-App, Safari und der Live-Ansicht der Kamera. Darüber wird es auch möglich, Text in Fotos direkt auszuwählen und dann etwa in eine andere App einzufügen oder zu übersetzen.
FaceTime mit Android und Windows
Mit iOS 15 öffnet Apple den Videokonferenzdienst FaceTime für andere Plattformen: Erstmals lassen sich FaceTime-Links erstellen, über die man auch per Browser mit Android und Windows einem Video-Call beitreten kann. Neu in Facetime ist auch eine klassische Rasteransicht für Gruppentelefonate und zwei neue Modi, die Hintergrundgeräusche entweder unterdrücken oder gezielt mit einbeziehen. "Stimmisolation" und "Breites Spektrum" lassen sich auch in anderen Videokonferenz- und Audio-Apps nutzen. Die angekündigten SharePlay-Funktionen für eine Bildschirmfreigabe und gemeinsamen Medienkonsum per FaceTime sollen bis Jahresende mit einem Update folgen.
Besseres Multitasking auf dem iPad
Auf iPhones ist es nun möglich, Drag-and-drop App-übergreifend einzusetzen, um Dokumente oder andere Inhalte aus einer App in eine andere App zu ziehen. Auf iPads macht iPadOS 15 das Multitasking über ein neues, dauerhaft eingeblendetes Multitasking-Menü deutlich einfacher und leichter zugänglich. Power-User können iPadOS auf einer externen Tastatur erstmals umfangreich über Tastenkürzel steuern – auch die Multitasking-Funktionen zur Arbeit mit mehreren Apps.
Mit iPadOS 15 lassen sich Widgets nun freier auf allen Homescreens platzieren und die App-Mediathek hält auf dem iPad Einzug – als Sammelbecken für Apps, die sich so auch von den Homescreen-Seiten entfernen lassen. Den fliegenden Wechsel von Tastatur- und Mauseingabe zwischen iPads und Macs – "Universal Control" genannt – will Apple später nachreichen.
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Neue Funktionen in Apple-Apps und Diensten
Mehrere der in iOS und iPadOS vorinstallierten Apps hat Apple ebenfalls überarbeitet und erweitert: Mit iMessage geteilte Inhalte blenden iOS und iPadOS 15 in anderen Apps ein, Fotos landen beispielsweise in einer eigenen Ansicht in der Fotos-App, zugeschickte Links wiederum im Browser Safari.
Safari weist eine neue Bedienoberfläche auf, die sich in den Einstellungen justieren lässt – auf dem iPhone kann die Adressleiste an den unteren Bildschirmrand wandern, offene Tabs werden in einer Rasteransicht dargestellt. Der Apple-Browser unterstützt außerdem Web-Extensions. Neu sind auch Tab-Gruppen und eine konfigurierbare Startseite.
Apple Karten zeigt eine überarbeitete Kartenansicht mit weiteren Details etwa zu Gebirgen, in Deutschland ist Apples neues, detaillierteres Kartenmaterial vorerst aber weiterhin nicht verfügbar. Das Wallet unterstützt neben dem digitalen Autoschlüssel künftig auch das Ablegen digitaler Haus- und Hotelschlüssel sowie digitaler Ausweise – vorerst nur in ersten US-Bundesstaaten. In Health können Nutzer ihre Gesundheitsdaten mit Familienangehörigen oder Freunden teilen und eine neue Funktion aktivieren, die eine Prognose zum Sturzrisiko abgibt. Die Wetter-App auf dem iPhone hat Apple komplett überarbeitet, auch bringt iOS 15 neue Widgets. Apple Sprachassistenzsystem Siri kann Befehle in bestimmten Sprachen direkt auf dem Gerät verarbeiten und bietet erstmals eine Offline-Funktionalität zur Steuerung bestimmter Funktionen.
Apple-ID und iCloud+
Mit den Betriebssystem-Updates erweitert Apple auch die Funktionen bei Apple-ID und iCloud. Vertraute Personen lassen sich als Kontakte zur Account-Wiederherstellung festlegen, um so wieder auf den Account zugreifen zu können, falls man das Passwort vergessen hat. Auch der digitale Nachlass für die Apple-ID lässt sich erstmals regeln [3].
Zahlende iCloud-Abonnenten erhalten mit iCloud Private Relay eine Schutzfunktion, die die Überwachung von Surf-Aktivitäten erschweren soll, sie wird vorerst noch als Beta geführt, weil es bei manchen Webseiten durch die verschleierte IP-Adresse zu Problemen kommen kann. Zudem können iCloud+-Kunden sich beliebige Wegwerf-Mail-Adressen anlegen und eigene Domains für iCloud-Mail nutzen.
Umstrittene Kinderschutzfunktionen in iMessage und iCloud-Fotos
Die scharf kritisierten Pläne zur Integration einer Foto-Überprüfungsfunktionen in iOS 15 hat Apple jüngst aufgeschoben [4]. Wann und in welcher Form die als Kinderschutz gedachten Funktionen umgesetzt werden, bleibt vorerst offen. iOS 15 und iPadOS 15 schließen voraussichtlich auch Sicherheitslücken, Details dürfte Apple am späteren Abend nennen. iOS 14 will der Hersteller bei schweren Schwachstellen weiterhin mit Sicherheits-Updates versorgen.
- Ausführliche Praxistipps zu den neuen Funktionen von iOS 15 und iPadOS 15 lesen Sie in Mac & i Heft 5/2021, das ab dem 7. Oktober erhältlich ist.
(lbe [5])
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[3] https://www.heise.de/news/iCloud-und-Apple-ID-Apple-regelt-digitales-Erbe-6067015.html
[4] https://www.heise.de/news/Umstrittene-Kinderschutzfunktionen-in-iOS-15-Apple-schiebt-Einfuehrung-auf-6181788.html
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