eSATA bleibt wohl Nischentechnik
Ein Marktforscher der Firma In-Stat weist darauf hin, dass die Serial-ATA-Technik fĂŒr externe Laufwerke nur wenig Verbreitung findet.
Brian O'Rourke, Analyst der Marktforschungsfirma In-Stat [1], hĂ€lt eSATA fĂŒr eine Nischenlösung: Die externe Version der bei internen Laufwerken von Desktop-PCs und Notebooks heute dominierenden Serial-ATA [2]-Schnittstelle wird nach seiner EinschĂ€tzung bis 2013 bloĂ Wachstumsraten von 1 Prozent jĂ€hrlich verzeichnen. Bei den externen Laufwerken soll der Anteil der eSATA [3]-Ports sogar schrumpfen, nĂ€mlich von 8,5 Prozent im vergangenen Jahr auf nur noch 7 Prozent 2010.
O'Rourke [4] erwartet, dass der mit USB 3.0 eingefĂŒhrte SuperSpeed-Datentransfermodus eSATA allmĂ€hlich verdrĂ€ngt. Auch die bald erwartete Umstellung auf SATA-6G-Hostadapter bringe fĂŒr den Anschluss externer Laufwerke lediglich geringe Vorteile im Vergleich zum theoretisch langsameren USB-3.0-SuperSpeed-Modus, weshalb sich eSATA nicht auf breiter Front durchsetzen werde. Speziell bei kompakten Notebooks wĂŒrden die Hersteller genau abwĂ€gen, welche externen Schnittstellen sie weglassen könnten.
Die eSATA-Fortentwicklung verlief in den vergangenen Jahren zudem holprig. Viele im Einzelhandel verkaufte Mainboards enthalten noch immer Firmware-Bugs [5], sodass das Betriebssystem beziehungsweise die SATA-Treiber nicht zwischen internen und externen Ports unterscheiden können. Die folglich fehlende Funktion zum "sicheren Entfernen" via eSATA angebundener Wechselspeichermedien verunsichert viele Nutzer.
Auch die seit Jahren [6] angedachte "Power-over-eSATA"-Spezifikation kommt nicht [7] voran; mit sogenannten "eSATAp [8]"-Kombibuchsen, die USB- und eSATA-Funktionen in einer Weise kombinieren, die von der USB-Spezifikation nicht vorgesehen ist, existiert bisher bloà eine Zwischenlösung. Zur Anbindung externer FestplattengehÀuse mit mehreren Laufwerken ist die SATA-Port-Multiplier-Technik gedacht; hier gibt es aber wiederum zwei Varianten (CMD-based und FIS-based Switching) sowie nicht selten InkompatibilitÀten zwischen eSATA-Adaptern und Port-Multiplier-Chips.
Der In-Stat-Analyst O'Rourke hatte 2007 FireWire zur Nischentechnik erklĂ€rt [9], womit er nicht falsch lag: Bei PCs und Notebooks spielt FireWire nur noch eine untergeordnete Rolle. Auch bei Apple sind nicht mehr alle MobilgerĂ€te mit FireWire-Buchsen bestĂŒckt: Zwar rĂŒstet Apple nach Protesten [10] von Kunden jĂŒngere MacBook-Pro-Notebooks wieder mit IEEE-1394b-/FireWire-800-Ports aus, doch dem MacBook und dem MacBook Air fehlt FireWire weiterhin. (ciw [11])
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Links in diesem Artikel:
[1] http://www.instat.com/press.asp?ID=2736&sku=IN0904454MI
[2] http://www.heise.de/glossar/entry/Serial-ATA-396147.html
[3] https://www.heise.de/ratgeber/SATA-intern-und-extern-322006.html
[4] http://www.instat.com/bios/orourke.asp
[5] https://www.heise.de/ratgeber/Wo-ist-der-eSATA-Auswurfknopf-884473.html
[6] https://www.heise.de/news/Externes-Serial-ATA-soll-angeschlossene-Geraete-mit-Strom-versorgen-178519.html
[7] https://www.heise.de/news/Serial-ATA-Spezifikation-in-Version-3-0-erschienen-220149.html
[8] https://www.heise.de/news/Flash-Speicherstifte-mit-eSATA-und-USB-Anschluessen-219217.html
[9] https://www.heise.de/news/Marktforscher-nennt-FireWire-Nischentechnik-145041.html
[10] https://www.heise.de/news/Nutzerproteste-gegen-Firewire-Ende-bei-neuen-MacBooks-212011.html
[11] mailto:ciw@ct.de
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