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eBay wirft Ballast ab

| Volker Briegleb

Das US-Auktionshaus verkauft den erst vor zwei Jahren erworbenen Online-Dienst StumbleUpon zurück an seine Gründer und befeuert damit neue Spekulationen um einen bevorstehenden Verkauf der VoIP-Tochter Skype.

Das einstmals so erfolgsverwöhnte Online-Auktionshaus eBay [1] gerät ins Stolpern und wirft Ballast ab. Das US-Unternehmen hat den Internet-Empfehlungsdienst StumbleUpon [2] nach zwei Jahren wieder an seine Gründer verkauft. Garrett Camp und Geoff Smith übernehmen [3] StumbleUpon zusammen mit einigen strategischen Investoren. Über den Verkaufspreis wurde nichts bekannt. Die Transaktion gibt auch den seit Monaten immer wieder aufkommenden Verkaufsgerüchten um eBay-Tochter Skype frische Nahrung.

Unter Führung der inzwischen ausgeschiedenen Vorstandschefin Meg Whitman hatte eBay den 2001 gegründeten Empfehlungsdienst im Mai 2007 für 75 Millionen US-Dollar übernommen. Das Auktionshaus hatte sich von der Integration des Dienstes mit seinen jetzt über 7 Millionen Nutzern positive Effekte versprochen. Die berühmten Synergien blieben allerdings hinter den Erwartungen zurück. Ähnlich lief es bei Skype: Die ebenfalls von Whitman initiierte milliardenschwere Übernahme [4] des VoIP-Anbieters hat die hohen Erwartungen nie erfüllt, stattdessen musste eBay Milliardensummen abschreiben.

Bald nach seiner Amtsübernahme [5] war Whitmans Nachfolger John Donahoe im April 2008 erstmals öffentlich von Skype abgerückt [6]. Seither gab es immer wieder Berichte über einen möglichen Verkauf der VoIP-Plattform mit mehr als 400 Millionen Nutzern. Nach zuletzt durchwachsenen Ergebnissen [7] konzentriert sich eBay wieder auf das Kerngeschäft und könnte deshalb überzähligen Ballast abwerfen wollen. Im Januar waren Äußerungen Donahoes [8], auch alleine sei Skype doch ein tolles Unternehmen, als Aufforderung zur Gebotsabgabe verstanden worden.

Das nahmen nun die Skype-Gründer zum Anlass, den Rückkauf ihres inzwischen erwachsen gewordenen Babys zu versuchen. Berichten zufolge suchen Niklas Zennström und Janus Friis nach Investoren, die ein Gebot für Skype [9] unterstützen. Laut Angaben der New York Times müssten Zennström und Friis dafür mindestens 1,7 Milliarden US-Dollar zusammenkratzen. (vbr [10])


URL dieses Artikels:
https://www.heise.de/-212763

Links in diesem Artikel:
[1] http://www.ebay.com
[2] http://www.stumbleupon.com/
[3] http://stumbleupon.com/sublog/stumbleupon_is_a_start_up_again/
[4] https://www.heise.de/news/eBay-zahlt-bis-zu-3-3-Milliarden-Euro-fuer-Skype-129484.html
[5] https://www.heise.de/news/eBay-mit-Wachstum-vorsichtiger-Prognose-und-einem-neuen-Chef-182272.html
[6] https://www.heise.de/news/eBay-stellt-Skype-auf-den-Pruefstand-200865.html
[7] https://www.heise.de/news/Neue-Spekulationen-um-Skype-Verkauf-202451.html
[8] https://www.heise.de/news/Neue-Spekulationen-um-Skype-Verkauf-202451.html
[9] https://www.heise.de/news/Skype-Gruender-wollen-Unternehmen-zurueckkaufen-212551.html
[10] mailto:vbr@heise.de