Zypries sieht in Googles Buchdigitalisierungen "rechtswidriges Verhalten"
"Google sagt: Wir scannen erstmal, schaffen Fakten, und wenn es einen Urheber stört, dann kann er sich ja melden", sagte die Bundesjustizministerin. Sie fordert die Bibliotheken auf, hart mit dem Internetdienstleister zu verhandeln.
Im Streit um die weltweite Digitalisierung von BĂŒchern wirft Bundesjustizministerin [1] Brigitte Zypries (SPD) dem Internetdienstleister Google [2] "schlicht rechtswidriges" Verhalten vor. "Google sagt: Wir scannen erstmal, schaffen Fakten, und wenn es einen Urheber stört, dann kann er sich ja melden", sagte [3] die Ministerin den Stuttgarter Nachrichten.
Zypries warnte zugleich vor einer Monopolstellung von Google beim digitalen Angebot von Buchinhalten. Im Moment sei die Nutzung kostenfrei, aber das könne sich schnell Ă€ndern, wenn Google zum Beispiel verkauft werde, sagte sie der Zeitung. "Der Buchbestand dieser Welt darf nicht in die HĂ€nde eines Monopolisten fallen, der die Preise diktiert und entscheidet, wer Zugang zu den BĂŒchern hat."
In diesem Zusammenhang forderte Zypries die Bibliotheken auf, hart zu verhandeln, wenn Google wegen einer Digitalisierung von BĂŒchern anfragt, deren urheberrechtlicher Schutz schon abgelaufen ist. Die Bibliotheken mĂŒssten zumindest darauf bestehen, von jedem Buch, das sie zur VerfĂŒgung stellen, eine digitalisierte Kopie zu bekommen, forderte die Ministerin.
Vor einer Expertenanhörung [4] der EU-Kommission in BrĂŒssel hatte sich Google zu ZugestĂ€ndnissen [5] bereit erklĂ€rt. Das Unternehmen will auslĂ€ndische Vertreter an der Aufsicht ĂŒber die Buchdigitalisierungen beteiligen. In der Anhörung will die Kommission die Auswirkungen eines gerichtlichen Vergleichs prĂŒfen, den Google in den USA mit Verlegern und Autoren geschlossen hat, der noch von einem Gericht genehmigt werden muss.
Widerstand gegen Googles Buchprojekt kommt auch aus Frankreich. Der dortige Kulturminister FrĂ©dĂ©ric Mitterrand reicht so wie die deutsche Bundesregierung [6] bei dem fĂŒr den Vergleich zustĂ€ndigen Gericht in New York einen eigenen Schriftsatz ein. Zuvor hatte der zweitgröĂte Buchverlag der Welt, Hachette Livre, Google zu Verhandlungen aufgefordert [7]. Auf der anderen Seite unterstĂŒtzen [8] US-amerikanische UniversitĂ€ten, BĂŒrgerrechtler und Sehbehinderte Googles Projekt. Die Französische Nationabibliothek hatte im August ihren Widerstand gegen Google aufgegeben und sich zu Verhandlungen bereit erklĂ€rt [9]. (anw [10])
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[3] http://www.stuttgarter-nachrichten.de/stn/page/2188529_0_1735_--schlicht-rechtswidrig-justizministerin-attackiert-google.html
[4] https://www.heise.de/news/EU-Experten-beraten-ueber-Google-Books-754861.html
[5] https://www.heise.de/news/Google-bietet-Europaeern-Mitsprache-bei-Buchdigitalisierung-an-754905.html
[6] https://www.heise.de/news/Bundesregierung-kontra-Google-Books-754117.html
[7] https://www.heise.de/news/Hachette-positioniert-sich-gegen-Googles-Deal-mit-US-Verlegern-754761.html
[8] https://www.heise.de/news/Google-Books-Befuerworter-formieren-sich-754697.html
[9] https://www.heise.de/news/Franzoesische-Nationalbibliothek-verhandelt-mit-Google-752073.html
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