Zwei deutsche Linux-Cluster unter den Top500 (Update)
In der aktuellen Liste der 500 schnellsten Superrechner konnten sich erstmals auch zwei deutsche Selfmade-Cluster platzieren.
Zweimal im Jahr veröffentlichen die Universitäten Knoxville Tennessee [1] und Mannheim [2] eine Liste der 500 schnellsten Supercomputer. In der Anfang November anläßlich der Supercomputer-Konferenz in Dallas vorgestellten sechzehnten Top500 [3] tauchen erstmals auch zwei deutsche Selfmade-Anlagen auf, die damit zugleich die einzigen europäischen Schöpfungen mit Leistungen über 55 Gigaflop/s sind.
Der an der Universität Chemnitz [4] aufgebaute Linux-Cluster CLIC [5] schafft mit seinen 528 Pentium-III-Prozessoren (800 MHz) auf Asus-CUBX-Boards 143 Gigaflop/s, was für Platz 126 in der Top500-Liste reicht. Jeder Knoten ist als vollwertiger Rechner mit 512 Megabyte RAM, 20,4-Gigabyte-Festplatte und einer Grafikkarte ausgestattet. Die Einheiten dieses Clusters sind mit herkömmlicher 100-Megabit/s-Netzwerktechnik verbunden.
Der Kepler-Cluster [6] an der Universtät Tübingen [7] vereint lediglich 196 Pentium-III-Prozessoren mit 650 MHz auf Dual-Boards mit BX-Chipsatz. Die 98 Knoten verfügen jeweils über 1 Gigabyte RAM, aber keine eigene Festplatte. Ein zentrales RAID-System stellt 650 Gigabyte Festplattenkapazität zur Verfügung. Die Kommunikation zwischen den Knoten erfolgt über ein Myrinet-Hochgeschwindigkeitsnetz mit bis zu 1,28 Gigabit/s. Im Linpack-Benchmark des Top500-Konsortiums erreichte Kepler 96 Gigaflop/s und landete damit auf Rang 215 der aktuellen Top500.
Linux-Cluster aus herkömmlichen Workstations und normalen PC-Komponenten liegen wegen ihrer vergleichsweise kostengünstigen und skalierbaren Rechenleistung im Trend [8]. Eine weitergehende Analyse der aktuellen Top500 bringt c't in Ausgabe 24/2000 (ab dem 20. November im Handel). (law)
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Links in diesem Artikel:
[1] http://icl.cs.utk.edu/
[2] http://parallel.rz.uni-mannheim.de/
[3] http://www.top500.org/list/2000/11/
[4] http://www.tu-chemnitz.de/
[5] https://www.heise.de/news/Uni-Chemnitz-testet-neuen-Linux-Supercomputer-Update-33027.html
[6] http://kepler.sfb382-zdv.uni-tuebingen.de/start.shtml
[7] http://www.uni-tuebingen.de/
[8] https://www.heise.de/news/Supercomputer-Dauerspitzenreiter-ASCI-Red-verliert-Fuehrung-Update-35042.html
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