Zuckerberg: Keine auslÀndische Werbung zur Bundestagswahl auf Facebook
(Bild: ChrisO CC BY-SA 3.0)
Im Vorfeld der Bundestagswahl hat Facebook tausende Fake-Accounts gelöscht. Anders als in den USA sei von diesen Konten aber keine auslÀndisch gesteuerte Politwerbung geschaltet worden.
"Ich will nicht, dass irgend jemand unsere Werkzeuge nutzt, um Demokratie zu untergraben", sagte Facebook-Chef Mark Zuckerberg in einer Videoansprache am Donnerstag. Dabei kĂŒndigte er ein Neun-Punkte-Programm an. Dazu gehört die Ausarbeitung eines neuen Standards fĂŒr Transparenz bei politischer Werbung, die Ausweitung von Anti-Schikanen-MaĂnahmen auf Polit-Mobbing sowie die aktive Information von Wahlbehörden ĂŒber Online-Risken. Mit der Umsetzung hat Facebook bereits begonnen, nĂ€mlich im Vorfeld der anstehenden Bundestagswahl [1].
Sein Konzern kooperiere mit dem Bundesamt fĂŒr Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) und habe Kandidaten und Parteien ĂŒber SicherheitsmaĂnahmen informiert. AuĂerdem seien tausende Fake-Accounts gelöscht worden. Doch habe eine Untersuchung der gelöschten Konten "keine [auslĂ€ndische] Einmischung in Deutschland gefunden".
In den USA hat Facebook hunderte Fake-Konten und -Seiten gefunden und gelöscht [2], die sich, aus Russland gesteuert, in den letzten US-Wahlkampf eingemischt haben sollen. Das hat Facebook vorvorige Woche mitgeteilt. Unter anderem seien ĂŒber diese Konten mehr als 3.000 politische Anzeigen gebucht und zielgerichtet geschaltet worden. US-Recht verbietet AuslĂ€ndern, zu versuchen, mit Geld US-Wahlen zu beeinflussen.
Facebook gibt Daten ĂŒber russische US-Anzeigen dem US-Parlament
Anlass fĂŒr Zuckerbergs Videoansprache war Facebooks Entscheidung, Daten ĂŒber die als russisch gesteuert identifizierte Polit-Reklame an das US-Parlament weiterzugeben. ZunĂ€chst hatte das Unternehmen die Daten ĂŒber die Reklame nur US-Sonderermittler Robert MĂŒller gegeben. Seine Aufgabe ist es, "die Anstrengungen der russischen Regierung zur Einmischung in die US-PrĂ€sidentenwahl 2016" zu untersuchen.
Nun hat sich Facebook dazu durchgerungen, auch die UntersuchungsausschĂŒsse von ReprĂ€sentantenhaus und Senat zu informieren. "Das war eine schwierige Entscheidung", schreibt [3] Facebooks Chefjurist Colin Stretch, "Inhalte preiszugeben ist nichts, was wir jemals leichtfertig tun. Wir verpflichten uns, Nutzerinhalte zu schĂŒtzen, unabhĂ€ngig von der NationalitĂ€t des Nutzers, und Werbung ist Nutzerinhalt."
Ob die 3.000 politischen US-Anzeigen aus Russland im Vergleich mit anderen LÀndern aus dem Rahmen fallen, lÀsst sich nicht sagen. Facebook macht keine Angaben dazu, wie oft es diese Werbungen geschaltet hat und wie oft es vergleichbare politische US-Werbebuchungen aus anderen LÀndern umgesetzt hat. (ds [4])
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[3] https://newsroom.fb.com/news/2017/09/providing-congress-with-ads-linked-to-internet-research-agency/
[4] mailto:ds@heise.de
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