Whistleblower Snowden will zur NSA-AffÀre aussagen
Der Whistleblower Edward Snowden hat eingewiligt, sich den Fragen des EU-Parlaments zum NSA-Skandal zu stellen. Das hat er per Anwalt bestÀtigen lassen.
Edward Snowden wird vor dem Innenausschuss des EuropĂ€ischen Parlaments zur NSA-AffĂ€re aussagen. Das habe der Whistleblower dem zustĂ€ndigen Ausschuss am Vortag schriftlich bestĂ€tigt, teilte der EU-Abgeordnete Josef Weidenholzer [1] (SPĂ) am heutigen Samstag mit. "Nur durch Snowden konnte die massenhafte Ăberwachung von europĂ€ischen BĂŒrgerinnen und BĂŒrgern durch Geheimdienste ĂŒberhaupt aufgedeckt werden. Er kann wie kein anderer zur AufklĂ€rung des Skandals beitragen", sagte Weidenholzer, der Mitglied im zustĂ€ndigen Ausschuss ist.
Stattfinden soll die Anhörung Anfang MĂ€rz, in welcher Form sei allerdings noch unklar. In seinem Schreiben erklĂ€rt sich Snowden damit einverstanden, schriftlich eingereichte Fragen per Video zu beantworten. Eine Anhörung ohne Kronzeugen hĂ€lt die Fraktion der GrĂŒnen/Freie EuropĂ€ische Allianz [2] allerdings fĂŒr unvollstĂ€ndig. Sie wollen sich nun dafĂŒr stark machen, den Whistleblower vor dem EuropĂ€ischen Parlament befragen zu lassen. Fraglich ist allerdings noch, ob und wie die EuropĂ€ische Union seine Sicherheit gewĂ€hrleisten kann. Ungeachtet dessen fordert Weidenholzer vorab, die Befragung öffentlich zu ĂŒbertragen. SchlieĂlich seien Snowdens Berichte fĂŒr die Ăffentlichkeit bestimmt.
Eine Live-Schaltung aus Moskau, wo sich Snowden derzeit im befristeten Asyl [3] aufhĂ€lt, hatte der US-Amerikaner bisher abgelehnt, weil er befĂŒrchtet, dass darĂŒber sein Aufenthaltsort ausfindig gemacht werden könnte. In einem kĂŒrzlich ausgestrahlten Fernseh-Interview [4] sagte Snowden, dass er um sein Leben bange. Auch könne er sich öffentlich nur zu dem Ă€uĂern, was aus den von ihm entwendeten Unterlagen von Journalisten bereits veröffentlicht wurde. Das Asyl in Russland hatte Staatsoberhaupt Wladimir Putin an die Bedingung geknĂŒpft, dass Snowden den USA nicht weiter schaden dĂŒrfe.
Sollte Snowden tatsĂ€chlich in die EU reisen, um vor dem EuropĂ€ischen Parlament auszusagen, könnte er erneut Asyl in EU-Staaten beantragen. LĂ€nder wie Ăsterreich, Irland oder Spanien hatten frĂŒhere Gesuche bislang mit der BegrĂŒndung abgelehnt, dass diese nur innerhalb des jeweiligen Hoheitsgebietes gestellt werden könnten. Deutschland hatte sich nicht nĂ€her ĂŒber die GrĂŒnde der Ablehnung geĂ€uĂert [5]. (jra [6])
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[1] http://www.ots.at/presseaussendung/OTS_20140208_OTS0011/weidenholzer-edward-snowden-wird-vor-innenausschuss-des-eu-parlaments-aussagen
[2] http://www.greens-efa.eu/nsa-scandal-11654.html
[3] http://www.heise.de/tp/blogs/8/154757
[4] https://www.heise.de/news/Edward-Snowden-zum-NSA-Skandal-Es-war-das-Richtige-2097638.html
[5] https://www.heise.de/news/NSA-Skandal-Weiter-kein-Asyl-fuer-Snowden-in-Deutschland-2098069.html
[6] mailto:jra@heise.de
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