Werkstattberichte: Neues aus den Fablabs und der Makerszene
Helga Hansen
(Bild: Makerspace Reinach)
Die Einschränkungen der Coronazeit haben einige Fablabs für einen Umzug genutzt. Einen ganz neuen Makerspace gibt es in der Schweiz.
Bei der Gründung neuer Fablabs hilft ein neues Handbuch, das passenderweise als Open-Access-Handbuch erschienen ist. Einen neuen Makerspace gibt es diesen Monat dann auch gleich vorzustellen und zwei weitere Fablabs sind vor der Wiedereröffnung erst noch umgezogen.
Neuer Makerspace in der Schweiz
In Reinach hat ein neuer Makerspace geöffnet [1] und freut sich über Interessierte, die mitbasteln wollen. Seit dem Sommer wird die Werkstatt in altem Industriegebäude im Kägenhofweg 7 eingerichtet, als Zwischennutzung. Bereits vorhanden sind die „Lebensgrundlagen“ Kaffeemaschine und Internetanschluss. Darauf aufbauend geht es mit verschiedenen Projekten Stück für Stück weiter: Eine Recycling-Station und ein Holzwagen bringen Ordnung in den Space, ein Regal zur Unterbringung von Elektronikprojekten soll noch folgen.
Einsatzbereit sind außerdem die 3D-Drucker, von denen einer im Space wieder zum Laufen gebracht wurde. Als weitere Anschaffungen sind ein Lasercutter, eine CNC-Maschine und ein Lora-Gateway in der Planung. Für kreative Aufgaben ist schließlich noch ein Wandplotter in Arbeit, der bis zu 8 x 3 Meter große Leinwände abdecken soll. Jeden Mittwoch und Freitag abend wird weiter an der Ausstattung und den Projekten gearbeitet, wobei der Fokus auf Spass und der gemeinsamen Zeit liegt.
Im Oktober hat das Fablab Siegen wieder geöffnet [6], an seinem neuen Standort im Haus der Innovationen in der Sandstraße 26. Dort sind auch die Gründungsinitiative Startpunkt57 und das Gründerbüro der Uni Siegen untergebracht. Das Fablab ist Mittwochnachmittags von 14 bis 20 Uhr geöffnet und kann kostenlos genutzt werden. Der Umzug war notwendig, da der bisherige Unterschlupf, der Herrengarten, abgerissen wird.
Bis zu 10 Jahre sollten Smartphones künftig reparierbar sein [8] – also weiter Softwareupdates und Ersatzteile bereitgestellt bekommen, so die Forderung der Initiative Right to Repair. Sie wendet sich dazu mit einer Petition an die Europäische Kommission. Bereits unterzeichnet haben etwa Martine Postma, die Gründerin der Repair Café Foundation und Kyle Wiens, Mitgründer von ifixit. Bis zum Ende der Woche kann die Petition noch mitgezeichnet werden. Anschließend soll sie an die Kommission übergeben werden, bevor diese ihre neue Circular Electronics Initiative vorstellt.
Im Laufe der Corona-Pandemie war die Zahl der Reparaturen deutlich zurückgegangen, berichtet dazu die Repair Café Foundation. Dabei seien über den RepairMonitor der Foundation in den ersten beiden Monaten des Jahres 2020 zunächst überdurchschnittlich viele Reparaturen erfasst worden – das Interesse am Reparieren also grundsätzlich vorhanden.
Schulen und Bildungsinitiativen, die Technikprojekte vom 3D-Druck bis zum Roboterbau umsetzen, können ab sofort finanzielle Förderung bis zu 2.500 Euro erhalten [10]. Dafür haben Anfang Oktober die Joachim-Herz-Stiftung und der VDI einen Technikfonds aufgesetzt. Pro Jahr wird er von der Stiftung mit 150.000 Euro unterstützt.
Handbuch FabLabs
Gibt es nicht schon genug Fablabs in der Welt? Nein, meinen die Autorinnen und Autoren des neuen Handbuchs FabLabs: Einrichtung, Finanzierung, Betrieb, Forschung & Lehre. Darin haben sie ihre Erfahrung aus vier Fablabs in Deutschland zusammengetragen, um weitere Interessierten bei der Gründung und dem Aufbau zu helfen. Als Open-Access-Publikation ist das Handbuch sowohl in der gedruckten Version erhältlich [11], als auch als kostenloser Download verfügbar.
Fablab- und Makerspace-News
In St. Pölten ist der Segmentation Vault in die Ludwig Stöhr Str. 8 gezogen. Im September wurde die Eröffnung gefeiert [12]. Dienstags ist der Space nun wieder für alle geöffnet.
Der Makerspace Bergneustadt hat sich umbenannt und heißt nun Werkraum47 [19] – nach der Hausnummer 47, in der die Werkstatt in der Bergneustädter Hauptstraße untergebracht ist.