Weniger Viren, mehr Trojaner
Kaspersky Lab hat die Virenmeldungen der letzten zweieinhalb Jahre analysiert und beobachtet eine zunehmende Kriminalisierung der Schadcode-Produzenten.
Der russische Antiviren-Spezialist Kaspersky Lab stellt die Ergebnisse einer Untersuchung der Virenfunde der letzten zweieinhalb Jahre in einer Trendanalyse [1] zur VerfĂŒgung. Das Unternehmen sieht eine zunehmende Kriminalisierung der SchĂ€dlingsprogrammierer. Die sich selbst verbreitenden Viren werden seltener, da sich mit ihnen offensichtlich kein Geld verdienen lĂ€sst. Trojaner [2] hĂ€ufen sich hingegen. Kaspersky zufolge könnte dies daran liegen, dass mit vermieteten Bot-Netzen schnelles Geld zu machen ist.
Gegen den Trend boomen allerdings Internet-Messenger-WĂŒrmer, die Kaspersky zu den Viren zĂ€hlt. Fast jeden Tag entdecken die Russen eine neue Variante dieser Spezies.
Adware sichtet Kaspersky in zunehmenden MaĂe. Der Antivirenspezialist schĂ€tzt den Jahresumsatz der bekannte Spy- und Adware-Schmiede Claria Corporation (ehemals Gator) auf etwa 90 Millionen US-Dollar. Somit ist auch hier das Geld der Antrieb fĂŒr die verstĂ€rkten AktivitĂ€ten in der nach EinschĂ€tzung der Kaspersky Lab pseudolegalen DomĂ€ne.
Das russische AV-Unternehmen beobachtet weiter, dass Schadprogramme vermehrt an lokal begrenzte EmpfĂ€nger versendet werden. Ebenso werden SchĂ€dlinge im steigenden MaĂe gezielt an Individuen geschickt, was deren Entdeckung und das Herstellen von entsprechenden Signaturen fast unmöglich macht. Die Opfer merken meist nichts von einer Infektion, und die Antiviren-Hersteller erhalten keine Samples von den Viren.
Die Untersuchung vermutet, dass neue globale Epidemien seltener werden, da Microsoft die Anzahl offener LĂŒcken in seinen Betriebssystemen stark verringert habe und zĂŒgig auf neue Schwachstellen reagiere. Die Schadcode-Programmierer werden wohl neue Methoden im Social Engineering einsetzen, um den Opfern ihre SchĂ€dlinge unterzuschieben. Die Bedrohung beziehungsweise BelĂ€stigung durch Spam, Phishing, Adware, Bot-Netze und weitere Internet-Verbrechen werden aufgrund der monetĂ€ren Verlockung weiter wachsen, glaubt Kaspersky.
Siehe dazu auch: (dmk [3])
- Tendenzverschiebung bei der Entwicklung von Schadprogrammen [4] von Kaspersky Lab
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Links in diesem Artikel:
[1] http://www.viruslist.com/de/analysis?pubid=167696592
[2] http://www.heise.de/glossar/entry/Trojanisches-Pferd-395498.html
[3] mailto:dmk@heise.de
[4] http://www.viruslist.com/de/analysis?pubid=167696592
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