Web 2.0 steht im Mittelpunkt des 2. EuropÀischen Datenschutztags
Anfang nĂ€chster Woche wollen DatenschĂŒtzer an einer Berliner Schule mit der jungen Generation klĂ€ren, ob die PrivatsphĂ€re im Zeitalter von sozialen Netzwerken und Mikro-Blogs beim Nachwuchs ĂŒberhaupt noch ein Thema ist.
Anfang nĂ€chster Woche wollen DatenschĂŒtzer an einer Berliner Schule im GesprĂ€ch mit der jungen Generation klĂ€ren, ob die PrivatsphĂ€re im Zeitalter von sozialen Netzwerken wie SchĂŒlerVZ, StudiVZ, Facebook oder MySpace und Mikro-Blogs wie Twitter beim Nachwuchs ĂŒberhaupt noch ein Thema ist. Die Veranstaltung [1] (PDF-Datei) unter dem Motto "Datenschutz 2.0 â Web 2.0" an der Robert-Jungk-Oberschule im Stadtteil Wilmersdorf steht im Zusammenhang mit dem EuropĂ€ischen Datenschutztag, der am kommenden Montag auf Initiative des Europarats zum zweiten Mal abgehalten wird. Im vergangenen Jahr ging es bei einer Feierstunde [2] in der Hauptstadt mit Bundesinnenminister Wolfgang SchĂ€uble (CDU) um Ăberwachungsfragen wie die damals vorbereitete Vorratsspeicherung von Telefon- und Internetdaten sowie die Aufnahme von FingerabdrĂŒcken in ReisepĂ€sse.
Die diesjĂ€hrige gemeinsame Veranstaltung des Berliner Datenschutzbeauftragten [3] Alexander Dix und des Bundesdatenschutzbeauftragten [4] Peter Schaar, zu der auch SchĂŒler anderer Berliner AusbildungsstĂ€tten willkommen sind, soll einen Beitrag zur AufklĂ€rung ĂŒber den datenschutzgerechten Umgang mit Plattformen im Mitmach-Web geben. "Die Nutzer geben zunehmend bewusst oder unbewusst eine Vielzahl von Daten ĂŒber sich und andere Personen preis", heiĂt es in der Einladung. Dazu wĂŒrden Kontaktdaten, Angaben ĂŒber Hobbys, LieblingsbĂŒcher und ÂFilme oder politische Einstellungen gehören. Es gebe kaum einen Bereich des beruflichen und privaten Lebens, der nicht in einem Nutzerprofil einer virtuellen Gemeinde Platz fĂ€nde.
"Welche Risiken und Gefahren fĂŒr die Persönlichkeitsrechte mit der Nutzung solcher Dienste verbunden sind, ist den zumeist jugendlichen Nutzern nicht bekannt oder wird von ihnen ignoriert", meint Dix. Dabei gebe es Möglichkeiten zum Selbstschutz, die ausgeschöpft werden sollten. Nach der Behandlung von Themenschwerpunkten wie den verbliebenen AnsĂ€tzen zur Verwischung von Kommunikationsspuren oder "Handys und Datenschutz" soll daher eine Debatte mit Teilnehmern aus den Bereichen der Medien, der Personalwirtschaft, der Internetdienste und der Datenschutzkontrolle stattfinden. Schaar will dabei vor allem herausfinden, ob sich nicht einmal 25 Jahre nach den Protesten gegen die VolkszĂ€hlung das VerstĂ€ndnis und die SensibilitĂ€t fĂŒr den Datenschutz grundlegend gewandelt haben. Zugleich interessiert ihn, ob fĂŒr junge Menschen Ăberwachung und Datenmissbrauch einfach keine Rolle mehr spielen.
Soziale Netzwerke stellen DatenschĂŒtzer derzeit generell [5] vor Herausforderungen. So behandelt der britische Datenschutzbeauftragte derzeit eine Beschwerde eines Nutzers, wonach Facebook Profildaten nach Deaktivierung eines Accounts nicht löscht. Hierzulande stehen die aufgeweichten Datenschutzbestimmungen bei StudiVZ weiter im Mittelpunkt [6] von Protesten. (Stefan Krempl) / (vbr [7])
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Links in diesem Artikel:
[1] http://www.datenschutz-berlin.de/aktuelle/meldung/747.16.4.pdf
[2] https://www.heise.de/news/Schaeuble-Biometriepaesse-staerken-den-Datenschutz-140029.html
[3] http://www.datenschutz-berlin.de/
[4] http://www.bfdi.bund.de/
[5] https://www.heise.de/news/Offene-Fragen-zum-Datenschutz-bei-Facebook-und-StudiVZ-180570.html
[6] https://www.heise.de/news/Personalisierte-Werbung-StudiVZ-um-Schadensbegrenzung-bemueht-172889.html
[7] mailto:vbr@heise.de
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