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Wahlzentrale bei StudiVZ: Angela Merkel punktet

Jürgen Kuri

Von einem "Internet-Wahlkampf" à la Barack Obama sind deutsche Politiker noch weit entfernt, da feiert man auch gerne bescheidene Erfolge: Etwa 50.000 Anhänger für sein StudiVZ-Profil, wie sie die Bundeskanzlerin nun erreicht hat.

Manche Politikbeobachter, aber auch so mancher Politiker spricht ja auch hierzulande bereits von einem "Internet-Wahlkampf" [1] – und natürlich davon, dass man bei modernen Wahlkämpfen von der Internet-Kampagne Barack Obamas lernen könne. So richtig zu Potte kommen die Parteien in Vorbereitung der Wahl zum 17. Deutschen Bundestag [2] am 27. September mit dem "Wahlkampf 2.0" allerdings noch nicht. Da müssen schon bescheidene Fortschritte für eine Erfolgsmeldung herhalten: Bundeskanzlerin Angela Merkel knackte bei studiVZ, dem größten Social Network in Deutschland, die Marke von 50.000 Anhängern.

Nachdem StudiVZ im April eine eigene "Wahlzentrale" [3] eingerichtet hatte, damit Politiker wie Merkel direkt mit den Nutzern des Social Networks in Kontakt treten können, tummelten sich dort [4] bald alle bislang im Bundestag vertretenen Parteien. Nun berichtete der Betreiber des Social Networks laut dpa, Merkel freue sich über die "starke Resonanz". Allerdings konnte etwa US-Präsident Barack Obama während seines Wahlkampfs auf vergleichbaren Netzwerken wie Facebook Millionen von Unterstützern zählen – heute hat er dort knapp 6,5 Millionen.

Da ist auch für die Verhältnisse in Deutschland nicht nur bei der Bundeskanzlerin noch etwas Luft nach oben: Merkel [5] (mit 50.446 Anhänger am Montagmorgen) liegt in der Wahlzentrale von studiVZ und meinVZ deutlich vor FDP-Chef Guido Westerwelle [6] (16.778 Anhänger und SPD-Kanzlerkandidat und Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier [7] (14578 Anhänger). Auf den Plätzen 4 und 5 folgen Bundeswirtschaftsminister Karl-Theodor zu Guttenberg [8] (CSU, 9298 Anhänger) respektive die FDP-Europapolitikerin Silvana Koch-Mehrin [9] (7128 Anhänger).

Die Kanzlerin werde demnächst auch Fragen von Nutzern in ihrem Profil beantworten, hieß es nun von StudiVZ. Bei anderen Netz-Angeboten wie abgeordnetenwatch.de [10] hat sie sich diesem direkten Dialog bisher verweigert.

Zur Bundestagswahl im September 2009 siehe auch:

(jk [21])


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[1] https://www.heise.de/news/Mit-Westerwelle-gruscheln-und-der-Kanzlerin-zwitschern-217273.html
[2] http://www.bundestag.de/btg_wahl/index.html
[3] https://www.heise.de/news/Wahlkampf-haelt-Einzug-auf-StudiVZ-216119.html
[4] http://www.studivz.net/wahlzentrale
[5] http://www.studivz.net/Profile/94f3c589f34e637e
[6] http://www.studivz.net/Profile/7ae26cc0cf506278
[7] http://www.studivz.net/Profile/760eff785b116145
[8] http://www.studivz.net/Profile/c7e7bdd24116b7d8
[9] http://www.studivz.net/Profile/0fbc42ea72e265e0
[10] http://www.abgeordnetenwatch.de/dr_angela_merkel-650-5897.html
[11] https://www.heise.de/news/Piratenpartei-legt-Kurs-fuer-Bundestagswahl-fest-7291.html
[12] https://www.heise.de/news/CDU-und-CSU-wollen-Rechtsverletzungen-im-Netz-effektiv-unterbinden-187278.html
[13] https://www.heise.de/news/FDP-glasklar-gegen-Internetsperren-bei-Urheberrechtsverletzungen-186963.html
[14] https://www.heise.de/news/Linke-fordern-Fair-Work-Siegel-fuer-Medienprodukte-186488.html
[15] https://www.heise.de/news/SPD-will-Einfuehrung-einer-Kultur-Flatrate-pruefen-181630.html
[16] https://www.heise.de/news/Die-Gruenen-wollen-die-Internetfreiheit-bewahren-218331.html
[17] https://www.heise.de/news/FDP-will-die-Internetrepublik-Deutschland-verwirklichen-219761.html
[18] https://www.heise.de/news/Tauss-Viele-Abgeordnete-koennen-sich-unter-Internet-weniger-vorstellen-als-unter-einer-Kuh-185660.html
[19] https://www.heise.de/news/Mit-Westerwelle-gruscheln-und-der-Kanzlerin-zwitschern-217273.html
[20] https://www.heise.de/news/Die-Politik-entdeckt-das-Web-2-0-204813.html
[21] mailto:jk@heise.de