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Wahlmaschinen-Hersteller wehrt sich gegen Analyse

Gerald Himmelein

Der Wahlmaschinenhersteller Sequoia Voting Systems will eine unabhÀngige Analyse seiner GerÀte verhindern. Bei den Vorwahlen im Februar waren im US-Bundesstaat New Jersey bei mehreren Wahlcomputern unstimmige Ergebnisse aufgefallen.

In New Jersey kam es bei den Vorwahlen fĂŒr die US-PrĂ€sidentschaftskandidaten zu UnregelmĂ€ĂŸigkeiten bei den Wahlmaschinen des Herstellers Sequoia Voting Systems [1].

Aus den Papierausdrucken einiger Systeme vom Typ AVC Advantage waren mehrere AuffĂ€lligkeiten zu beobachten. Auf einem Belegstreifen des Wahlbezirks Union stimmte die Gesamtzahl der fĂŒr eine Partei abgegeben Stimmen nicht mit der Summe ĂŒberein, die sich aus den Stimmen fĂŒr die einzelnen Kandidaten ergibt.

Aufgrund dieser UnregelmĂ€ĂŸigkeiten wollte der Landkreis Union County [2] einen der Wahl-Computer zur unabhĂ€ngigen Analyse an die UniversitĂ€t von Princeton ĂŒbergeben. Als dies bekannt wurde, erhielten die Professoren Andrew W. Appel [3] und Edward W. Felten unerwartet Post vom Hersteller der Wahlmaschinen.

In der E-Mail warnte Sequioa-VP Edwin Smith: Sollte der Wahlkreis einen der Computer an Appel und Felten schicken, verstĂ¶ĂŸe dies gegen das Lizenzabkommen zur Verwendung des Wahlsysteme. "Sequoia hat zudem AnwĂ€lte dazu beauftragt, jegliche Verletzungen unseres geistigen Eigentums zu verhindern, einschließlich unautorisierter Analyse."

Die Verantwortlichen aus Union County erklĂ€rten daraufhin [4], ihnen sei das Risiko einer Klage zu groß. Man werde die Wahlmaschine daher nicht wie geplant an die Princeton University senden. In einer Stellungnahme versucht Sequoia die Diskrepanzen mit Bedienfehlern der Wahlhelfer zu erklĂ€ren.

Derweil hat Professor Felten in seinem Weblog "Freedom to Tinker [5]" mit einer Analyse [6] der Wahlzettel [7] begonnen. Dabei widerlegt er auch gezielt die Argumentation von Sequoia Voting Systems [8]. Eine gezielte Manipulation des Ergebnisses schließt Felten derzeit aus. Die UnregelmĂ€ĂŸigkeiten scheinen auf einem Design-Fehler [9] der Wahlmaschinen zu beruhen: "Sequoias eigene ErklĂ€rung stellt klar, dass sie einen Konstruktionsfehler begangen haben, der zum fehlerhaften Verhalten der Wahlmaschine fĂŒhrte." (ghi [10])


URL dieses Artikels:
https://www.heise.de/-192275

Links in diesem Artikel:
[1] https://www.heise.de/news/Management-Buy-Out-bei-US-Wahlmaschinen-Hersteller-Sequoia-194636.html
[2] http://en.wikipedia.org/wiki/Union_County,_New_Jersey
[3] http://www.cs.princeton.edu/~appel/
[4] http://www.nj.com/news/index.ssf/2008/03/voting_machine_maker_threatens.html
[5] http://www.freedom-to-tinker.com/
[6] http://www.freedom-to-tinker.com/?p=1266
[7] http://citp.princeton.edu/njvotingdocuments/
[8] http://www.sequoiavote.com/index.html
[9] http://www.freedom-to-tinker.com/?p=1267
[10] mailto:ghi@ct.de