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Vorwurf aus US-Kongress: EnthÀlt SpaceX Taiwan absichtlich Starlink vor?

Martin Holland
Starlink-Antenne

(Bild: SpaceX)

SpaceX hat dem US-MilitĂ€r einen globalen Zugang zum Satelliteninternet Starlink zugesagt. Dass Taiwan außen vor bleibt, sorgt nun fĂŒr Fragen im US-Kongress.

Ein einflussreicher Abgeordneter im US-ReprĂ€sentantenhaus hat den Verdacht, dass SpaceX in und um Taiwan das Satelliteninternet Starlink sperrt und damit gegen VertrĂ€ge mit der US-Regierung verstĂ¶ĂŸt. Das berichtet das Wall Street Journal [1] unter Berufung auf einen Brief, den der Republikaner Mike Gallagher an SpaceX-Chef Elon Musk geschickt hat. Darin habe der Abgeordnete deutlich gemacht, dass er sich um die Kommunikationsmöglichkeiten – auch der US-Armee– sorgt, sollte China "militĂ€rische Aggressionen gegen Taiwan" einleiten. Musk war zuletzt mehrfach dadurch aufgefallen, in Bezug auf den Status von Taiwan scheinbar chinesische Positionen zu wiederholen. Sollte es nun zum Konflikt mit der US-Regierung kommen, könnte er zu einer Entscheidung gezwungen werden.

In dem jetzt publik gewordenen Konflikt geht es um den GeschĂ€ftsbereich Starshield von Starlink. So bezeichnet SpaceX Satelliteninternet fĂŒr militĂ€rische Anwendungen, laut Gallagher hat das US-Verteidigungsministerium dem Raumfahrtunternehmen dafĂŒr schon mehr als 100 Millionen US-Dollar zugesichert. Im Gegenzug habe SpaceX einen "globalen Zugang" zu dem Satelliteninternet zugesichert. Eine Weigerung, Taiwan und die dortigen US-Truppen damit zu versorgen, könnte deshalb als Vertragsbruch gewertet werden. Gleichzeitig betrachtet China Taiwan als eigene abtrĂŒnnige Provinz und dĂŒrfte eine Versorgung mit Starlink ablehnen. Die Volksrepublik ist fĂŒr Musks Elektroautounternehmen Tesla einer der wichtigsten MĂ€rkte ĂŒberhaupt.

Es sei unwahrscheinlich, dass US-Abgeordnete Elon Musk dazu zwingen können, Starlink in Taiwan zu aktivieren, meint Forbes [2]. Das Magazin erinnert daran, dass der US-MilliardĂ€r erst im Herbst behauptet hat, Taiwan sei ein "integraler Bestandteil Chinas". Das wurde damals mit entschiedenen Worten vom taiwanischen Außenministerium zurĂŒckgewiesen [3]. In dem Land hat man lĂ€ngst den strategischen Wert von Starlink erkannt und arbeitet an einer Alternative, um im Falle eines chinesischen Angriffs nicht von der Außenwelt abgeschnitten zu werden. In den vergangenen zwei Jahren war in der Ukraine sichtbar geworden, wie wertvoll die Technik sein kann und wie abhĂ€ngig man sich dabei lĂ€ngst von Elon Musk gemacht hat.

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(mho [5])


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[1] https://www.wsj.com/tech/spacex-may-be-withholding-satellite-internet-in-taiwan-congressman-contends-8b58504c
[2] https://www.forbes.com/sites/davidjeans/2024/02/24/elon-musk-taiwan-spacex-starshield/?sh=2987630d7c1e
[3] https://twitter.com/MOFA_Taiwan/status/1701973180666053017?ref_src=twsrc%5Etfw%7Ctwcamp%5Etweetembed%7Ctwterm%5E1701973180666053017%7Ctwgr%5Ef37075b430faddaea9b692c3393f3aa5f6f6a800%7Ctwcon%5Es1_&ref_url=https%3A%2F%2Fwww.cnbc.com%2F2023%2F09%2F14%2Ftaiwan-slams-elon-musk-says-its-not-for-sale-nor-part-of-china.html
[4] https://www.heise.de/newsletter/anmeldung.html?id=ki-update&wt_mc=intern.red.ho.ho_nl_ki.ho.markenbanner.markenbanner
[5] mailto:mho@heise.de