Vorstellung: Mercedes C-Klasse Facelift 2018
Nach vier Jahren im Handel wird die C-Klasse überarbeitet. Viel ändert sich jedoch nicht. Stattdessen konzentriert sich Mercedes auf Detailverbesserungen im Bereich Assistenz. Auch bei den Motoren tut sich etwas
Als die alte C-Klasse 2011 [1] überarbeitet wurde, griff Mercedes tief in die Tasche. Ein stark veränderte Front und vor allem ein gründlich renovierter Innenraum machte den Unterschied zwischen alt und neu überdeutlich. Mercedes musste reagieren, denn die Kritik am eher einfach ausgekleideten Interieur wollte nicht verstummen. Bei der aktuellen Generation liegen die Dinge etwas anders. Dementsprechend knapp fällt die Überarbeitung nach vier Jahren aus.
Lichterweiterung
Spötter würden sagen, dass Mercedes das aufgefrischte Modell problemlos ohne Tarnung im öffentlichen Straßenverkehr getestet haben könnte. Nur wer genau hinsieht und weiß, worauf er achten muss, wird die minimal veränderten Schürzen, Rückleuchten und den neuen Kühlergrill erkennen. Dass mag den einen oder anderen vielleicht etwas enttäuschen, doch die C-Klasse war aus meiner Sicht nach vier Jahren im Handel auch nicht stark renovierungsbedürftig. Serienmäßig bleibt Mercedes bei Halogenscheinwerfern, gegen Aufpreis gibt es wie bisher LED-Scheinwerfer mit und ohne Matrix-Funktion. Das teure System bietet nun auch Kreuzungs-, Kreisverkehr-, City- und Schlechtwetterlicht.
Vorstellung: Mercedes C-Klasse Facelift 2018 (0 Bilder) [2]
Im Innenraum werden die Neuerungen etwas deutlicher, allerdings nur, sofern der Kunde kräftig zugezahlt hat. Das teure Navigationssystem hat nun einen Bildschirm mit einer Auflösung von 1920 x 720 Pixeln bei einer Diagonale von 10,25 Zoll. Die serienmäßige Radioanlage und das kleine, etwas weniger überteuerte Navi bekommen ein Sieben-Zoll-Display, die größere Ausführung gibt es für die beiden gegen Aufpreis. Bei der Bedienung bleibt aber alles wie gehabt: Das System kann über eine erweiterte Sprachsteuerung, Controller in der Mitte mit Touchpad – nun mit Rückmeldung – und Lenkradtasten bedient werden. Die Lenkradtasten mit Touchfeld sind schon aus größeren Modellen wie der E-Klasse bekannt. Dort haben sie uns nicht restlos überzeugt. Ein Touchscreen, wie in der nächsten A-Klasse [4] angekündigt, kommt nicht in diese C-Klasse.
Ohne weitere Zuzahlung bleibt es auch beim Kombiinstrument bei der bisherigen Anordnung, bestehend aus zwei Rundinstrumenten in Tuben und einem Display in der Mitte. Nur wer zusätzliches Geld ausgibt, kann nun auch hier einen Bildschirm bekommen, auf dem dann Tacho und Drehzahlmesser zu sehen sind.
Vernetzt
Weiter voran getrieben hat Mercedes die Vernetzung von Kamera, Assistenz und Navigation. Schon bisher war es so, dass bei einem nur zu einer bestimmten Uhrzeit gültigen Tempolimit dieses nur angezeigt wurde, wenn es zu dieser Zeit eben gilt. Mercedes hat nun eigenen Angaben zufolge die Kamera verbessert. Außerdem kann der Abstandstempomat nun auf Kartendaten zurückgreifen und die Geschwindigkeit beispielsweise vor Kurven und Kreuzungen reduzieren. Neu ist unter anderem eine aktiver Spurwechselassistent und eine kabellose Ladefunktion für Handys.
Bisher gab es nur ein aufpreispflichtiges Soundsystem von Burmester. Das klingt recht ordentlich, ist mit knapp 1000 Euro aber auch ganz schön teuer. Künftig bietet Mercedes noch eine kleine Lösung an, bei dem die beiden Bässe in den Türen jeweils mit bis zu 50 Watt bespielt werden, die restlichen Kanäle mit 25. Hier hat sich Mercedes bei der Konkurrenz orientiert: Sowohl Audi wie auch BMW bieten ein vergleichbares, „kleines“ Soundsystem an.
OM 654
Noch nichts verrät Mercedes im ersten Begleitschreiben über neue Motoren. Ein bisschen ist allerdings schon durchgesickert oder liegt auf der Hand. Der vielverkaufte Diesel OM 651, der seine Karriere mit einem teuren Fehlschlag 2009 begann, darf nun auch in der C-Klasse in den Ruhestand gehen. Der Nachfolger mit der internen Bezeichnung OM 654 wird seit gut zwei Jahren in die E-Klasse eingebaut und glänzt dort mit deutlich besserer Laufkultur – was angesichts des Vorgängers kein großes Kunststück ist. In der etwas sparsamer gedämmten C-Klasse dürfte der Unterschied noch gravierender sein. In der E-Klasse [5] wird dieser Motor mit 150, 194 und 245 PS angeboten. In der C-Klasse könnte noch eine schwächere Version mit rund 130 PS hinzukommen, die den C 180d ersetzt.
Zu den Benzinern äußert sich Mercedes noch nicht. Wir rechnen aber damit, dass alle ab dem Start einen Partikelfilter bekommen. Ausreden gibt es keine mehr, zumal Mercedes zu den Firmen gehört, die den Filter schon seit geraumer Zeit in der S-Klasse verbauen. Auch bei den Sechszylindern gehen wir davon aus, dass hier die 2017 vorgestellte Motorenbaureihe M 276 eingesetzt wird. Das würde eine Umstellung der Zylinderanordnung bedeuten – von V auf Reihe.
Kleiner Zuschlag
Noch ist offen, was Mercedes für die überarbeitete Version verlangen wird. Aktuell ist das C-Klasse-Basismodell ab 31.868 Euro zu haben. Mit einem kleinen Zuschlag ist zu rechnen, doch allzu üppig wird der wohl eher nicht ausfallen. Schließlich gehört die C-Klasse nach wie vor zu den teuersten Autos ihrer Klasse. (mfz [6])
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[4] https://www.heise.de/news/Vorstellung-Mercedes-A-Klasse-2018-3959777.html
[5] https://www.heise.de/tests/Test-Mercedes-E-200-T-Modell-3656357.html
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