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Voice-over-IP beschÀftigt den US-Gesetzgeber

Monika Ermert

Die VoIP-Anbieter haben sich in einer Anhörung des ReprÀsentantenhauses dazu bereit erklÀrt, finanziell zum Ausbau der Telecom-Infrastruktur in lÀndlichen und einkommensschwachen Gegenden beizutragen.

In der US-amerikanischen Hauptstadt Washington hat sich der Telekommunikations-Unterausschuss des ReprĂ€sentantenhauses in einer Anhörung [1] mit Voice-over-IP beschĂ€ftigt. Die Entscheidung der Federal Communication Commission (FCC), die Aufsicht ĂŒber die IP-Telefonie an sich zu ziehen [2], wurde dabei von der Mehrheit der Abgeordneten begrĂŒĂŸt. Im Rahmen der anstehenden Novelle des Telecom Act von 1996 wird die Kompetenzverschiebung voraussichtlich festgezurrt.

Eine grĂŒndliche Überholung soll es bei der Novelle auch fĂŒr den Universal Service Fund (USF) geben. Mit BeitrĂ€gen zum Fonds von den Telekommunikationsunternehmen wird der Zugang in lĂ€ndlichen und einkommensschwachen Gegenden, fĂŒr Schulen, Bibliotheken und das Gesundheitssystem auf dem Land subventioniert. KĂŒnftig wollen sich auch VoIP-Provider am USF beteiligen, versicherte Paul Erickson, Chef des VoIP-Anbieters SunRocket. Er empfahl eine Pauschalabgabe von etwa zwei Prozent der Einnahmen. Ohne die UnterstĂŒtzungsprogramme wĂŒrden Breitband und VoIP an der lĂ€ndlichen Bevölkerung vorbeigehen, warnten die Abgeordneten. Die StĂ€dte ohne Breitbandzugang werden die GeisterstĂ€dte des 21. Jahrhunderts werden, warnte einer der konservativen Abgeordneten.

Die VoIP-Provider beklagten ihrerseits in der Anhörung Behinderungen des Wettbewerbs auf der letzten Meile durch die lokalen Monopolisten. "BeschrĂ€nken Sie den Zugang zur letzten Meile und Sie verhindern Innovation und Wettbewerb", sagte Carl Grivner, CEO von XO Communications. Der demokratische Abgeordnete Rick Boucher warnte vor wettbewerbswidrigen Praktiken durch die Breitbandanbieter, etwa die Blockade von VoIP-Services. Laut Zeitungsberichten hat die FCC kĂŒrzlich dem Netzbetreiber Madison River Communications 15.000 Dollar Strafe auferlegt, weil dieser VoIP-Anrufe geblockt hatte. Es gebe GerĂŒchte, dass dies eine verbreitete Praxis sei, so Boucher.

Die anwesenden Netzbetreiber pochen dagegen auf eine Refinanzierung ihrer Netzinvestitionen, ohne die VoIP nicht möglich sei. "Wenn zu viele Leute aus dem Laden laufen, ohne zu bezahlen, geht er pleite", sagte Karen Puckett von CenturyTel. Auch bei den NetzzusammenschlussgebĂŒhren steht laut den Abgeordneten eine TotalĂŒberholung an. Puckett forderte auch mit Blick auf den Anschluss and die Notrufsysteme einen Beitrag von den VoIP-Anbietern. Nicht selten, so hatte Melcher gesagt, scheiterte die Anbindung an das Notrufsystem auch, weil die VoIP-Provider sich nicht mit den lokalen Monopolisten einigen könnten.

Eine rasche gesetzgeberische Zwischenlösung fĂŒr Notrufe ĂŒber Voice-over-IP-AnschlĂŒsse empfahl bei dieser Gelegenheit John Melcher, Direktor des 911-Notrufnetzes von Greater Harris County in Texas. Um die Dringlichkeit der Forderung zu unterstreichen, schilderte der Beamte einen Vorfall, den eine Familie aus Houston erleben musste. Nachdem Vater und Mutter von Einbrechern angeschossen worden waren, versuchte die Tochter ĂŒber 911 Hilfe zu rufen, erhielt ĂŒber den VoIP-Anschluss aber nur die Auskunft einer automatischen Ansage, dass Notrufe ĂŒber diesen Anschluss nicht möglich seien.

Melcher empfahl dringend, die notwendigen Investitionen ins Notrufsystem zu tÀtigen. "Genau die Technologie, die uns jetzt vor Probleme stellt, kann unser System entscheidend verbessern." Das kostet allerdings Geld, das den Notrufzentralen ausgeht, wenn mehr und mehr Anbieter als VoIP-Anbieter national und nicht mehr von den Bundesstaaten reguliert werden. (Monika Ermert) / (anw [3])


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https://www.heise.de/-145324

Links in diesem Artikel:
[1] http://energycommerce.house.gov/107/subcommittees/Telecommunications_and_the_Internet.htm
[2] https://www.heise.de/news/FCC-befreit-VoIP-Dienstleister-von-bundesstaatlicher-Regulation-114207.html
[3] mailto:anw@heise.de