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Verpflichtung zur Breitband-Versorgung "ist vom Tisch"

Volker Briegleb

Die Koalition kann sich nicht auf den Vorschlag der Union verstÀndigen, die Provider im Rahmen der TKG-Novelle zu einer flÀchendeckenden Breitbandversorgung zu verpflichten. Das Vorhaben ist laut FDP "vom Tisch".

Die PlĂ€ne [1] der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, mit der anstehenden Novellierung des Telekommunikationsgesetzes (TKG) eine Universaldienstverpflichtung fĂŒr BreitbandzugĂ€nge einzufĂŒhren, sind offenbar Makulatur. Zwar sind die GesprĂ€che der Fraktionsexperten noch nicht abgeschlossen, doch ist der Fall fĂŒr die zustĂ€ndige FDP-Bundestagsabgeordnete Claudia Bögel erledigt. "Das Thema ist vom Tisch", sagte die Liberale am Dienstag gegenĂŒber heise online. Von einer Entscheidung will die Unionsfraktion zwar nicht sprechen, eine Sprecherin bezeichnete die Angelegenheit allerdings als weitgehend geklĂ€rt.

In abschließenden GesprĂ€chen am kommenden Montag sollen noch Detailfragen geklĂ€rt werden. Damit wĂ€re die Union mit ihrem Vorstoß fĂŒr einen Universaldienst gescheitert. Die CDU/CSU hatte sich dafĂŒr ausgesprochen, die Internetwirtschaft mit dem neuen TKG dazu zu verpflichten, allen BĂŒrgern einen leistungsfĂ€higen Breitbandzugang zu ermöglichen. Dazu sollte die Universaldienstverpflichtung, wie sie etwa fĂŒr Strom-, Wasser- und Telefonanschluss gilt, auf den Breitbanddienst ausgeweitet werden. Die GrĂŒnen befĂŒrworten [2] das Vorhaben prinzipiell und hatten in der vergangenen Woche eine Machbarkeitsstudie [3] fĂŒr den Breitband-Universaldienst vorgelegt.

Die Union war mit ihren PlĂ€nen allerdings auf erbitterten Widerstand bei ihrem Koalitionspartner gestoßen. Die FDP macht sich fĂŒr eine Marktlösung stark: Die Internetwirtschaft sollte Netzausbau und Breitbandversorgung in freiem Wettbewerb und ohne staatlichen Eingriff bewerkstelligen können. Damit liegen die Liberalen auf der Linie der betroffenen Internetwirtschaft, die gegen den Universaldienst Sturm gelaufen [4] waren. Branchenvertreter hatten vor einem "schweren Eingriff [5]" in die Marktwirtschaft gewarnt und damit gedroht, Investitionen in die Netze zurĂŒckzufahren.

Der Bundesverband Breitbandkommunikation (Breko [6]) zeigte sich am Dienstag erleichtert, dass die Koalition auf die EinfĂŒhrung des Breitband-Universaldienstes verzichten wollen. "Wir begrĂŒĂŸen es sehr, wenn die Koalition hier einen klaren ordnungspolitischen Kurs fĂ€hrt und sich die Fachpolitiker letztlich den dringenden Argumenten der gesamten Branche gegen einen Breitband-Universaldienst nicht verschließen", erklĂ€rte Breko-PrĂ€sident Ralf Kleint. "Gerade die vielen regionalen Netzbetreiber, die bei einem Universaldienst ausgebootet worden wĂ€ren, haben dieses Vertrauen verdient und werden es auch in Zukunft rechtfertigen." (vbr [7])


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https://www.heise.de/-1354323

Links in diesem Artikel:
[1] https://www.heise.de/news/Schwarz-und-Gruen-streiten-ueber-Breitband-fuer-alle-1222457.html
[2] https://www.heise.de/news/Gruene-fordern-Breitband-fuer-alle-1172998.html
[3] https://www.heise.de/news/Studie-Breitband-fuer-alle-ist-machbar-1351104.html
[4] https://www.heise.de/news/Wirtschaft-gegen-Auflagen-fuer-Breitband-fuer-alle-1344479.html
[5] https://www.heise.de/news/Disput-um-schnelles-Breitband-fuer-alle-1230026.html
[6] http://www.brekoverband.de
[7] mailto:vbr@heise.de