Verizon setzt auf Android-Tablets
Der Chef des zweitgrößten US-Mobilfunkdienstes, Ivan Seidenberg, stellte in seiner Keynote auf der Consumer Electronics Show in Las Vegas klar, wie wichtig die schnelle Einführung von Multimedia-Computern und Smartphones ist, die im neuen Breitband-Standard LTE arbeiten.
Der US-amerikanische Mobilfunkprovider Verizon [1] greift zusammen mit Motorola [2] und Google [3] den IT-Konzern Apple [4] in seiner Rolle als Tablet-Vorreiter an. Der Chef des zweitgrößten US-Mobilfunkdienstes, Ivan Seidenberg, stellte in seiner Keynote auf der Consumer Electronics Show in Las Vegas klar, wie wichtig die schnelle Einführung von Multimedia-Computern und Smartphones ist, die im neuen Breitband-Standard LTE arbeiten. Zusammen mit Google und Motorola kündigte Seidenberg einen sehr ehrgeizigen Zeitplan für den Marktstart von Tablet-Computern mit der Android-3-Version Honeycomb an.
Das lange erwartete iPhone blieb Verizon schuldig: Obwohl der größte CDMA-Provider schon seit längerem iPads von Apple mit passendem Datennutzungsvertrag vertreibt, können sich iPhone-Kunden in den USA nach wie vor ihren Provider nicht aussuchen. AT&T ist der einzige Mobildienst für iPhones, daher stellt Apple bisher nur Telefone mit GSM-Funk her, aber keine Geräte für den konkurrierenden CDMA-Standard.
Dafür zeigte Motorola-Mobiles-Chef Sanjay Jha das 10-Zoll-Tablet Xoom [5], den ersten Flach-Computer mit Googles Android-Version Honeycomb. Die Vorführung überließ Jha allerdings einem Google-Mitarbeiter, der besonders die Multitasking-Fähigkeit und den schnellen Wechsel zwischen Anwendungen betonte.
Das Grundmenü des für das Tablet-Format optimierten Android 3.0 sieht einem Desktop sehr viel ähnlicher als einem Smartphone. Auch der vorinstallierte Browser erinnert stark an das Surfen auf dem PC, mit einer Tab-Leiste am oberen Rand und voller Flash-Unterstützung. Neu gestaltete Clients für Youtube und Google Talk Video nutzen die Bildschirmgröße und -auflösung von 1280 × 800 Pixeln optimal aus.
(Bild: Erich Bonnert)
Noch in Februar soll eine 3G-Version des Xoom bei Verizon erhältlich sein, die ab dem zweiten Quartal auf 4G nachgerüstet werden kann. Verizon-Chef Seidenberg hob den schnellen Ausbau des LTE-Netzes hervor. Derzeit soll der schnelle Breitbandfunk bereits ein Drittel aller US-Haushalte erreichen; in einem Jahr sollen es doppelt so viele sein.
Gleichzeitig will Verizon ein komplettes Ökosystem rund um den Breitbanddienst aus dem Boden stampfen. LTE-Zugänge sollen außer in Handy und Computer in zahlreiche Embedded-Systeme eingebaut werden. Erste Beispiele sind der Bordcomputer in Buick Lacrosse und mehrere medizinische Geräte. Gebäude-Steuersysteme und Alarmanlagen sollen bald dazu kommen.
Verizon hat außerdem einen Venture-Investmentfonds für Firmen angelegt, die LTE-Applikationen entwickeln. Ein eigenes Apps Innovation Center in San Francisco nimmt in Kürze die Arbeit auf. Das Entwicklungszentrum soll LTE-spezifische APIs entwickeln und externe Software-Ingenieure unterstützen. Jeff Bewkes, der Chef des Medienunternehmens Time Warner [6], kündigte eine breite Palette von TV-Angeboten an, die über Verizons faseroptisches Netz Fios und das LTE-Netz auf Geräten aller Art empfangen werden können. (anw [7])
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[6] http://www.timewarner.com
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