VerbraucherverbÀnde: Mobilfunkbetreiber senken Roaming-Preise nicht
BEUC, der Dachverband der Verbraucherorganisationen in der EU, fordert einen Roaming-Höchstpreis von 33 Cent pro Minute.
Das mobile Telefonieren im Ausland (Roaming) ist trotz einer von der EU-Kommission angedrohten Verordnung zur Preisbegrenzung [1] immer noch nicht billiger geworden. Dies erklĂ€rte [2] (PDF-Datei) der Direktor des Dachverbandes der EU-Verbraucherorganisationen (BEUC [3]), Jim Murray, heute in BrĂŒssel. Der Verband forderte einen Roaming-Höchstpreis von 33 Cent pro Minute. Die tatsĂ€chlichen Kosten der Anbieter seien oft deutlich niedriger. Heute zahlen die Handy-Kunden beim Telefonieren im Ausland nach Angaben der EU-Kommission durchschnittlich 1,15 Euro pro Minute.
In einer Studie des BEUC heiĂt es, die Mobilfunkbetreiber operierten zwar mit vielen "BĂŒndel-Angeboten" und TarifplĂ€nen aller Art. Diese seien "sehr komplex, schwer zu benutzen und ohne nachvollziehbare Auswirkungen auf die Gesamtkosten". Sie dienten offensichtlich lediglich der Vernebelung. Die Tarife seien, gerade was das Telefonieren im Ausland angehe, sehr unĂŒbersichtlich. Vor allem gebe es oft keine Unterschiede beispielsweise zwischen dem Telefonieren aus dem Ausland nach Hause, dem Telefonieren innerhalb eines auslĂ€ndischen Staates oder zwischen zwei Staaten.
Die EU-Kommission hatte im Juli vergangenen Jahres den Entwurf einer Verordnung zur Begrenzung der Roaming-Kosten vorgelegt [4]. Diese Verordnung soll nach bisherigen Planungen noch unter der deutschen EU-RatsprĂ€sidentschaft bis Ende Juni verabschiedet werden. Die Kommission will unter anderem, dass der Endkundenpreis nicht mehr als 30 Prozent ĂŒber dem GroĂkundenpreis liegen darf. Von den hohen Roaming-Tarifen sind der Kommission zufolge 110 Millionen GeschĂ€ftskunden und 37 Millionen Touristen betroffen. Die Kosten fĂŒr einen Roaming-Anruf lĂ€gen fĂŒnfmal höher als die tatsĂ€chlichen Kosten und viermal höher als die Inlandstarife. Die Kommission begrĂŒndet das beabsichtigte Eingreifen in den Roaming-Markt damit, die Tarife stellten vor allem fĂŒr mittlere Unternehmen "einen erheblichen Kostenfaktor" dar.
Der EU-Verbraucherverband BEUC bezeichnete die Argumentation der Betreiber, die GeschĂ€ftskunden seien zum Roaming gezwungen und wĂŒrden bei niedrigeren Endpreisen auch nicht mehr als bisher telefonieren, als "bizarr". Dies erklĂ€re zwar "exorbitante" Preise, sei aber falsch: Nicht nur GeschĂ€ftskunden, vor allem Touristen wĂŒrden wesentlich mehr im Ausland mobil telefonieren, wenn das nicht so teuer wĂ€re. Der Verband kam bei der PrĂŒfung der Handy-Rechnungen von 29 Europa-Abgeordneten zu dem Ergebnis, dass jeder Parlamentarier bei Begrenzung der Roaming-Kosten im Durchschnitt 1159 Euro pro Monat sparen wĂŒrde. (dpa) / (anw [5])
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[1] https://www.heise.de/news/EU-Kommissarin-kuendigt-Obergrenze-fuer-Roaming-Gebuehren-an-141137.html
[2] http://docshare.beuc.org/Common/GetFile.asp?ID=22322&mfd=off&LogonName=Guesten
[3] http://www.beuc.org
[4] https://www.heise.de/news/EU-Kommission-will-Roamingkosten-um-bis-zu-70-Prozent-senken-141030.html
[5] mailto:anw@heise.de
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