zurück zum Artikel

VW Golf BlueMotion als Studie in Paris

Martin Franz

Der neue VW Golf BlueMotion soll mit 3,2 Litern im NEFZ auskommen. Auf der Messe in Paris steht er noch als Studie, in den Handel kommt der 110-PS-Diesel erst Mitte 2013.

Wolfsburg/Paris, 2. Oktober 2012 – Mit seinen 86 g/km bzw. 3,3 l/100 km im NEFZ war der VW Polo BlueMotion bislang nicht nur der sparsamste VW, sondern auch eines der genügsamsten Autos überhaupt. Nun bekommt er Konkurrenz, denn der neue VW Golf BlueMotion soll ihn beim Verbrauch unterbieten. VW zeigt ihn als seriennahe Studie auf dem Pariser Autosalon [1], der noch bis zum 14. Oktober geöffnet hat.

Um das ambitionierte Verbrauchsziel von 3,2 l/100 km im NEFZ zu ermöglichen, setzt Volkswagen einen neu entwickelten 1,6-Liter-Turbodiesel-Direkteinspritzer ein. Der Vierventil-Vierzylinder bietet zwischen 1500 und 2750/min ein Drehmoment von 250 Nm. Die Leistung von 110 PS soll reichen, um den Kompakten auf bis zu 202 km/h zu beschleunigen. Geschaltet wird über ein lang übersetztes Fünfgang-Getriebe. Mit einer Füllung des 50-Liter-Tank soll eine theoretische Reichweite von 1562 Kilometern möglich sein.

VW Golf BlueMotion als Studie in Paris (0 Bilder) [2]

[3]

Zur Verbrauchsreduzierung gibt es eine Start-Stopp-Automatik und Rekuperation. Außerdem sollen die Reduktion der inneren Reibung, Thermomanagement-System mit einer verkürzten Warmlaufphase, zweistufige Ölpumpe, schaltbare Wasserpumpe und ein wassergekühlter Ladeluftkühler zur Verbrauchs- und Emissionsreduzierung beitragen. Volkswagen baut einen NOx-Speicherkat ein, lässt derzeit aber noch offen, ob diese Variante von Anfang an die Euro-6-Norm einhält, die für neu homologierte Fahrzeuge ab dem 1. September 2014 Pflicht wird.

Gegenüber dem Vorgänger wurde der Luftwiderstand um zehn Prozent gesenkt. Der cW-Wert liegt nun bei 0,27. Im Vergleich zu den anderen Golf-Modellen wurde die Aerodynamik des BlueMotion verbessert, unter anderem durch eine 15-Millimeter-Tieferlegung, Dachkantenspoiler, optimierte Kühlluftführung, Unterbodenverkleidungen, optimierte Bremsenkühlkanäle und Spoiler an der C-Säule. Außerdem werden die Felgen mit besonders rollwiderstandsarmen Reifen bezogen. Der Golf BlueMotion wird ausschließlich auf 15- und 16-Zoll-Rädern rollen.

Bislang wurde der sparsamste Golf nur als BlueMotion-Version angeboten. Das ändert sich mit dem neuen Modell, das in den zwei Ausstattungsvarianten Trendline und Comfortline zu haben sein wird. Was diese kosten werden, steht noch nicht fest. Zur Orientierung: Der ähnlich kräftige VW Golf 1.6 TDI mit 105 PS ist derzeit nicht unter 20.725 Euro zu haben und mit 3,8 l/100 km im NEFZ auch kein Säufer.

Ganz nebenbei wird VW beim Golf BlueMotion wahrscheinlich auf die Tricks vom Polo BlueMotion [4] verzichten. Letzteren gibt es in zwei identischen Versionen, wobei die Variante „87g“ nur mit einigen wenigen Extras zu haben ist, um das Gewicht nicht über einen bestimmten Wert steigen zu lassen. So rutscht das Auto in eine günstigere Schwungmassenklasse, was bei der Feststellung des Verbrauchs im NEFZ einen kleinen Unterschied macht. Für die Version „89g“ ist dagegen alles lieferbar, was die Ausstattungsliste hergibt. (mfz [5])


URL dieses Artikels:
https://www.heise.de/-1722111

Links in diesem Artikel:
[1] https://www.heise.de/news/Pariser-Autosalon-2012-Die-deutschen-Beitraege-1719324.html
[2] https://www.heise.de/bilderstrecke/4734588.html?back=1722111;back=1722111
[3] https://www.heise.de/bilderstrecke/4734588.html?back=1722111;back=1722111
[4] https://www.heise.de/news/VW-Polo-BlueMotion-Auf-Sparkurs-im-Fuenfsitzer-1094597.html
[5] mailto:mfz@heise.de