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VDO-Abspaltung von Siemens verzögert sich

Es mĂŒssten noch steuerlich hochkomplexe Angelegenheiten geklĂ€rt werden, heißt es in MĂŒnchen. Die Verzögerungen hĂ€tten jedoch keinen Einfluss auf die weitere Planung des Teil-Börsengangs des Automobilzulieferers.

Der krisengeschĂŒttelte [1] Elektrokonzern Siemens muss nach den Verzögerungen beim Joint Venture mit Nokia [2] nun auch die Ausgliederung des Automobilzulieferers VDO [3] verschieben. Statt wie bisher vorgesehen zum 1. Mai solle die Abspaltung des GeschĂ€ftsfeldes zum 1. Juni erfolgen, sagte ein Unternehmenssprecher am Mittwochabend und bestĂ€tigte damit einen Bericht der SĂŒddeutschen Zeitung (SZ). Grund seien steuerliche Angelegenheiten. Die Verzögerungen hĂ€tten jedoch keinen Einfluss auf die weitere Planung des Teil-Börsengangs von VDO. "Daran wird weiter mit Hochdruck gearbeitet", sagte der Sprecher.

Siemens sei auch wegen Verzögerungen bei den GesprĂ€chen zwischen Management und Arbeitnehmervertretern gezwungen gewesen, den Zeitplan fĂŒr die VDO-Ausgliederung aufzugeben, heißt es in der SĂŒddeutschen. Dies wies der Siemens-Sprecher jedoch zurĂŒck. "Die GrĂŒnde stimmen nicht", sagte er. Die Abspaltung des GeschĂ€ftsbereichs lasse sich theoretisch auch ohne die Zustimmung der Arbeitnehmervertreter durchfĂŒhren. Es gehe vielmehr darum, dass VDO bisher noch stark mit dem Konzern verwoben sei und "steuerlich hochkomplexe Angelegenheiten" geklĂ€rt werden mĂŒssten.

Der Siemens-Aufsichtsrat hatte Ende Januar entschieden [4], VDO als nicht zum Kernbereich zĂ€hlende Sparte wieder aus der Siemens AG auszugliedern und einen Teil-Börsengang vorzubereiten. Siemens strebt nach bisherigen Angaben einen Verkauf von bis zu 49 Prozent des GeschĂ€ftsbereichs ĂŒber die Börse an. Auch ein Verkauf des GeschĂ€ftsfeldes sei aber offenbar noch nicht vom Tisch, hieß es in dem Bericht.

Erst kĂŒrzlich hatte die IG Metall angesichts der Skandalserie bei Siemens um schwarze Kassen und dubiose Zahlungen an den frĂŒheren Siemens-Betriebsrat Wilhelm Schelsky eine Atempause beim Konzernumbau gefordert und dabei ausdrĂŒcklich auf VDO verwiesen. Konzernchef Klaus Kleinfeld sei nicht gut beraten, wenn er trotz aller Turbulenzen die Ausgliederung des Autozulieferers gegen den Widerstand der BeschĂ€ftigten vorantreibe, hatte der bayerische IG-Metall-Chef Werner Neugebauer erklĂ€rt [5]. Mit diesen Forderungen und mit der SchmiergeldaffĂ€re generell stĂŒnden die Verzögerungen aber in keinerlei Zusammenhang, sagte der Siemens-Sprecher. Wegen der AffĂ€re um schwarze Kassen war das Joint Venture von Nokia und Siemens in der TelekomausrĂŒstung mit VerspĂ€tung an den Start gegangen. (dpa) / (pmz [6])


URL dieses Artikels:
https://www.heise.de/-166396

Links in diesem Artikel:
[1] https://www.heise.de/news/Bericht-Cromme-will-den-Vorsitz-im-Siemens-Aufsichtsrat-nicht-166372.html
[2] https://www.heise.de/news/Schlechter-Start-fuer-Nokia-Siemens-Networks-163982.html
[3] http://www.siemensvdo.de/home
[4] https://www.heise.de/news/EU-Bussgeld-belastet-Siemens-Bilanz-138346.html
[5] https://www.heise.de/news/Korruptionsaffaere-IG-Metall-droht-Siemens-162690.html
[6] mailto:pmz@ct.de