zurück zum Artikel

Unterwegs im neuen Ford B-Max mit 120 PS

rhi

Auf dem Genfer Autosalon 2012 gehörte er zu den Stars: Der neue Ford B-Max verspricht viel Platz auf wenig Fläche – eine Kombination, die gerade in engen Großstädten Konjunktur hat. Wir waren mit dem kleinen Van unterwegs

München, 22. August 2012 – Auf dem Genfer Autosalon 2012 [1] gehörte er zu den Stars: Der neue Ford B-Max verspricht viel Platz auf wenig Fläche – eine Kombination, die gerade in engen Großstädten Konjunktur hat. Wir waren mit dem kleinen Van unterwegs.

Mit 4,08 Meter ist der B-Max sieben Zentimeter länger als sein Vorgänger Fusion [2]. Doch anders als dieser sieht der B-Max eindeutig nach Mini-Van aus. Sein Design wirkt zweckmäßig, aber nicht ohne Pfiff. Deutlich erkennbar ist die optische Verwandtschaft zu den größeren Van-Brüdern, insbesondere dem Ford C-Max [3]. Die Frontpartie gibt hingegen bereits Hinweise auf das kommende Facelift des Fiesta, der die Basis für den B-Max liefert. Beide teilen sich den Radstand von 2,49 Meter.

Unterwegs im neuen Ford B-Max mit 120 PS (0 Bilder) [4]

[5]

Instinktiv geht der erste Griff zu den hinteren Schiebetüren. Etwas Kraft ist für ihre Öffnung nötig, zierliche Personen könnten hiermit Schwierigkeiten haben. Ein Blick auf die Tür klärt auf, woher das Gewicht kommt. Die B-Säule wandert in Form von Verstärkungen in die vier seitlichen Portale des B-Max. Am deutlichsten zeigt sich das vorne, die Türen sind eine Handbreit dick. Doch das Ergebnis des technischen Aufwands kann sich sehen lassen: ein barrierefreier Einstieg von 1,50 Meter Breite. Besonders Eltern, die oft Kindersitze einbauen, werden ihre Freude am B-Max haben. Auch Möbelhaus-Fans können sich die Hände reiben: Dank serienmäßig umklappbarem Beifahrersitz ist eine bis zu 2,35 Meter lange Ladefläche möglich.

Bei eingelegtem Kofferraumboden ergibt sich nach dem Umlegen ebenfalls eine ebene Fläche. Zwischen 304 und 1386 Liter passen in den B-Max hinein. Zwar liegt er damit deutlich unter den 400 bis 1500 Liter eines Opel Meriva [6], der ist aber auch 20 Zentimeter länger. Schon deswegen verdient sich der B-Max ein Lob für seinen Nutzwert, zumal das Platzangebot im Fond mehr als ausreichend ist. Auch bei vielen Details haben die Ford-Entwickler nachgedacht: Die Heckklappe wird mit einem stabilen Innengriff zugezogen, an den Lehnen der Vordersitze befinden sich Taschenhaken und eine Ausformung an den Außenkanten der Fondsitze bietet ein Netz plus Getränkehalter.

Fahrer und Beifahrer nehmen auf gut ausgeformten Sitzen mit integrierter Gurtaufnahme Platz, zu beiden Seiten ist viel Luft für die Arme. Noch mehr Komfort bietet der Fahrersitz mit Lendenwirbelstütze und Armlehne rechts, den Ford gegen Aufpreis installiert. Angenehm ist auch die Kopffreiheit, die selbst mit dem Panoramadach langen Kerls genug Raum über dem Scheitel lässt. Für das Glasdach verlangt Ford 650 Euro Aufpreis. Öffnen lässt es sich leider nicht.

Ganz frei von funktionalen Schwächen ist der B-Max indes nicht: Die Sitzlehnen können nur relativ grob per Hebel verstellt werden und die Türöffner in den vorderen Türen sind aus billigem Kunststoff. Zudem bilden die seitlichen Portale eine sehr breite und recht weit vorn stehende „Ersatz-B-Säule“, die beim Schulterblick hinderlich ist. Generell gehört der B-Max aber zu den übersichtlicheren Autos auf dem Markt. Viel Eingewöhnung benötigen dagegen die kleinen Tasten des Audiosystems, ein von anderen Ford-Modellen bekanntes Problem. Mit maximal 4,2 Zoll fällt der dazugehörige Bildschirm sehr klein aus, was im Fall der Rückfahrkamera stört.

Unterwegs waren wir mit dem stärksten Benziner der B-Max-Palette: Es handelt sich um den aufgeladenen Ecoboost-Dreizylinder mit einem Liter Hubraum und 120 PS, der auch beim „Engine of the Year 2012 [7]“ abgeräumt hat. Ergänzt wird die Palette durch den schwächeren Ecoboost-Motor mit 100 PS. Beide Maschinen wird auch der Fiesta bekommen, der noch in diesem Jahr in überarbeiteter Form [8] zu den Händlern kommen soll. Weitere Benziner sind ein 1,4-Liter-Sauger mit 90 PS sowie ein 1,6-Liter mit 105 PS und Sechsgang-Doppelkupplungsgetriebe. Diesel-Fans haben die Wahl zwischen zwei Motoren mit 75 und 95 PS.

Zurück zum starken Dreizylinder [9]: Er begeistert mit einem flotten Antritt, der von sonorem, aber nicht unangenehmen Dreizylinder-Klang untermalt wird. Je nach Geschmack wird die Tonlage als sportlich oder beruhigend empfunden, doch nie als aufdringlich. Die nackten Zahlen bestätigen den muskulösen Eindruck: In einem breiten Bereich zwischen 1400 und 4500 Umdrehungen stehen bis zu 200 Nm maximales Drehmoment bereit.

Leider spendiert Ford dem starken B-Max nur fünf Gänge. Sie gleiten auf kurzen exakten Wegen durch die Gassen. Wirklich unangenehm laut wird der 120-PS-Motor erst bei rund 160 km/h, allerdings dominieren dann schon die Windgeräusche. Trotzdem würden wir uns einen sechsten Gang wünschen, der auch beim Kraftstoff sparen helfen könnte. Apropos Ökonomie: Die beiden Ecoboost-Motoren haben serienmäßig ein Start-Stopp-System an Bord, hinzu kommt eine Schaltanzeige mit einem winzigen Pfeil als Hinweis.

Ein Kompliment geht an die Ford-Techniker für die hervorragende Federung. Sie bietet einen nahezu perfekten Kompromiss aus straffer und komfortabeler Abstimmung, der höhere Aufbau des B-Max ist nur minimal spürbar. Prima ist auch die exakt ansprechende Lenkung, mit dem sich der Minivan fein um die Ecke zirkeln lässt. Lediglich auf der Autobahn kann es vorkommen, dass die Lenkung einigen Fahrern zu direkt anspricht.

Der B-Max kostet mindestens 15.950 Euro, der 120-PS-Ecoboost beginnt bei 18.350 Euro, bietet dann aber schon die bessere Trend-Ausstattung. Dennoch ist selbst hier keine Klimaanlage serienmäßig, sie kostet 1140 Euro Aufpreis. Macht 19.490 Euro, weshalb gleich der Griff zur nächsthöheren Linie namens Titanium Sinn macht. Hier ist für 20.350 Euro nicht nur die Klimaanlage inklusive, sondern auch der Fahrersitz mit Armlehne, ein Tempomat, Nebelscheinwerfer und 16-Zoll-Leichtmetallräder. Empfehlung für Sparfüchse: Der ebenfalls recht kräftige Ecoboost-Benziner mit 100 PS kostet jeweils 1000 Euro weniger.

Beim Thema Radio leistet sich Ford einen echten Fauxpas. In keiner Ausstattungslinie ist ein Radio serienmäßig, ab Trend kostet es einzeln heftige 1200 Euro, für den Titanium sogar 1475 Euro. Da lohnt sich der Griff zum „Cool&Sound-Paket“, das je nach Ausstattung zwischen 1200 und 1550 Euro kostet. Doch auch wenn Ford den Kunden damit ein kleines Stück entgegenkommt: Zumindest ein einfaches CD-Radio sollte ab der mittleren Ausstattung dazu gehören oder gegen einen geringen Aufpreis zu haben sein. Denn die Zeiten, wo man dank eines DIN-Schachts preiswert und gut nachrüsten konnte, sind auch bei Ford lange vorbei. Anders ausgedrückt: Der Kunde hat ohnehin keine Wahl, was angesichts der verlangten Aufpreise schlicht eine Frechheit ist.

Modell Ford B-Max 1.0 EcoBoost 120 PS
Motorart Benziner mit Direkteinspritzung und Turbolader
Zylinder 3
Ventile pro Zylinder 4
Hubraum in ccm 999
Leistung in PS 120
Leistung in kW 88
bei U/min 6.000
Drehmoment in Nm 200
bei U/min 1.400-4.500
Antrieb Frontantrieb
Gänge 5
Getriebe Schaltgetriebe
Radaufhängung vorn McPherson
Radaufhängung hinten Verbundlenker
Bremsen vorn Scheiben
Bremsen hinten Trommeln
Wendekreis in m 10,45
Räder, Reifen vorn 195/60 R15
Räder, Reifen hinten 195/60 R15
Lenkung elektromechanische Servolenkung
Länge in mm 4.077
Breite in mm 1.751
Höhe in mm 1.604
Radstand in mm 2.489
Leergewicht in kg nach EU inklusive 68 kg Fahrer und 7 kg Gepäck 1.279
Zuladung in kg 481
Kofferraumvolumen in Liter 304
Maximales Kofferraumvolumen in Liter 1.386
Anhängelast, gebremst in kg 750
Tankinhalt in Liter 48
Kraftstoffart Super
Höchstgeschwindigkeit in km/h 189
Beschleunigung 0-100 km/h in Sekunden 11,2
EG-Gesamtverbrauch in Liter/100 km 4,9
EG-Verbrauch innerorts in Liter/100 km 6,0
EG-Verbrauch auĂźerorts in Liter/100 km 4,2
CO2-Emission in g/km 114
Schadstoffklasse Euro 5
Garantie 2 Jahre
Autonews Datenblatt-ID 32801
Anhängevorrichtung 375
Grundpreis 18.350
Sitzheizung vorne 225
Notbremsassistent 350
Einparkhilfe hinten 390 (im Paket)
Navigationssystem Option (ab FrĂĽhjahr 2013)
Leichtmetallfelgen ab 600
Manuelle Klimaanlage 1.140
ASR Serie
Titanium 20.350
Individual 21.650
Währung Euro
Schiebedach 650 (festes Panoramadach)
Modell Ford B-Max 1.0 EcoBoost Trend
elektr. verstellbare AuĂźenspiegel Serie (inkl. Heizung)
Zentralverriegelung mit Fernbed. Serie
Tempomat 190
Kopfairbags vorn Serie
Klimaautomatik 1.950 (im Paket)
elektr. Fensterheber hinten Serie
Titanium 20.350
Individual 21.650
CD-Player 1.200
Sitzheizung vorne 225
Notbremsassistent 350
Einparkhilfe hinten 390 (im Paket)
Nebelscheinwerfer 220 (im Paket)
Metallic-Lackierung 565
Kopfairbags hinten Serie
Sitzheizung vorne 225
Notbremsassistent 350
Einparkhilfe hinten 390 (im Paket)

(imp)


URL dieses Artikels:
https://www.heise.de/-1672220

Links in diesem Artikel:
[1] https://www.heise.de/news/Neuvorstellungen-auf-dem-Genfer-Automobilsalon-1464986.html
[2] https://www.heise.de/news/No-Nonsens-Ford-Fusion-als-Gebrauchtwagen-1478848.html
[3] https://www.heise.de/news/Ford-Grand-C-Max-Unterwegs-mit-dem-163-PS-starken-Diesel-1196307.html
[4] https://www.heise.de/bilderstrecke/4733805.html?back=1672220;back=1672220
[5] https://www.heise.de/bilderstrecke/4733805.html?back=1672220;back=1672220
[6] https://www.heise.de/news/Opel-Meriva-1-7-CDTI-neuer-Top-Diesel-im-Fahrbericht-1082765.html
[7] https://www.heise.de/news/Alle-Jahre-wieder-Engine-of-the-Year-2012-1617621.html
[8] https://www.heise.de/news/Ford-Fiesta-Mit-dem-Facelift-kommt-ein-Dreizylinder-1425233.html
[9] https://www.heise.de/news/Energieriegel-Der-1-0-Liter-Ecoboost-Motor-von-Ford-1436879.html