Unternehmen investieren 730 Milliarden Mark in UMTS
Die Startpositionen sind eingenommen, aber das Rennen hat noch nicht begonnen; entscheidend ist jetzt das richtige GeschÀftsmodell.
In Deutschland werden Unternehmen laut einer Studie des Telecom-AusrĂŒsters Ericsson [1] in den kommenden Jahren rund 730 Milliarden Mark in die dritte Generation des Mobilfunks investieren. Neben den 230 Milliarden Kosten fĂŒr UMTS-Lizenzen [2], Infrastruktur und Marketing, die allein bei den Netzbetreibern anfallen, rechnet Ericsson mit weiteren 500 Milliarden Mark, die von Banken, Anbietern neuer Dienste und anderen Unternehmen in UMTS und das mobile Internet investiert wĂŒrden.
"Wer eine UMTS-Lizenz hat, ist in der Pole-Position, aber das Rennen hat noch nicht angefangen", sagt Andreas Wild, GeschĂ€ftsfĂŒhrer der Beratungstochter Ericsson Consulting. Entscheidend sei jetzt das richtige GeschĂ€ftsmodell. Die Befragung der rund 400 Unternehmen habe ergeben, dass nahezu 90 Prozent der Firmen noch nicht ausreichend auf das mobile Internet vorbereitet seien. Nach Wilds EinschĂ€tzung wird die SprachĂŒbertragung in Zukunft weniger als ein Drittel des GeschĂ€fts ausmachen, der Rest entfalle auf Dienste zur Ăbertragung von Daten wie zum Beispiel Spielen, Bildern und Informationen. SpĂ€testens 2003 werde es mehr mobile Internet-Nutzer geben, als solche, die von ihrem PC zu Hause durch das weltweite Datennetz surfen.
Ericsson komme als AusrĂŒster der UMTS-Netze auf einen Weltmarktanteil von 60 Prozent, sagte Wild. FĂŒr den deutschen Netzbetreiber MobilCom sei Ericsson zum gegenwĂ€rtigen Zeitpunkt der einzige Infrastruktur-Lieferant [3], fĂŒr das D2-Netz habe man zusammen mit Siemens [4] den Zuschlag erhalten.
Wenig erfolgreich sei das Handy-GeschĂ€ft von Ericsson verlaufen: Bei hohen Verlusten habe man nur noch 20 Prozent des Umsatzes mit Mobiltelefonen erwirtschaftet. Nachdem man vor fĂŒnf Jahren in Deutschland noch MarktfĂŒhrer gewesen sei, liege der Marktanteil jetzt nur noch bei einem Prozent. Ericsson hatte vor wenigen Wochen beschlossen, die Handy-Produktion aus KostengrĂŒnden auszulagern [5]. (pmz [6])
URL dieses Artikels:
https://www.heise.de/-38082
Links in diesem Artikel:
[1] http://www.ericsson.com
[2] https://www.heise.de/news/Der-Fluch-der-UMTS-Lizenzen-36765.html
[3] https://www.heise.de/news/MobilCom-will-bei-UMTS-die-Nase-vorn-haben-31825.html
[4] https://www.heise.de/news/D2-Zwei-Milliarden-Mark-fuer-UMTS-Hardware-29660.html
[5] https://www.heise.de/news/Ericsson-gibt-komplette-Handy-Produktion-ab-33326.html
[6] mailto:pmz@ct.de
Copyright © 2001 Heise Medien