Uber will Fahrdienst-GeschÀft in Deutschland nicht aufgeben
(Bild: dpa)
Erst lockte der Chef des Fahrdienstes Uber europĂ€ische StĂ€dte mit dem Versprechen zehntausender neuer Jobs. Jetzt zeigt sich Travis Kalanick auch kompromissbereit gegenĂŒber deutschen Behörden.
Der GrĂŒnder und Chef des umstrittenen US-amerikanischen Fahrdienst-Vermittlers Uber, Travis Kalanick, will trotz des massiven Gegenwinds in Deutschland weitermachen. Zwar mĂŒsse Uber wegen vielerorts noch laufender Gerichtsverfahren erst abwarten, welche Anforderungen der deutsche Gesetzgeber stelle, sagte Kalanick der Frankfurter Allgemeinen Zeitung [1]. "Aber wir werden unser GeschĂ€ft hier nicht aufgeben. Das wĂ€re auch nicht im Sinne unserer Kunden."
Kalanick hatte am Sonntag auf der Internet-Konferenz DLD in MĂŒnchen versucht [2], die Skeptiker in Europa mit dem Versprechen zehntausender neuer Jobs zu ĂŒberzeugen. Uber wolle verstĂ€rkt Partnerschaften mit EU-StĂ€dten schlieĂen, sagte er. Dadurch könnten schon in diesem Jahr rund 50.000 neue ArbeitsplĂ€tze entstehen.
Neubeginn im neuen Jahr
Kalanick bekrĂ€ftigte, auf die deutschen Behörden zugehen zu wollen. "Wir sind in vielen Punkten sicher kompromissbereit", sagte er. "Wir wollen Partnerschaften mit deutschen StĂ€dten schlieĂen, um eine gemeinsame Vision zu entwickeln, wie MobilitĂ€t in Zukunft aussehen kann." Uber wolle "im neuen Jahr neu beginnen", erklĂ€rte der Uber-Chef. "Ein Teil davon ist, besser zu verstehen, wie Deutschland tickt."
Das Taxi-Gewerbe und Behörden werfen Uber unfairen Wettbewerb vor, weil das Startup aus San Francisco auch Dienste privater Fahrer vermittelt, die nicht die Auflagen des Personenbeförderungsgesetzes erfĂŒllen. Das Uber-Angebot wurde in mehreren Gerichtsverfahren deutlich eingeschrĂ€nkt [3]. Kalanick kontert, viele Regelungen seien veraltet und ĂŒberhaupt erst geschaffen worden, um das Taxi-Gewerbe zu schĂŒtzen. "Wir wollen uns an die Gesetze halten, die hier gelten. Und lĂ€ngerfristig hoffen, dass die Gesetze so modernisiert werden, dass wir weiter wachsen können", sagte er im "FAZ"-Interview. Unter anderem mĂŒsse es einfacher werden, als professioneller Fahrer zu arbeiten.
Der "glanzvolle Stern sinkt"
Die Taxibranche macht unterdessen weiter Front gegen Uber und kritisierte auch die indirekte Kooperation ihres Flotten-Lieferanten Daimler mit dem Fahrdienst-Vermittler. "Als Autobauer sollte sich Daimler klar fĂŒr die Fahrer ihrer Limousinen engagieren, statt eine unheilige Allianz gegen die Taxibranche zu knĂŒpfen", sagte Hermann Waldner, GeschĂ€ftsfĂŒhrer der Plattform Taxi.eu.
Wie vergangene Woche bekannt wurde, will der MĂŒnchner Mitfahr-Spezialist Carpooling, zu dessen Investoren Daimler gehört, auch in Deutschland mit Uber zusammenarbeiten. Ziel ist dabei, das Portal Mitfahrgelegenheit.de um weitere Angebote fĂŒr die erste und letzte Meile zu ergĂ€nzen. Damit sinke aber "Daimlers glanzvoller Stern" bei den Taxifahrern, hieĂ es aus dem Gewerbe. "Wer sich gemeinsam mit Uber engagiert, arbeitet gegen unsere Branche", sagte Ertan Ucar, Vorsitzender des Verbands Taxi Deutschland. (anw [4])
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[2] https://www.heise.de/news/DLD-Konferenz-Ist-es-nur-der-Anfang-2519549.html
[3] https://www.heise.de/news/Gerichte-bestaetigen-Uber-Verbot-in-Berlin-und-Hamburg-2404577.html
[4] mailto:anw@heise.de
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