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US-Verlegerverband macht Front gegen Google Print

Peter-Michael Ziegler

Die Association of American Publishers (AAP) hat eine Klage gegen Google wegen Copyright-Verletzungen im Zusammenhang mit dem Print Library Project eingereicht.

Der Suchmaschinen-Betreiber Google [1] sieht sich einer weiteren Klage wegen Copyright-Verletzungen im Zusammenhang mit dem Print Library Project ausgesetzt. Nachdem Ende September [2] schon die Autorenvereinigung Authors Guild eine Sammelklage wegen der Anfertigung und Verbreitung unautorisierter Buchkopien angestrengt hatte, will nun auch der US-Verlegerverband Association of American Publishers (AAP [3]) gerichtlich gegen Google vorgehen. Die AAP vertritt dabei die Verlage McGraw-Hill, die Pearson-Tochter Pearson Education, die Penguin Group, die Viacom-Tochter Simon & Schuster sowie John Wiley & Sons.

In der beim U.S. District Court in Manhattan eingereichten Klage fordert der Verlegerverband, dass Google untersagt wird, BĂŒcher ohne Zustimmung der Urheberrechte-Inhaber digital zu erfassen. Dem Gang vor Gericht waren lĂ€ngere Verhandlungen zwischen dem AAP-PrĂ€sidium und dem Google-Management vorausgegangen, die allerdings ohne Ergebnis blieben. Noch am Dienstag dieser Woche hatte Google-Chef Eric Schmidt in einem Leitartikel fĂŒr das Wall Street Journal [4] erneut die Linie seines Unternehmens unterstrichen und die EinwĂ€nde der Verleger als nicht zutreffend zurĂŒckgewiesen.

"Wir sind sowohl unterschiedlicher Meinung darĂŒber, was die rechtliche Bewertung einer Copyright-Verletzung angeht, als auch darĂŒber, was der eigentliche Sinn des Programms ist. Google Print kann den Wert jedes Urheberrechts auf Druckwerke steigern", formulierte Schmidt, was bei der AAP offenbar das Fass zum Überlaufen brachte: Nur einen Tag spĂ€ter forderte der Verband das New Yorker Gericht auf, die geplante Digitalisierung urheberrechtlich geschĂŒtzter BĂŒcher als Rechtsverletzung zu werten.

"Der Punkt ist, dass Google Millionen von Dollar mit dem geistigen Eigentum von Autoren und Verlegern machen will", erlĂ€uterte AAP-PrĂ€sidentin Patricia Schroeder. Zwar erkenne die AAP durchaus an, dass Suchmaschinen-Listings fĂŒr Autoren und Verlage hilfreich sein können, doch glaube man nicht, dass Google die Rechteinhaber finanziell angemessen beteiligen wird. Dorn im Auge ist den Verlegern zudem, dass sie nicht gefragt werden, welche BĂŒcher sie fĂŒr den Google-Index freigeben wollen, sondern dass sie nach den Vorstellungen von Google explizit erklĂ€ren mĂŒssen, welche Werke sie von den Listings ausgeschlossen sehen möchten.

Google hatte seine Buchsuche [5] erstmals auf der letztjĂ€hrigen Frankfurter Buchmesse [6] vorgestellt und im vergangenen Oktober gestartet. Verleger wurden eingeladen, die BĂŒcher von Autoren an den Suchriesen zu senden. Dieser scannt und indiziert sie und macht sie im Volltext durchsuchbar. Finanziert werden soll der Dienst ĂŒber kontextbezogene Werbung. Seit Dezember 2004 nimmt Google auch die BestĂ€nde der UniversitĂ€tsbibliotheken [7] von Stanford, Harvard und der University of Michigan in seinen Index auf. Seit dieser Woche [8] ist eine Betaversion von Google Print auch in acht europĂ€ischen LĂ€ndern, darunter Deutschland [9], im Internet erreichbar. (pmz [10])


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[1] http://www.google.de
[2] https://www.heise.de/news/Google-wegen-massiver-Copyright-Verletzungen-verklagt-131561.html
[3] http://www.publishers.org/
[4] http://www.wsj.com
[5] https://www.heise.de/news/Google-Gruender-stellen-in-Frankfurt-Google-Print-vor-107663.html
[6] http://www.buchmesse.de/de/portal.php
[7] https://www.heise.de/news/Google-nimmt-Bestaende-von-Universitaetsbibliotheken-in-Index-auf-121481.html
[8] https://www.heise.de/news/Europaeische-Ableger-von-Google-Print-gestartet-138855.html
[9] http://print.google.de/
[10] mailto:pmz@ct.de