US-Regulierer kritisiert massive Wettbewerbsverzerrungen bei Verkauf von T-Mobile USA
Die FCC bemängelt in einem nun vorgelegten Bericht unter anderem, dass die Übernahme von T-Mobile USA durch AT&T in so gut wie allen wichtigen US-Regionen den Wettbewerb verringern und damit höhere Preise für Verbraucher bedeuten könnte.
Die Einwände der US-Regulierer [1] gegen einen Verkauf [2] der Telekom-Tochter T-Mobile USA [3] an AT&T [4] gehen noch viel weiter als bisher bekannt. Die Telekommunikationsbehörde FCC veröffentlichte einen mehr als 100-seitigen Bericht [5], der das volle Ausmaß der Bedenken offenlegt. So kamen die FCC-Experten zu dem Schluss, dass der Milliarden-Deal in so gut wie allen wichtigen US-Regionen den Wettbewerb verringern und damit höhere Preise für Verbraucher bedeuten könnte. Außerdem fand die Behörde keine Belege dafür, dass mit der T-Mobile-Übernahme neue Jobs entstehen würden und Kunden ein besseres Netz bekämen.
AT&T und die Deutsche Telekom hatten die 39 Milliarden Dollar schwere Übernahme im März eingefädelt. Für beide geht es um viel: Die Telekom würde ein chronisches Problem loswerden, AT&T dringend benötigte neue Frequenzen bekommen. Der Deal stieß jedoch von Beginn an auf Zweifel der Kartellwächter. Das US-Justizministerium klagte wegen einer Verletzung von Wettbewerbsregeln. Als auch der massive Widerstand der FCC offensichtlich wurde, zogen die Unternehmen den Genehmigungsantrag bei dem Telekom-Regulierer vergangene Woche vorerst zurück [6].
T-Mobile ist der drittgrößte Mobilfunk-Anbieter in den USA, AT&T würde mit dem Deal zur klaren Nummer eins vor Verizon Wireless. Ein Scheitern der Übernahme, das jetzt immer wahrscheinlicher erscheint, könnte für AT&T richtig teuer werden: Der US-Konzern müsste der Deutschen Telekom dann 6 Milliarden Dollar zahlen, in Form von Bargeld und Mobilfunk-Frequenzen. AT&T stellt jetzt bereits 4 Milliarden Dollar dafür zurück.
Die FCC hat auch Zweifel, dass heutige kleinere Mobilfunk-Anbieter erfolgreich den Platz von T-Mobile USA als Nummer drei im Markt einnehmen können. Marktbeobachtern zufolge könnten AT&T und T-Mobile gezwungen sein [7], in großem Stil Kunden an Mini-Konkurrenten wie Leap Wireless abzugeben, um den Deal noch zu retten. (jk [8])
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[2] https://www.heise.de/news/Deutsche-Telekom-verkauft-US-Mobilfunksparte-an-AT-T-1211103.html
[3] http://www.t-mobile.com/
[4] http://www.att.com
[5] http://transition.fcc.gov/transaction/ATT-TMO-redacted-PDF-final.pdf
[6] https://www.heise.de/news/AT-T-zieht-Antrag-fuer-Uebernahme-von-T-Mobile-USA-vorerst-zurueck-1384219.html
[7] https://www.heise.de/news/T-Mobile-Uebernahme-AT-T-erwaegt-Zugestaendnisse-1385868.html
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