US-PrÀsident Trump will Smartphone-Hersteller ZTE retten
(Bild: heise online/vbr)
ZTE musste kĂŒrzlich seinen Betrieb aufgrund von US-Sanktionen nahezu einstellen. Jetzt drĂ€ngt US-PrĂ€sident Donald Trump das US-Handelsministerium, eine Lösung zu finden, um ZTE wieder ins GeschĂ€ft zu bringen. Kritik gibt es von den Demokraten.
US-PrĂ€sident Donald Trump hat in einem Tweet am Samstag angekĂŒndigt, zusammen mit Chinas PrĂ€sidenten Xi Jinping daran arbeiten zu wollen, dass der von US-Sanktionen betroffene Smartphone-Hersteller ZTE seinen Betrieb "schnell" wieder aufnehmen kann. Trump habe dazu das US-Handelsministerium, das die Sanktionen aufgrund von Verletzungen gegen US-Embargos durch ZTE ausgesprochen hatte, angewiesen, "das hinzukriegen". Es gingen zu viele Jobs in China verloren, schrieb Trump weiter. Derweil kommt Kritik an der prĂ€sidialen Hilfe aus dem Lager der US-Demokraten: Trump ordne nationale Sicherheitsinteressen der Rettung chinesischer Jobs unter.
Handelskonflikt
Rund 70.000 Jobs stehen bei dem Konzern auf dem Spiel, weitere bei den zahllosen Zulieferern des Unternehmens. Durch die Sanktionen entgehen US-amerikanischen Unternehmen wie den Chipherstellern Qualcomm und Intel lukrative GeschĂ€fte. Beide Konzerne liefern einen groĂen Teil der Komponenten zur Herstellung von ZTE-Smartphones und weiteren Telekommunikationsprodukten. ZusĂ€tzlich ist das GeschĂ€ft als weltweit agierender NetzwerkausrĂŒster betroffen. ZTE baut in SchwellenlĂ€ndern wie beispielsweise Indien neue Netze. Aber auch in europĂ€ischen LĂ€ndern kommt Netzwerktechnik von ZTE zum Einsatz. Der italienische Telekommunikationsanbieter Wind Telecomunicazioni setzt beim Ausbau seiner Netze seit 2017 weitgehend auf ZTE-Technik.
China und die USA befinden sich derzeit in einem massiven Handelskonflikt [1]. Trump hatte angekĂŒndigt, Strafzölle in einem Gesamtvolumen von etwa 60 Milliarden US-Dollar auf chinesische Produkte zu verhĂ€ngen, auf Aluminium und Stahl betragen diese schon jetzt 25 Prozent. China hatte daraufhin ein Strafzollpaket in Höhe von drei Milliarden US-Dollar angekĂŒndigt, sofern es keine Einigung gĂ€be. In dieser Woche treffen sich Regierungsdelegationen beider LĂ€nder, um eine Lösung im Handelskonflikt zu finden. Die unerwartete Hilfe von Trump dĂŒrfte in dem Kontext der bevorstehenden Verhandlungen als ein mögliches Signal zur Findung von Kompromissen zu werten sein.
Nationale Sicherheit wichtiger als chinesische Jobs
Der US-Demokrat Adam Schiff, der als einflussreiches Mitglied des US-ReprĂ€sentantenhauses gilt, kritisierte auf Twitter Trumps Vorgehen, die US-Sanktionen möglicherweise lockern oder gar aufheben zu wollen. Schiff schrieb: "Unsere Geheimdienste haben davor gewarnt, dass Technik und Smartphones von ZTE eine groĂe Bedrohung fĂŒr die Cyber-Sicherheit darstellen." Er forderte den US-PrĂ€sidenten auf, sich mehr um die nationale Sicherheit als um chinesische Jobs zu kĂŒmmern.
Das Bureau of Industry and Security (BIS), eine Teilbehörde des US-Handelsministeriums, die fĂŒr Hightech und nationale Sicherheit zustĂ€ndig ist, hatte im April Sanktionen gegen ZTE ausgesprochen [2]. US-Unternehmen dĂŒrfen demnach keine GĂŒter an das chinesischen Unternehmen liefern. Die US-Regierung hatte ZTE vorgeworfen, Telekommunikationstechnik nach Nordkorea und in den Iran geliefert und damit die Handelssanktionen gegen diese LĂ€nder unterlaufen zu haben.
Das Unternehmen hatte sich schlieĂlich mit der US-Regierung auf entsprechende Auflagen geeinigt und hohe GeldbuĂen bezahlt. Gegen die BewĂ€hrungsauflagen habe das Unternehmen dann verstoĂen, sodass es zu den Sanktionen gekommen sei. Die US-Sanktionen sollen sieben Jahre gelten. Alternativen zu den Bauteilen aus den USA habe ZTE nach eigenen Angaben nicht, sodass das Unternehmen seinen Betrieb mittlerweile weitgehend einstellen musste [3].
[Update] 14.05.2018, 12:09 Uhr: Hinweise und Auswirkungen auf das ZTE-NetzwerkgeschÀft ergÀnzt. (olb [4])
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[2] https://www.heise.de/news/US-Regierung-verbietet-Exporte-an-ZTE-4025352.html
[3] https://www.heise.de/news/Wegen-US-Sanktionen-ZTE-stellt-Betrieb-groesstenteils-ein-4046394.html
[4] mailto:olb@heise.de
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