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US-PrÀsident Trump unterschreibt neuen Einreisestopp

Andreas Wilkens
Trump unterschreibt neuen Einreisestopp

(Bild: whitehouse.gov)

US-PrĂ€sident Donald Trump hat einen zweiten Anlauf genommen, ein Einreiseverbot ĂŒber LĂ€nder des Nahen Ostens zu verhĂ€ngen. Der Irak ist nicht mehr dabei.

US-PrĂ€sident Donald Trump hat nach seiner Schlappe vor Gericht ein neues Dekret fĂŒr ein Einreiseverbot fĂŒr BĂŒrger aus bestimmten LĂ€ndern unterzeichnet. Das geht aus einer Mitteilung des Weißen Hauses hervor [1]. Betroffen sind Menschen aus den sechs vorwiegend muslimischen LĂ€ndern Iran, Syrien, Somalia, Jemen, Libyen und dem Sudan. Durch die Executive Order soll verhindert werden, dass Terroristen in die USA einreisen.

Der Irak wurde im Vergleich zu dem im Januar erlassenen und dann von Gerichten gestoppten Dekret herausgenommen. Das Land nehme wegen seiner Regierung, die sich explizit fĂŒr die BekĂ€mpfung des terroristischen "Islamischen Staats" ausgesprochen hat und mit der US-Regierung kooperiert, eine Sonderstellung ein.

Dem neuen Erlass zufolge dĂŒrfen Menschen aus den sechs LĂ€ndern von Mitte MĂ€rz an mindestens 90 Tage lang nicht in die USA einreisen, es sei denn sie besitzen eine Greencard oder sind bereits vor Inkrafttreten des Stopps im Besitz eines gĂŒltigen Visums. Das US-Programm zur Aufnahme von FlĂŒchtlingen wurde zeitgleich fĂŒr 120 Tage gestoppt.

Der neue Erlass tritt nicht sofort in Kraft, sondern erst nach zehntĂ€giger Frist am 16. MĂ€rz. Diese und andere Erleichterungen sollen ein Chaos verhindern, wie es die erste Version verursacht hatte. Im Gegensatz zum frĂŒheren Erlass hat das Weiße Haus von der Unterzeichnung kein Foto veröffentlicht.

Justizminister Jeff Sessions sagte am Montag, das Dekret sei notwendig, um die Sicherheit der Vereinigten Staaten zu gewĂ€hrleisten. "Es gibt uns eine notwendige Pause, so dass wir die Bestimmungen ĂŒberprĂŒfen können", sagte Sessions. Er machte aber nicht deutlich, warum diese ÜberprĂŒfung in den vergangenen Wochen nicht bereits eingeleitet wurde. Aus den betroffenen LĂ€ndern kommen nur vergleichsweise wenige Reisende in die USA.

Sessions machte deutlich, dass rund 300 Menschen, die als FlĂŒchtlinge in die USA gekommen seien, derzeit wegen möglicher Verbindungen zu terroristischen AktivitĂ€ten von der Bundespolizei FBI beobachtet werden. Er sagte jedoch nicht, wie viele tatsĂ€chliche Anklagen oder Verurteilungen aus diesen Beobachtungen hervorgegangen sind. Die Mehrheit derjenigen, gegen die in der Vergangenheit wegen Terrorismus ermittelt worden sei, sei aus dem Iran eingereist. "Terror ist eindeutig eine Gefahr fĂŒr Amerika", sagte Sessions.

Im Januar hatte eine Bundesrichterin nach Beschwerden von US-BĂŒrgerrechtsorganisationen gegen einige Punkte aus Trumps ursprĂŒnglichen Einreise-Erlasses entschieden [2]. Auch IT-Unternehmen sahen Trumps Erlass kritisch [3]. Im Februar entschied auch ein Berufungsgericht gegen den US-PrĂ€sidenten [4]. (mit Material der dpa) / (anw [5])


URL dieses Artikels:
https://www.heise.de/-3645494

Links in diesem Artikel:
[1] https://www.whitehouse.gov/the-press-office/2017/03/06/executive-order-protecting-nation-foreign-terrorist-entry-united-states
[2] https://www.heise.de/news/US-Richterin-hebelt-Trumps-Einreise-Bann-teilweise-aus-3609841.html
[3] https://www.heise.de/news/Wie-das-Silicon-Valley-auf-Trumps-Einreiseverbot-reagiert-3609888.html
[4] https://www.heise.de/news/Einreise-Verbot-Auch-Berufungsgericht-gegen-Trump-3621391.html
[5] mailto:anw@heise.de