US-Politiker kritisiert Selbstzensur von Googles chinesischer Suchmaschine
AnlĂ€sslich der Selbstzensur Googles in China plant der US-ReprĂ€sentantenhaus-Abgeordnete Chris Smith eine Anhörung des fĂŒr Menschenrechte zustĂ€ndigen Unterausschusses im US-Senat ĂŒber das Engagement von US-Firmen in China.
Der US-amerikanische ReprĂ€sentantenhaus-Abgeordnete Chris Smith will am 16. Februar eine Anhörung ĂŒber das Engagement von US-Firmen in China abhalten. Der republikanische Politiker sitzt dem Unterausschuss [1] fĂŒr weltweite Menschenrechte vor. Als Anlass fĂŒr die Sitzung dient ihm die Nachricht ĂŒber die Zensur des Suchmaschinenanbieters Google in seinem neuen chinesischen Angebot. "Es ist erstaunlich, dass Google, dessen Firmenphilosophie 'sei nicht böse' lautet, mit der chinesischen Zensur gemeinsame Sache macht, nur um Geld zu verdienen", sagte er in einer Mitteilung [2]. Chinas Poltik, den freien Fluss der Informationen zu behindern, sei schĂ€dlich fĂŒr das Wachstum der Demokratie. Viele Chinesen hĂ€tten im Namen der Wahrheit GefĂ€ngnisstrafen und Folter erlitten, so Smith, und nun arbeite Google mit den Vollstreckern zusammen.
Das Internet sei ein "machtvolles Werkzeug", das genutzt werden könne, um den Ruf nach Freiheit und Demokratie in der ganzen Welt zu unterstĂŒtzen, sagte der Senator weiter. Internet-Unternehmen wie Google, Yahoo und Microsoft zögen einige der besten Köpfe an, um neue Techniken zu entwickeln, die fĂŒr das Gute in der Welt eingesetzt werden könnten. Der Politiker hat Vertreter dieser Unternehmen sowie von Cisco zur Anhörung eingeladen. AuĂerdem sollen Politiker und Menschenrechtler von der Organisation Reporter ohne Grenzen vorsprechen.
Am Mittwoch war bekannt geworden [3], dass Google seine neue chinesische Suchmaschine zensiert. Bald darauf regte sich Kritik von Menschenrechtsorganisationen und in der "BlogosphĂ€re". Das Weblog "Open Letter to Google [4]" auf Googles eigenem Angebot blogger.com beispielsweise besteht nur aus einem Eintrag mit der Ăberschrift "Don't be evil". Wer ebenfalls der Meinung ist, Google solle weder in China noch sonst in der Welt Zensur ausĂŒben, kann seine UnterstĂŒtzung als Kommentar zu dem Eintrag ausdrĂŒcken.
Google-MitgrĂŒnder Sergey Brin hat Ă€hnlich wie zuvor Yahoo-CEO Terry Semel [5] das stark gefilterte Engagement seiner Firma in China verteidigt. Das internationale Angebot Googles sei bisher fĂŒr viele Chinesen schwer oder nur zu hohen Preisen verfĂŒgbar gewesen. Schon demnĂ€chst hĂ€tte es sein können, dass Google in China nicht mehr erreichbar gewesen wĂ€re. "Wir haben eine schwierige Entscheidung getroffen", rĂ€umt Brin laut CNN Money [6] ein. Doch auf die nun praktizierte Weise wĂŒrden die chinesischen Internetnutzer an mehr Informationen gelangen, auch wenn es nicht alle seien. (anw [7])
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[1] http://wwwc.house.gov/international_relations/afhear.htm
[2] http://www.house.gov/apps/list/press/nj04_smith/printernetchina.html
[3] https://www.heise.de/news/Google-zensiert-seine-neue-chinesische-Suchmaschine-Update-168723.html
[4] http://googlecensorship.blogspot.com/
[5] https://www.heise.de/news/Yahoo-Chef-will-sich-nicht-aus-China-zurueckziehen-136010.html
[6] http://money.cnn.com/2006/01/25/news/international/davos_fortune/?cnn=yes
[7] mailto:anw@heise.de
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