US-Bericht: China verstÀrkt Spionageangriffe auf Unternehmen
China kurbelt seine Cyber-Spionage stÀrker an und geht dabei immer sorgfÀltiger und erfolgreicher vor.
China kurbelt seine Cyber-Spionage stĂ€rker an und geht dabei immer sorgfĂ€ltiger und erfolgreicher vor. Das stellt die US-Kommission "China Economic and Security Review" nach Angaben des Wall Street Journal [1] abschlieĂend in einem Bericht fest. So gelĂ€nge es der chinesischen Regierung immer hĂ€ufiger, ĂŒber das Internet in Hightech-Unternehmen einzubrechen und in groĂen Mengen wertvolle Daten zu stehlen.
Zwar gibt es weiterhin keine hieb- und stichfesten Beweise, dass die chinesische Regierung hinter diesen Attacken steht. Die ProfessionalitĂ€t der Vorgehensweise soll aber darauf schlieĂen lassen. Auch die Art der gestohlenen Daten soll darauf hinweisen, dass die chinesische Regierung hinter den Attacken stehe. Internetkriminelle oder etwa rivalisierende Unternehmen sollen mit den Daten nichts anfangen können, da sich diese nicht weiterverkaufen oder von diesen Gruppen verwerten lieĂen.
In einem Fall sollen die Spione einen Server in einem US-Unternehmen gekapert haben, um mit ihm einen stĂ€ndigen "Kommunikationskanal" zu einem Server in China aufzubauen. DarĂŒber war es dann wochenlang möglich, das Netzwerk intensiv auszuspĂ€hen und etwa die Zugangsdaten dutzender Mitarbeiter mitzulesen. SpĂ€ter kopierten sie die als wichtig ausgekundschafteten Dateien auf die E-Mail-Server der Firma, die einen schnellen Zugang zum Internet hatten, benannten sie um und verschickten sie anschlieĂend komprimiert und verschlĂŒsselt.
Nach SchĂ€tzungen der USA stehlen die Chinesen jĂ€hrlich Informationen im Wert von 40 bis 50 Milliarden US-Dollar aus Unternehmen. Aber auch deutsche Unternehmen bekommen regelmĂ€Ăig unerwĂŒnschten Besuch aus China und Ă€nderen LĂ€ndern, wie zuletzt der Verfassungsschutz feststellte. Hinter Spionageattacken auf deutsche Unternehmen vermutete der Verfassungsschutz Geheimdienste aus China und Russland sowie aus LĂ€ndern des Nahen, Mittleren und Fernen Ostens und Nordafrikas. Im MĂ€rz 2009 hatte bereits der Bericht des Verfassungsschutzes in Nordrhein-Westfalen Wirtschaftsspionage ĂŒber das Internet als wachsendes Problemfeld ausgewiesen. In dem Bericht wurden neben China auch Russland, Vietnam und Nordkorea als "sehr aktiv" bezeichnet.
Siehe dazu auch:
- Verfassungsschutz registriert zunehmende Wirtschaftsspionage ĂŒbers Internet [2]
- Verfassungsschutz warnt vor zunehmender Wirtschaftsspionage
(dab [3])
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