UN-Organisation stoppt Domain-Klau
Erstmalig ist die ungerechtfertigte Reservierung einer Internet-Domain dem Schiedsspruch einer UN-Instanz zum Opfer gefallen.
Erstmalig ist die ungerechtfertigte Reservierung einer Internet-Domain dem Schiedsspruch einer UN-Instanz zum Opfer gefallen. Die Entscheidung der WIPO [1] (World Intellectual Property Organization) zum so genannten Cybersquatting ist das Ergebnis der ersten derartigen Beschwerde [2] vom Dezember 1999, seit die ICANN [3] die Uniform Dispute Resolution Policy verkündet hatte. Diese soll dazu dienen, Streitigkeiten um Domain-Namen im Internet zu regulieren, ohne offizielle Gerichte einschalten zu müssen. Außerdem soll sie international einheitliche Lösungen für solche Auseinandersetzungen ermöglichen.
Die World Wrestling Federation (WWF) wollte die Internet-Domain www.worldwrestlingfederation.com beim ICANN-akkreditierten Domain-Registrierer Melbourne IT für sich reservieren lassen. Es stellte sich aber heraus, dass der Kalifornier Michael Bosnan diesen Namen schon vorher auf sich hatte eintragen lassen. Er verlangte 1000 US-Dollar für die Überlassung dieser Adresse an die Ringervereinigung.
Nach Beschwerde durch die WWF hat ein Expertengremium der WIPO jetzt entschieden, Bosnans Domain-Name sei "identisch oder irreführend ähnlich" zum Markennamen der Ringer. Der Amerikaner habe ihn "in böser Absicht" eintragen lassen; er könne durch keine Namensähnlichkeit einen Anspruch auf die Domain begründen. Das Gremium unter Führung des kalifornischen Anwalts Scott Donahey veranlasste daher den Transfer der Domain-Rechte an die WWF. (hps [4])
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[1] http://www.wipo.int/
[2] https://www.heise.de/news/Erster-internationaler-Domain-Streit-17440.html
[3] http://www.icann.org/
[4] mailto:hps@ct.de
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