Trace Gas Orbiter: Neues Gas am Mars entdeckt, Ursprung noch unklar
(Bild: NASA/JPL/MSSS)
Die MarsatmosphÀre enthÀlt Chlorwasserstoff. Das hat eine europÀisch-russische Sonde ermittelt. Entgegen der Erwartungen stammt das Gas wohl nicht aus Vulkanen.
Die europÀisch-russische Sonde TGO Trace Gas Orbiter hat erstmals Chlorwasserstoff in der AtmosphÀre des Nars nachgewiesen und dabei offenbar einen völlig neuen chemischen Kreislauf entdeckt. Das hat die EuropÀische Weltraumagentur ESA am Donnerstag erklÀrt. Sie betreibt den Mars-Satelliten gemeinsam mit der russischen Roskosmos.
AuĂer dieses ersten Fundes eines Halogengases in der MarsatmosphĂ€re stellen die Forscher und Forscherinnen nun auch einen weiteren analysierten Prozess vor, der einmal mehr bestĂ€tige, dass der Mars im Lauf seiner Geschichte groĂe Menge Wasser verloren hat. Beide Studien erscheinen im Fachmagazin Science Advances.
Zwei Studien
Das Gas Chlorwasserstoff (HCI) besteht aus einem Wasserstoff- und einem Chloratom, erklÀren die Wissenschaftler [1]. Nach solchen und Àhnlichen Gasen hÀtten Forscher auf dem Mars schon lÀnger gesucht, da sie auf vulkanische AktivitÀten hindeuten könnten. Doch sei HCI nun gleichzeitig an weit von einander entfernten Orten gefunden worden, andere mögliche Spuren vulkanischer AktivitÀten aber nicht.
Das deute auf eine andere Quelle des HCl hin. Ihrer Theorie zufolge werden Salze als Ăberreste verdunsteter Ozeane in die AtmosphĂ€re geweht, wo sie mit Wasser reagieren. Nicht nur Wasser sei dafĂŒr wesentlich, sondern auch Staub. Diese Entdeckung bezeichnen sie als Meilenstein. Zuletzt sei 2014 mit Methan auf dem Mars eine neue Gasklasse entdeckt worden. Das habe unter anderem zur Entwicklung des TGO gefĂŒhrt. TGO hat den Mars 2016 erreicht [2].
In einer zweiten Analyse hat ein anderes Team eine weitere BestĂ€tigung dafĂŒr gefunden, dass der Rote Planet ĂŒber die Zeit groĂe Mengen Wasser verloren hat. Das haben die Wissenschaftler anhand des VerhĂ€ltnisses zwischen Deuterium und Wasserstoff ermittelt, das sie dank des Orbiters viel besser analysieren konnten. "Es ist so, als ob wir uns bisher mit einer 2D-Ansicht zufrieden geben mussten und nun die AtmosphĂ€re in 3D erkunden können", erklĂ€rt Ann Carine Vandaele, die fĂŒr das Instrument Nadir and Occultation for MArs Discovery (NOMAD) verantwortlich ist.
So hĂ€tten sie dramatische Schwankungen bei diesem speziellen VerhĂ€ltnis enthĂŒllt und auĂerdem mehrere Ereignisse beobachtet, die fĂŒr besonders groĂen Wasserverlust verantwortlich waren. Einer war der immense Staubsturm, der das Ende der Mission des Mars-Rovers Opportunity bedeutete [3].
(mho [5])
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[1] https://www.esa.int/Science_Exploration/Human_and_Robotic_Exploration/Exploration/ExoMars/ExoMars_discovers_new_gas_and_traces_water_loss_on_Mars
[2] https://www.heise.de/news/ExoMars-am-Mars-TGO-erreicht-Orbit-Schiaparelli-landet-3354415.html
[3] https://www.heise.de/hintergrund/Mars-Rover-Opportunity-NASA-beendet-Mission-nach-Monaten-Funkstille-4308800.html
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