Tesla fÀhrt Rekordverlust ein, Anleger nehmen es gelassen
(Bild: dpa, Ian Langsdon/Archiv)
Im All klappt es ganz gut, am Boden weniger: Nach dem erfolgreichen Start seiner SpaceX-Rakete "Falcon Heavy" hat Elon Musk die Quartalszahlen seines Auto-Unternehmens Tesla prÀsentiert und musste einen Rekordverlust eingestehen.
Der US-amerikanische Autobauer Tesla hat fĂŒr das letzte Quartal bis Ende Dezember 2017 einen Rekordverlust von 675 Millionen US-Dollar, etwa 550 Millionen Euro, eingefahren. Das ist der höchste Verlust der Unternehmensgeschichte seit 2003. Grund fĂŒr die Verluste seien nach Unternehmensangaben die hohen Produktionskosten des Mittelklassewagens Model 3. Die Anleger nahmen das Ergebnis gelassen auf.
Bis zum gestrigen Mittwoch schwebte Elon Musk und sein mit der SpaceX-TrĂ€gerrakete ins All geschossener Tesla-Roadster [1] noch weit ĂŒber den Wolken, dann erfolgte die ErnĂŒchterung: Im Vorjahresvergleich weitet sich der Verlust fĂŒr das letzte Quartal von 121 Millionen US-Dollar auf 375 Millionen US-Dollar aus. Gleichzeitig stieg der Umsatz um 44 Prozent auf 3,3 Milliarden US-Dollar an. Analysten und Anleger nahmen die Ergebnisse positiv auf, denn sie hatten mit mehr Verlust und weniger Umsatz gerechnet. Entsprechend reagierte der Markt: Die Tesla-Aktie gewann nachbörslich sogar um zwei Prozent.
Ziele fĂŒr Model 3 bekrĂ€ftigt
FĂŒr die positive Reaktion der Anleger dĂŒrfte auch gesorgt haben, dass Tesla beim Model 3 an dem Produktionsziel von 5000 Fahrzeugen pro Woche festhalten will. Das soll ab dem zweiten Quartal erreicht werden. Als Zwischenschritt ab dem Ende des ersten Quartals erwartet Tesla, dass etwa 2500 Model 3 wöchentlich vom Band laufen können.
Bisher sieht das nicht danach aus: Im dritten Quartal konnten lediglich 220 und im vierten Quartal 2425 Autos produziert werden [2]. Von der geplanten Massenfertigung ist Tesla derzeit noch weit entfernt. Hundertausende Kunden, die bereits Anzahlungen geleistet haben, mĂŒssen also noch einige Zeit auf ihr Fahrzeug warten. Den weiteren Vorbestellungen habe das aber nicht geschadet, sagt Tesla.Geschadet hat offensichtlich auch die jĂŒngst veröffentlichte Studie nicht, die Tesla als Schlusslicht im Bereich des autonomen Fahrens sieht [3].
Weitere Verluste prognostiziert
FĂŒr den US-Autobauer hĂ€ngt vom Erfolg des Model 3 viel ab. Bisher war Tesla vor allem mit dem Model S und Model X in der höherpreisigen Luxus-Nische unterwegs. Vom Model 3, das in den USA ab 35.000 US-Dollar erhĂ€ltlich ist, verspricht sich Tesla, in den Massenmarkt vorzudringen. DafĂŒr sollen sich die AktionĂ€re fĂŒr 2018 auf neuerliche Verluste einstellen. In einem Brief warnte Elon Musk seine Investoren vor, dass die Ausgaben nochmals deutlich ansteigen werden, um die Autoproduktion voranzubringen. Das Geld werde auĂerdem fĂŒr die Batterie-Fertigung und Errichtung neuer Telsa-VerkaufslĂ€den, Service-Center und Ladestationen benötigt. Ohne eine flĂ€chendeckende Infrastruktur lassen sich Fahrzeuge schlechter verkaufen.
Zumindest in Sachen PR kann Elon Musk niemand etwas vormachen. Der mit seiner Falcon Heavy TrÀgerrakete erfolgreich ins All geschossene Tesla-Roadster [4], der ab 2020 in die Fertigung gehen soll, hat sowohl seinem SpaceX-Unternehmen als auch Tesla in die Karten gespielt. Elon Musk hatte seinen Vertrag als Tesla-Chef unlÀngst um zehn Jahre verlÀngert [5]. (olb [6])
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[2] https://www.heise.de/news/Tesla-verkaufte-bislang-weniger-als-2-000-Model-3-3932563.html
[3] https://www.heise.de/hintergrund/Der-Pionier-als-Schlusslicht-3954675.html
[4] https://www.heise.de/news/Elektro-Lkw-und-neuer-Roadster-von-Tesla-Elon-Musk-zuendet-naechstes-Feuerwerk-3892198.html
[5] https://www.heise.de/news/Elon-Musk-verlaengert-fuer-zehn-Jahre-als-Tesla-Chef-3948780.html
[6] mailto:olb@heise.de
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