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Tesla erzielt vierten Quartalsgewinn in Folge

Andreas Wilkens
Tesla erzielt vierten Quartalsgewinn in Folge

Teslas "Gigafactory" in Shanghai.

(Bild: Tesla)

Zum ersten Mal in der seit 2003 wĂ€hrenden Unternehmensgeschichte hat Tesla zwölf Monate am StĂŒck schwarze Zahlen geschrieben.

Tesla hat auch das vierte Quartal in Folge schwarze Zahlen geschrieben, zum ersten Mal in der Unternehmensgeschichte also ĂŒber zwölf Monate hinweg. Von April bis Ende Juni ergab sich ein Nettogewinn von 104 Millionen US-Dollar (90 Millionen Euro), gab der US-Elektroautohersteller bekannt. Vor einem Jahr verbuchte Tesla noch einen Verlust von 408 Millionen Dollar. Der Umsatz ging von 6,35 Milliarden auf 6,03 Milliarden Dollar zurĂŒck.

Knapp 91.000 Autos hat Tesla im vergangenen Quartal ausgeliefert, das sind 5 Prozent weniger als vor einem Jahr, drei Prozent mehr als im vorigen Quartal. Die Konkurrenten Hyundai/Kia, Mercedes, Toyota, BMW, VW, Ford, Nissan, Renault und PSA hÀtten allesamt in der ersten JahreshÀlfte 2020 weniger Autos ausgeliefert als im Vergleichszeitraum des Vorjahres, wÀhrend Tesla sich steigern konnte, stellt das Unternehmen dar.

Trotz der ungewissen Lage angesichts der erneuten Eskalation der Coronavirus-Epidemie in den USA hĂ€lt Tesla weiter an seinem Ziel fest, 2020 ĂŒber 500.000 Autos auszuliefern. Die KapazitĂ€t sei vorhanden, es sei aber schwer absehbar, ob es zu weiteren Produktionsstörungen komme, teilte Tesla mit [1] . Die Jahresprognose könne deshalb, wenn nötig noch angepasst werden.

In einer Konferenzschaltung nach der Bilanzvorlage bestĂ€tigte Firmenchef Elon Musk, dass Teslas zweite US-Autofabrik neben dem Stammwerk im kalifornischen Fremont in Texas nahe der Stadt Austin entstehen wird. "Wir werden eine atemberaubende Fabrik direkt am Colorado River bauen", kĂŒndigte Musk an. Der Bau von Teslas erstem europĂ€ischen Werk in GrĂŒnheide bei Berlin komme derweil ebenfalls sehr gut voran.

Teslas Modellpalette (0 Bilder) [2]

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Die bislang lĂ€ngste Strecke der ProfitabilitĂ€t in ihrer 17-jĂ€hrigen Unternehmensgeschichte könnte Tesla den Weg zum Aufstieg in den US-Leitindex S&P 500 ebnen. Eine entscheidende Voraussetzung, um in den Kreis der grĂ¶ĂŸten börsennotierten US-Konzerne aufgenommen zu werden, sind vier Quartale mit schwarzen Zahlen in Serie.

Teslas Quartalszahlen ĂŒbertrafen die Erwartungen der Analysten klar, die Aktie legte nachbörslich deutlich zu. Am Finanzmarkt ist Musks Firma dieses Jahr mit einem bisherigen Kursplus von rund 280 Prozent ohnehin der Überflieger schlechthin. Der Börsenwert ĂŒberstieg zeitweise deutlich die Marke von 300 Milliarden Dollar, damit wird Tesla höher gehandelt als alle anderen Autobauer [4]. Allerdings zĂ€hlt Tesla weiterhin zu den Konzernen, auf deren Kursverfall die grĂ¶ĂŸten Wetten am Finanzmarkt laufen. TatsĂ€chlich fertigt das Unternehmen verglichen mit den großen etablierten Autobauern bislang noch recht geringe StĂŒckzahlen.

Das Investitionsvolumen in Texas wird sich den Angaben zufolge auf gut eine Milliarde Dollar belaufen, rund 5000 ArbeitsplÀtze sollen entstehen. Nun verriet Musk, dass dort neben Model 3 und Model Y der Elektro-Pick-up Cybertruck und der Sattelschlepper Semi hergestellt werden sollen.

Tesla betreibt bislang in den USA eine Autofabrik in Fremont mit einer KapazitĂ€t von 490.000 Fahrzeugen. Ein weiteres Autowerk wurde in Shanghai eröffnet mit einer KapazitĂ€t von 200.000 Autos, eines entsteht in GrĂŒnheide [5] bei Berlin. Neben den Autowerken betreibt Tesla noch ein Batteriewerk in Nevada und eine Fabrik in New York, die vor allem Solaranlagen herstellt. Angesichts der großen Nachfrage insbesondere nach dem neuen Model Y mĂŒssen zĂŒgig neue FertigungsstĂ€tten her.

Musk profitiert auch persönlich stark von Teslas Höhenflug an der Börse. Dank der Kursrallye stehen dem 49-JĂ€hrigen seit Dienstag Aktienoptionen im Wert von mehr als zwei Milliarden Dollar zu. Grund ist ein VergĂŒtungsplan, der an den Börsenwert und bestimmte GeschĂ€ftsziele von Tesla gekoppelt ist. Da Tesla in den vergangenen sechs Monaten im Schnitt mehr als 150 Milliarden Dollar wert war, hat Musk nun die Option, Aktien weit unter Marktwert zu kaufen und dadurch – zumindest auf dem Papier – einen enormen Profit zu machen. (mit Material der dpa) /

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(anw [7])


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[4] https://www.heise.de/news/Boersenueberflieger-und-Branchenschreck-Tesla-4842279.html
[5] https://www.heise.de/news/Gigafactory-bei-Berlin-Teslas-umstrittene-Pfahlbauten-4847537.html
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