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Tesla: Stotterstart in den Massenmarkt bringt Rekord-Quartalsverlust

Drei Tesla Model 3 auf einer BĂŒhne

Teslas Model 3 wÀhrend der PrÀsentation

Tesla-Chef Elon Musk hat den Aktienkurs seiner Firma mit großen Versprechen explodieren lassen. Doch unerwartet hohe Verluste und nach unten korrigierte Produktionsziele beim HoffnungstrĂ€ger Model 3 sorgen fĂŒr Skepsis, ob seine ehrgeizigen PlĂ€ne gelingen.

"Wir stecken tief in der Produktionshölle", hatte Tesla-Chef Elon Musk bereits im Oktober gewarnt. Mit einem finanziellen Kraftakt versucht der Elektroauto-Pionier die Massenfertigung seines ersten Mittelklassewagens Model 3 auf die Beine zu stellen – dabei gibt es einige Probleme. Dass das Mammut-Projekt teuer und schwierig wĂŒrde, war immer klar. Doch wie viel Geld tatsĂ€chlich dafĂŒr draufgeht, ĂŒberrascht nun doch.

Am Mittwoch nach US-Börsenschluss kam fĂŒr Tesla mit der Vorlage des Quartalsberichts [1] der Moment der Wahrheit. FĂŒr Anleger fiel er ernĂŒchternd aus: Die hohen Kosten fĂŒr das Model 3, mit dem Musks bislang nur im Luxus-Segment erprobte Firma die breite Masse erobern will, haben Tesla stĂ€rker als erwartet in die roten Zahlen gedrĂŒckt. Unter dem Strich fiel in den drei Monaten bis Ende September ein Verlust in Höhe von 619 Millionen Dollar an.

Elon Musk dementierte vor kurzem, dass die Lieferprobleme beim Model 3 unter anderem an manueller Produktion lÀgen

Elon Musk dementierte vor kurzem, dass die Lieferprobleme beim Model 3 unter anderem an manueller Produktion lĂ€gen. Zum Beweis legte er Bilder einer vollautomatischen Produtionsstraße vor.

Es ist der höchste Fehlbetrag, den Tesla seinen AktionĂ€ren bislang in einem Quartal zugemutet hat. Am Markt kam die Nachricht, wie viel Mittel in der "Produktionshölle" verbrannt werden, nicht gut an. Die Aktie fiel nachbörslich um fĂŒnf Prozent. Dass der Umsatz um 30 Prozent auf 3,0 Milliarden Dollar und damit stĂ€rker als angenommen zulegte, konnte an der verschnupften Börsenreaktion nichts Ă€ndern.

FĂŒr zusĂ€tzliche NervositĂ€t sorgt: Trotz der immensen Investitionen und der ĂŒberraschend hohen Verluste bleibt unklar, ob und wann Tesla die Startschwierigkeiten bei der Produktion des Model 3 in den Griff bekommt. Musk musste eingestehen, dass seine Fertigungsziele nicht einzuhalten sind. Statt Ende des Jahres sollen nun erst spĂ€t im ersten Quartal 5000 Fahrzeuge pro Woche vom Band laufen.

Mit lediglich 260 hergestellten Model 3 verfehlte Tesla seine Ziele im dritten Quartal massiv. Im Brief an die AktionĂ€re hieß es, der Anlauf der Massenproduktion sei eine Herausforderung, die Fertigung werde aber stetig erhöht. "Wir machen weiter Fortschritte, die anfĂ€nglichen EngpĂ€sse zu lösen". Es sei aber schwer, vorauszusagen, wie lange es dauern werde, die Probleme zu bewĂ€ltigen, erklĂ€rte Musk.

Tesla Model 3 (0 Bilder) [2]

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Dennoch bemĂŒhte sich der Tech-MilliardĂ€r in der obligatorischen Telefonkonferenz nach Veröffentlichung der Quartalszahlen um Optimismus. "Ich war wirklich deprimiert vor drei oder vier Wochen", rĂ€umte Musk zwar ein. Doch: "Nun habe ich wieder einen klaren Weg zur Sonne vor Augen." Seinen Kritikern hielt Musk entgegen, dass die 2003 gegrĂŒndete Firma die Auslieferungen in den letzten fĂŒnf Jahren von 2500 auf 250.000 Autos erhöht habe. Die "Skeptiker da draußen" frage er, wer von ihnen das habe kommen sehen. "Ich nehme an keiner."

Experten zeigten sich wenig beeindruckt. Nicht nur die Entwicklung beim Model 3 sei enttĂ€uschend, sagte Efraim Levy vom Analysehaus CFRA im US-Finanzsender CNBC. "Auch beim Model S und Model X fielen die Zahlen geringer aus als angenommen." Vor allem die Gewinnspannen seien ernĂŒchternd. Die beiden etablierten Premium-Modelle, hĂ€ufig ĂŒber 100.000 Dollar teuer, trieben bislang das Wachstum von Tesla. Die Zukunft gehört jedoch dem ab 35.000 Dollar erhĂ€ltlichen Model 3, das dem E-Antrieb den Weg in den Mainstream ebnen soll.

Nicht zuletzt wegen der großen Versprechen von Tesla-Chef Musk sind die Erwartungen an Teslas ersten Mittelklasse-E-Auto riesig. Über 500.000 Vorbestellungen gibt es, an der Börse hat die Fantasie vom Durchbruch in den Massenmarkt die Tesla-Aktie ĂŒber Monate beflĂŒgelt. Der Kurs ist seit Anfang des Jahres um ĂŒber 50 Prozent gestiegen. Zeitweise hatte Tesla – trotz im Vergleich winziger Produktion – gar den Branchenriesen General Motors als wertvollsten US-Autokonzern am Markt abgelöst. Entsprechend hoch ist nun das RĂŒckschlagspotenzial.

Tesla Model X (0 Bilder) [4]

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Tesla Model S mit Autopilot (0 Bilder) [6]

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