Telekom legt Angebot zur Großhandels-Flatrate vor
Die Deutsche Telekom hat am heutigen Donnerstag überraschend ein Angebot zur so genannten Großhandels-Flatrate vorgelegt.
Die Deutsche Telekom hat am heutigen Donnerstag überraschend ein Angebot zur so genannten Großhandels-Flatrate [1] vorgelegt. Demzufolge können Onlinedienst-Anbieter ab dem morgigen Freitag, den 15. Dezember, für 4800 Mark monatlich einen Primärmultiplexanschluss (30 B-Kanäle) mit insgesamt knapp 2 MBit/s Bandbreite mieten. Das Angebot kann an den zirka 1600 Teilnehmervermittlungsstellen der Deutschen Telekom in Anspruch genommen werden. Damit sollen Provider einen kalkulierbaren Internet-Zugang zum Pauschaltarif anbieten können. Ähnliche Anläufe waren bisher oft an der Gebührenstruktur der Telekom gescheitert [2].
Sollte ein Dienstanbieter die Kanäle einzeln weitervermieten, sind damit nach den Vorstellungen der Telekom pro Kanal 160 Mark an Telekom-Vorleistungsgebühren fällig –, eine Summe, die weit über den von einigen Anbietern wie AOL geforderten Endkundentarifen von rund 50 Mark [3] für eine Flatrate liegt. Erst wenn ein Provider mehrere Kunden auf einem Kanal zusammenschaltet, sind niedrigere Endkundenpreise möglich; allerdings können die Anbieter dann keine volle ISDN-Bandbreite mehr garantieren.
Hintergrund des Telekom-Angebots ist eine Entscheidung [4] der Regulierungsbehörde für Telekommunikation und Post, derzufolge die Telekom ihr Netz Onlinedienst-Anbieter auch zu einem zeitunabhängigen Tarif zur Verfügung stellen muss. Allerdings hätte die Telekom ein entsprechendes Angebot erst am 1.Februar des nächsten Jahres machen müssen. Angesichts des anfänglichen Widerstandes [5] der Telekom gegen die Entscheidung, der bis zu Drohungen mit der Einstellung [6] der T-Online-Flatrate reichte, kommt das frühe Angebot überraschend.
Die Regulierungsbehörde wollte bislang keine Stellung zu dem nun vorliegenden Angebot beziehen; nach Aussagen von RegTP-Sprecher Rudolf Boll gegenüber heise online wolle die Telekom Anfang nächster Woche der Regulierungsbehörde das Angebot genauer erläutern. Auch T-Online-Sprecher Michael Schlechtriem war noch zu keinem Kommentar bereit, da man das Angebot des eigenen Mutterkonzerns noch nicht vorliegen habe.
Siehe dazu auch: VATM kritisiert Telekom-Angebot für Großhandels-Flatrate [7] und Flatrate-Streit: Telekom bietet VATM "Nachhilfe in Netztechnik" an [8] sowie AOL wirft Telekom "Angstmache" vor [9]. (axv [10])
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[1] https://www.heise.de/news/Hintergrund-Die-Flatrate-Entscheidung-gegen-die-Telekom-28085.html
[2] https://www.heise.de/news/Hintergrund-Flatrates-erstickten-an-Telekom-Gebuehren-26284.html
[3] https://www.heise.de/news/AOL-will-Flatrate-fuer-50-Mark-durchsetzen-33947.html
[4] https://www.heise.de/news/Hintergrund-Die-Flatrate-Entscheidung-gegen-die-Telekom-28085.html
[5] https://www.heise.de/news/Telekom-wehrt-sich-heftig-gegen-Flatrate-Entscheidung-28256.html
[6] https://www.heise.de/news/Flatrate-von-T-Online-in-Gefahr-28475.html
[7] https://www.heise.de/news/VATM-kritisiert-Telekom-Angebot-fuer-Grosshandels-Flatrate-34829.html
[8] https://www.heise.de/news/Flatrate-Streit-Telekom-bietet-VATM-Nachhilfe-in-Netztechnik-an-34991.html
[9] https://www.heise.de/news/Flatrate-Streit-AOL-wirft-Telekom-Angstmache-vor-35052.html
[10] mailto:axv@ct.de
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