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Telekom-Chef Obermann verteidigt PlÀne zum Konzernumbau [Update]

Obermann beteuert, die PlÀne zum Umbau des Konzerns und die damit verbundenen KostensenkungsplÀne seien notwendig, um die WettbewerbsfÀhigkeit des Konzerns zu erhalten.

Vom laufenden Konzernumbau der Telekom [1] werden hauptsĂ€chlich aufgrund von VerkĂ€ufen insgesamt rund 35.000 BeschĂ€ftigte betroffen sein. Ein Konzernsprecher bestĂ€tigte am Samstag entsprechende Zahlen, die der Spiegel in einem Interview mit Telekom-Chef RenĂ© Obermann angefĂŒhrt hat. Obermann verteidigte die seit FrĂŒhjahr bekannten UmbauplĂ€ne. "Es wird Unternehmensbereiche geben, die wir verkaufen oder fĂŒr die wir Partner suchen – das ist bekannt und alles andere wĂ€re Augenwischerei. Wenn wir das nicht angehen, ist das Unternehmen insgesamt immer weniger wettbewerbsfĂ€hig", sagte Obermann dem Spiegel. Der Vorstandsvorsitzende hatte Anfang MĂ€rz seine neue Strategie vorgestellt, die den Verkauf von Randbeteiligungen umfasst.

So wollen sich die Bonner unter anderem von den FunktĂŒrmen sowie Teilen der GeschĂ€ftskundensparte T-Systems trennen [2]. Bereits verkauft wurden die Auslandstöchter in Spanien und Frankreich. Zu der Zahl von rund 35.000 vom Umbau betroffenen BeschĂ€ftigten erklĂ€rte der Telekom-Sprecher: "Es geht dabei aber nicht um Entlassungen, sondern die Mitarbeiter werden ihre Arbeit außerhalb des Unternehmens behalten."

[Update]: Mit den VerkĂ€ufen entziehe sich die Telekom aus der beschĂ€ftigungspolitischen Verantwortung, sagte ver.di-Bundesvorstand Lothar Schröder am heutigen Sonntag auf Anfrage. "Wir werden uns dagegen wehren." Er forderte die Bundesregierung als grĂ¶ĂŸten Telekom-AktionĂ€r zum Eingreifen auf. "Der Bund darf nicht lĂ€nger tatenlos zusehen", sagte Schröder, der auch im Aufsichtsrat der Telekom sitzt. [/Update]

Der Spiegel berief sich auf interne Berechnungen des Konzerns, die Obermann in dem Interview nicht bestĂ€tigte. Bei Aufsummierung möglicher VerkĂ€ufe von Tochterunternehmen wie DeTe-Immobilien oder etwa Einheiten wie Technik-Wartung wĂŒrde herauskommen, dass weitere 35.000 Menschen aus der Telekom gedrĂ€ngt wĂŒrden, fĂŒhrte das Magazin an.

Die Telekom beschĂ€ftigt weltweit gegenwĂ€rtig rund 250.000 Mitarbeiter, davon 150.000 im Inland. Derzeit lĂ€uft noch ein Kostensenkungsprogramm, mit welchem sich die Telekom bis 2008 von 32.000 Mitarbeitern trennt. Im FrĂŒhjahr hatte es beim Konzern heftige Auseinandersetzungen zwischen der Telekom-FĂŒhrung und den Gewerkschaften gegeben mit einem wochenlangen Arbeitskampf [3]. Dabei ging es um die Auslagerung von rund 50.000 Stellen in konzerneigene Servicegesellschaften unter dem Dach von T-Service. Im Juni kam es dann zu einem Kompromiss [4], der GehaltskĂŒrzungen, lĂ€ngere Arbeitszeiten, aber auch einen KĂŒndigungsschutz bis Ende 2012 vorsieht.

Mit der derzeitigen Vermarktung von DSL-AnschlĂŒssen zeigte sich Obermann hochzufrieden. "Unser Jahresziel sind 40 bis 45 Prozent der DSL-Neukunden", sagte er dem Spiegel. Derzeit liege die Telekom sogar darĂŒber. Auch der Start des Internet-Fernsehens [5] (IP-TV) sei sehr ordentlich angelaufen. Seit dem Start vor wenigen Wochen seien bereits "rund 50.000 Entertain-Pakete verkauft" worden.

Erstmals Ă€ußerte sich Obermann offiziell auch zu den Tarifen [6] fĂŒr das neue Apple-Handy iPhone, dass die Telekom ab Anfang November vermarkten will. Die Telekom gehe von einer "ziemlich gewaltigen Nachfrage" aus. "Das Einsteigerpaket wird unter 50 Euro pro Monat kosten und schon massig Internet-Surfen beinhalten." (dpa) / (boi [7])


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https://www.heise.de/-187371

Links in diesem Artikel:
[1] http://www.telekom.de
[2] https://www.heise.de/news/Telekom-will-T-Systems-umbauen-Update-167264.html
[3] https://www.heise.de/hintergrund/Der-Streik-bei-der-Deutschen-Telekom-302618.html
[4] https://www.heise.de/news/Telekom-Beschaeftigte-entscheiden-ueber-Kompromiss-zum-Stellenumbau-144947.html
[5] https://www.heise.de/news/IPTV-Angebot-der-Telekom-jetzt-auch-ueber-ADSL2-159993.html
[6] https://www.heise.de/news/iPhone-Tarif-der-Telekom-fuer-weniger-als-50-Euro-187204.html
[7] mailto:boi@ct.de