Telekom-AktionÀre segnen Verschmelzung von Mobilfunk und Festnetz ab
Wie erwartet haben die AktionÀre der geplanten Verschmelzung von Festnetzsparte und MobilfunkgeschÀft zugestimmt. Telekom-Chef René Obermann rechnet mit Synergien im dreistelligen Millionenbereich.
RenĂ© Obermann gibt sich MĂŒhe: Er will die AktionĂ€re von der Verschmelzung der Telekom-Sparten Mobilfunk und Festnetz in Deutschland ĂŒberzeugen. "Wir stĂ€rken damit den Kundenservice, wir sichern ArbeitsplĂ€tze und wir erschlieĂen Potenzial fĂŒr zusĂ€tzlichen Umsatz und fĂŒr Kostensynergien", warb der Telekom [1]-Chef am heutigen Donnerstag auf der eigens dafĂŒr anberaumten auĂerordentlichen Hauptversammlung in Hannover [2]. Bis zu 600 Millionen Euro soll die Zusammenlegung in einigen Jahren an Synergien mittelfristig bis 2015 bringen.
Etwa 2600 Anteilseigner mit insgesamt rund 63 Prozent der Stimmberechtigungen waren nach Angaben der dpa dem Aufruf gefolgt, ĂŒber die Zusammenlegung [3] von Mobilfunk und Festnetz in Deutschland abzustimmen. Am Nachmittag nickten die anwesenden AktionĂ€re Obermanns PlĂ€ne laut dpa mit klarer Mehrheit ab. AktionĂ€rsvertreter hatten zuvor bereits Zustimmung signalisiert und den Schritt als "grundsĂ€tzlich richtig" begrĂŒĂt, aber auch als lĂ€ngst ĂŒberfĂ€llig bezeichnet.
Denn seit Jahren kĂ€mpfen die Telekommunikationsabieter mit UmsatzrĂŒckgĂ€ngen vor allem im klassischen SprachgeschĂ€ft. Mit der Verschmelzung von Festnetz und Mobilfunk folgt die Telekom nun dem Beispiel anderer europĂ€ischer Konzerne wie Vodafone [4] oder TelefĂłnica [5]. Das Potenzial sei enorm, betonte Obermann. Kunden mit Mobilfunk- und Festnetzvertrag bei einem Anbieter kĂŒndigten ihre VertrĂ€ge deutlich seltener, auĂerdem brĂ€chten sie erfahrungsgemÀà deutlich mehr Umsatz [6]. Insgesamt erwarte der Konzern mittelfristig eine Umsatzsteigerung von 1,3 Milliarden Euro, sagte Obermann.
Der Telekom-Chef betonte erneut, dass mit der Verschmelzung kein Personalabbau verbunden sei. Eine entsprechende Vereinbarung hatte die Telekom im FrĂŒhjahr mit den Arbeitnehmervertretern getroffen. Die neue Deutschland-Gesellschaft wird etwa 85.000 Mitarbeiter haben, die fĂŒr insgesamt rund 27 Millionen Festnetz- sowie 39 Millionen MobilfunkanschlĂŒsse zustĂ€ndig sind. Formal soll das FestnetzgeschĂ€ft aus der Telekom AG ausgegliedert und Anfang 2010 auf die T-Mobile Deutschland GmbH verschmolzen werden. Im vergangenen Jahr erwirtschaftete der Bereich einen Umsatz von rund 26 Milliarden Euro, rund 40 Prozent der gesamten Erlöse des Konzerns. (vbr [7])
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[4] https://www.heise.de/news/Arcor-ist-Geschichte-749301.html
[5] https://www.heise.de/news/Telefonica-uebernimmt-Alice-851632.html
[6] https://www.heise.de/news/Telekom-steigert-Umsatz-und-Gewinn-dank-griechischer-OTE-850774.html
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