Tablet- und Auto-Prozessoren: Nvidia soll Interesse an ARM-Übernahme haben
Nvidias System-on-Chip mit Codenamen Orion.
(Bild: Nvidia)
Nvidia könnte mit dem CPU-Architekturentwickler ARM seine Tegra-Sparte antreiben. Apple soll derweil Gespräche geführt, aber kein weiteres Kaufinteresse haben.
Nvidia ist als potenzieller Käufer des CPU-Architekturentwicklers ARM im Gespräch. Der Chiphersteller könnte mit einer Übernahme die Tegra-Sparte erweitern, die mithilfe einer Architekturlizenz sowohl eigene CPU-Kerne entwickelt als auch fertige CPU-Kerne von ARM integriert. Die Systems-on-Chip (SoCs) kommen in den eigenen Shield-Tablets beziehungsweise TV-Mediaplayern und in Autos zum Einsatz. Auch in Nintendos Switch sitzt ein Nvidia-Chip.
Laut Kontakten von Bloomberg [1] soll auch Apple zwischenzeitlich Gespräche mit der ARM-Mutter Softbank geführt, letztendlich aber eingestellt haben. Genauso wie Nvidia entwickelt Apple eigene CPU-Kerne mit ARM-Architektur – bisher für iPhones und iPads, künftig auch für Macs und MacBooks [2].
Von Smartphones bis Supercomputer
ARM entwickelt zum einen die gleichnamige Prozessorarchitektur, in der Funktionsweisen und Features definiert werden, die alle ARM-CPUs beherrschen müssen. Zum anderen entwerfen mehrere Teams konkrete CPU-Kerne, die Chiphersteller in die eigenen SoCs integrieren, gegebenenfalls mit Anpassungen.
Varianten wie der Cortex-A77 und Cortex-A53 dominieren den Smartphone-Markt und sitzen zum Beispiel (mit Änderungen) in Qualcomms Snapdragon-Prozessoren. Bei Servern kommen Ableger gerade in Rollen – im weltweit schnellsten Supercomputer Fugaku [3] stecken ARM-Prozessoren von Fujitsu (A64FX). Nvidia kombiniert im kommenden SoC "Orin" Standard-Cortex-A78-Kerne mit einer Ampere-GPU [4].
Nvidia würde mit einem ARM-Kauf auf einen Schlag viele fähige Ingenieure übernehmen. Ein Fragezeichen steht allerdings hinter der Finanzierung: Nvidia hat sich gerade erst den Netzwerkspezialisten Mellanox für umgerechnet mehr als 6 Milliarden Euro einverleibt [5]. Der ARM-Kauf kostete Softbank Ende 2016 knapp 29 Milliarden Euro. Das entspricht Nvidias dreifachem Jahresumsatz von 2019.
(mma [7])
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[1] https://www.bloomberg.com/news/articles/2020-07-22/softbank-s-chip-company-arm-is-said-to-attract-nvidia-interest
[2] https://www.heise.de/news/Apple-wechselt-in-seinen-Mac-von-Intel-auf-ARM-Prozessoren-4791764.html
[3] https://www.heise.de/news/Top500-Supercomputer-Japan-ueberrundet-alten-Spitzenreiter-mit-415-PFlops-4791549.html
[4] https://www.heise.de/news/Autonomes-Fahren-Nvidia-bringt-Kombiprozessor-Orin-mit-Next-Gen-GPU-4619375.html
[5] https://www.heise.de/news/Nvidia-schliesst-Mellanox-Uebernahme-fuer-7-Milliarden-US-Dollar-ab-4710890.html
[6] https://www.heise.de/newsletter/anmeldung.html?id=ki-update&wt_mc=intern.red.ho.ho_nl_ki.ho.markenbanner.markenbanner
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