Sun erweitert seine x64-Server-Palette
Sun stellt den bereits erwarteten Highend-Opteron-Server Fire X4600, den Storage-Server X4500 und den Sun Blade 8000 vor.
Mit dem Acht-Opteron-Server Fire X4600, dem Storage-Server Fire X4500 und dem Blade 8000 Modular System erweitert Sun rund zweieinhalb Jahre nach Einführung [1] der ersten Geräte seine Opteron-Server-Palette. Die detaillierten Produktinformationen hat Sun jetzt bereits einige Stunden vor der offiziellen Einführungsveranstaltung veröffentlicht.
Weil die Einführung der neuen Stepping-F-Opterons [2] mit DDR2-Speicher-Interface, neuer CPU-Fassung und Virtualisierungsfunktionen innerhalb der nächsten Wochen erwartet wird, überrascht es, dass Sun die neuen Server noch mit den bereits vor über einem Jahr eingeführten [3] Dual-Core-Opterons oder den bis zu 3 GHz schnellen Einzelkern-Versionen bestückt. Die Konkurrenz der hoch effizienten Woodcrest-Xeons [4] von Intel braucht Sun bei den neuen Systemen allerdings nicht zu fürchten, weil diese Xeons nur in Zwei-Prozessor-Konfigurationen arbeiten; die ebenfalls in den nächsten Wochen erwarteten "Tulsa [5]"-Multiprozessor-Xeons mit bis zu 16 MByte L3-Cache, die mit der von Sun jetzt verwendeten Opteron-800-Familie konkurrieren, arbeiten noch mit NetBurst-Kernen.
Der Fire X4600 ist der erste Acht-Sockel-Opteron-Server einer großen Server-Marke und wertet dadurch den AMD64-Prozessor deutlich auf. Bisher waren nur Acht-Sockel-Server-Barebones von Firmen wie Iwill (H8502 [6]) oder Tyan [7] (Transport VX50 [8]) zu haben. Ähnlich wie Iwill beim H8502 und HP beim erfolgreichen Vier-Sockel-Server ProLiant DL585 [9] setzt Sun beim X4600 [10] (alias Galaxy4) auf ein modulares Konzept: Die einzelnen Prozessoren sitzen gemeinsam mit ihren jeweils vier zugehörigen PC3200R-Speicherslots auf separaten Steckkarten und sind untereinander und mit dem Chipsatz [11] per HyperTransport [12] verbunden. Durch die modulare Bauweise soll sich der X4600 später auch mit Quad-Core-Opterons (K8L [13]) aufrüsten lassen.
Als Chipsatz verwendet Sun offenbar den Nvidia Nforce Professional 2200 [14] zusammen mit dem HyperTransport-PCI-X [15]-Tunnel AMD-8132 [16]. Letzterer bindet zwei PCI-X-100-Slots, einen SAS [17]-Controller von LSI Logic (SAS1064) und zwei Dual-Port-Gigabit-Ethernet-Chips von Intel (FW82546) an. Es stehen also wie beim 2-HE-Server Fire X4200 vier Hotswap-Einschübe für 2,5-Zoll-SAS- oder SATA-Disks sowie vier GBit-LAN-Ports bereit, dazu kommt noch ein 100-MBit-LAN-Port für das Fernwartungs-Modul (ILOM, Integrated Lights-out Management). Die Stromversorgung übernehmen vier N+1-redundante Netzteile. Mit vier Rack [18]-Höheneinheiten ist die X4600 sehr kompakt für einen Server mit bis zu 16 Kernen. Die Prozessor-Packungsdichte pro Rack beträgt (bei zehn X4600 pro 42-HE-Rack) 80 Prozessoren mit 160 Kernen, das ist nur minimal weniger als beim Einsatz von 1-HE-Servern mit jeweils zwei CPU-Sockeln. Der X4600 ist damit auch für Cluster [19] (wie den Tsubame [20]) interessant. Als Einstiegspreis mit vier Prozessoren nennt Sun rund 30.000 Euro.
Der zweite Sun-Neuling ist der Storage-Server Fire X4500 [21] (Codename Thumper), der mit einem erreichbaren Preis von etwa 2 US-Dollar pro Gigabyte Speicherkapazität besonders wirtschaftlich sein soll. In seinem Inneren stecken zwei Dual-Core-Opterons, die über mehrere HyperTransport-PCI-X-Tunnel insgesamt sechs 8-Port-SATA [22]-II-Controller von Marvell (88SX6081), zwei PCI-X-133-Slots und zwei Dual-Port-Gigabit-Ethernet-Chips (ebenfalls von Intel) anbinden. Mit 48 Festplatten zu je 500 GByte Kapazität bietet der X4500 24 Terabyte unformatierte Speicherkapazität, die ein Software-RAID unter Solaris ZFS [23] verwaltet. Der Storage-Server soll ab rund 33.000 US-Dollar zu haben sein.
Die dritte Neuheit ist das Sun Blade 8000 Modular System [24]; über diese Blade-Server [25] hat Sun schon viele Informationen vorab veröffentlicht [26]. Anders als zuvor eingeschätzt, setzt Sun aber nicht auf PCI EAS, sondern verbindet die einzelnen PCI-Express-Ports der Quad-Opteron-Blades X8400 direkt mit bestimmten rückwärtigen Modul-Einschüben. So lassen sich beispielsweise zwei PCIe-x8-Ports jedes Blades mit jeweils einem PCIe ExpressModule bestücken, zwei weitere PCIe-x8-Ports sind jeweils einem Network Express Module zugeordnet, von denen jedes wiederum zwei Gigabit-Ethernet-Ports pro Server bietet. Außerdem sind noch zwei weitere PCIe-x4-Ports pro Server mit Network Express Modules nutzbar. Als PCIe ExpressModules bietet Sun zunächst Adapter für Gigabit Ethernet, (4G-FC-)FibreChannel [27] und 4x-InfiniBand [28] an. (ciw [29])
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[1] https://www.heise.de/news/Sun-Opteron-Server-gratis-93269.html
[2] https://www.heise.de/news/Sockel-F-Opterons-starten-mit-PC2-5300R-Speicher-109713.html
[3] https://www.heise.de/news/AMD-stellt-Dualcore-Prozessoren-vor-Als-Opterons-und-als-Athlon-64-X2-154975.html
[4] https://www.heise.de/news/Intels-Server-CPU-Woodcrest-startet-offiziell-135935.html
[5] https://www.heise.de/news/ISSCC-Intels-Tulsa-treibt-Virtualisierung-voran-172731.html
[6] http://www.iwill.net/product_2.asp?p_id=107&sp=Y
[7] https://www.heise.de/news/Mainboard-Kombination-fuer-Acht-Opteron-Server-142941.html
[8] http://www.tyan.com/products/html/vx50b4881.html
[9] http://h10010.www1.hp.com/wwpc/us/en/ss/WF05a/15351-241434-241475-241475-f80-398220.html
[10] http://www.sun.com/servers/x64/x4600/
[11] http://www.heise.de/glossar/entry/Chipsatz-399501.html
[12] http://www.heise.de/glossar/entry/HyperTransport-395764.html
[13] https://www.heise.de/news/SPF-AMD-gibt-Details-zu-den-Quad-Core-CPUs-bekannt-125260.html
[14] http://www.nvidia.com/page/nforce_pro.html
[15] http://www.heise.de/glossar/entry/PCI-X-395762.html
[16] https://www.heise.de/news/AMD-kuendigt-Chipsatz-Baustein-fuer-PCI-X-2-0-an-100392.html
[17] http://www.heise.de/glossar/entry/Serial-Attached-SCSI-396741.html
[18] http://www.heise.de/glossar/entry/Rack-397207.html
[19] http://www.heise.de/glossar/entry/Server-Cluster-394809.html
[20] https://www.heise.de/news/Erste-Details-zum-Acht-Opteron-Server-Sun-Fire-X4600-128450.html
[21] http://www.sun.com/servers/x64/x4500/
[22] http://www.heise.de/glossar/entry/Serial-ATA-396147.html
[23] https://www.heise.de/news/Suns-128-Bit-Dateisystem-ZFS-als-OpenSolaris-Update-verfuegbar-149209.html
[24] http://www.sun.com/servers/blades/8000/
[25] http://www.heise.de/glossar/entry/Blade-Server-397205.html
[26] https://www.heise.de/news/Vorab-Informationen-zum-Opteron-Blade-Server-von-Sun-140330.html
[27] http://www.heise.de/glossar/entry/FibreChannel-395981.html
[28] http://www.heise.de/glossar/entry/Infiniband-395740.html
[29] mailto:ciw@ct.de
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