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Studie: Die digitale Gesellschaft kommt in Deutschland nicht voran

Stefan Krempl

Der Anteil der digitalen Außenseiter verringerte sich gegenĂŒber dem Vorjahr nur um zwei Prozentpunkte und liegt immer noch bei 26 Prozent aller Internetnutzer. Dies ergab die dritte Studie zur digitalen Gesellschaft von D21.

Der Anteil der "digitalen Außenseiter", fĂŒr die Begriffe wie E-Mail oder Homepage noch böhmische Dörfer sind, verringerte sich hierzulande gegenĂŒber dem Vorjahr [1] nur um 2 Prozentpunkte und liegt immer noch bei 26 Prozent aller Internetnutzer. Dies ergab die dritte Studie [2] (PDF-Datei) zur digitalen Gesellschaft [3] in Deutschland, die die Initiative D21 [4] am Donnerstag in Berlin vorgestellt hat. Völlig unverĂ€ndert geblieben sind die Gruppen der Gelegenheitsnutzer mit 28 Prozent und der Berufsnutzer mit 7 Prozent. Zusammen bilden alle drei Typen mit ĂŒber 60 Prozent nach wie vor den Großteil der Bevölkerung ab, der mit den digitalen Medien wenig oder nicht souverĂ€n umgeht.

FĂŒr die reprĂ€sentative Befragung interviewte das Marktforschungsinstitut TNS Infratest [5] Mitte Oktober erneut 1000 Menschen im Alter ab 14 Jahren telefonisch. Im Vergleich zum Vorjahr ist die Zahl derjenigen, die souverĂ€n und selbstverstĂ€ndlich mit den digitalen Medien umgehen können, um einen Prozentpunkt bei den "Trendnutzern" angewachsen; sie kommen nun auf 21 Prozent. Die teils verspielte "digitale Avantgarde" und die eher rationalen "Profis" verharren bei fĂŒnf beziehungsweise 12 Prozent.

FĂŒr Politik und Wirtschaft liefert die Analyse mit ihrer Beschreibung von sechs Nutzertypen digitaler Technik vor dem 6. Nationalen IT-Gipfel [6] kommende Woche in MĂŒnchen wenig erfreuliche Zahlen. "Die positive Entwicklung im letzten Jahr konnte nicht fortgesetzt werden", erklĂ€rte Robert A. Wieland, GeschĂ€ftsfĂŒhrer TNS Infratest und Mitglied des Gesamtvorstandes der Initiative D21. Wie auch 2010 habe das mobile Internet die Entwicklung wesentlich vorangetrieben. Im Vorjahr habe dieser Bereich hauptsĂ€chlich bei der "Avantgarde" eine große Rolle gespielt. Inzwischen habe sich die Entwicklung des Smartphone-Marktes selbst bei den "Außenseitern" positiv ausgewirkt.

Hoffnung setzt Wieland auf Tablet-Computer. 4 Prozent der Deutschen nutzten derzeit solche GerĂ€te, weitere 7 Prozent planen innerhalb der nĂ€chsten zwölf Monate, sich ein Tablet anzuschaffen. Möglicherweise könne zumindest ein Teil der bislang "digital wenig Erreichten" mit den Tablets an die Welt der Bits und Bytes herangefĂŒhrt werden, meint der Marktforscher. Tablet-Computer seien einfacher und intuitiver zu bedienen als ein PC, erledigten aber viele seiner klassischen Aufgaben.

Eine Sonderuntersuchung will mit dem Mythos ausrĂ€umen, dass Intensivnutzer kein "reales" Leben neben dem Bildschirm hĂ€tten. Demnach sind die "digital SouverĂ€nen" weit davon entfernt, ihre Freizeit nur vor dem Bildschirm zu verbringen. NaturgemĂ€ĂŸ surften sie zwar wesentlich hĂ€ufiger im Internet als die digital wenig Erreichten. Sie seien aber gleichzeitig auch sportlich aktiver, gingen hĂ€ufiger aus und musizierten auch öfter. Die "digital wenig Erreichten" verbrĂ€chten ihre Zeit zu Hause etwas mehr mit Fernsehen oder Lesen, seien aber auch hĂ€ufiger beim Spazierengehen oder Wandern anzutreffen. Auch engagierten sie sich eher ehrenamtlich. Dies sei zum Teil auf Altersunterschiede zurĂŒckzufĂŒhren.

Drei Viertel der "SouverÀnen" sind der Studie zufolge derzeit bei mindestens einem sozialen Netzwerk registriert und dort zu 32 Prozent höchstens 15 Minuten online pro Tag. Bei den restlichen drei Typen nutzt ein Drittel diese Kommunikationsmöglichkeit, 47 Prozent davon unter einer Viertelstunde tÀglich. Dabei konzentrieren sich die Nutzer auf wenige Netzwerke, wobei Facebook mittlerweile vorn liegt. Insgesamt sind "Trendnutzer", "Profis" und "Avantgardisten" durchschnittlich tÀglich drei Stunden im Internet aktiv, "digital wenig Erreichte" eine Stunde. (anw [7])


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[1] https://www.heise.de/news/Studie-Wachsende-Sorge-um-digitale-Aussenseiter-1146361.html
[2] http://www.initiatived21.de/wp-content/uploads/2011/11/Digitale-Gesellschaft_2011.pdf
[3] http://www.digitale-gesellschaft.info/
[4] http://www.initiatived21.de/
[5] http://www.tns-infratest.com/
[6] http://www.bmwi.de/BMWi/Navigation/Technologie-und-Innovation/Digitale-Welt/IKT-Strategie-Nationaler-IT-Gipfel/it-gipfel,did%3D441656.html
[7] mailto:anw@heise.de