Steinberg gibt Audio-Schnittstellen ASIO und VST unter Open-Source-Lizenzen frei
Software-Entwickler können die Audio-Schnittstellen künftig in Open-Source-Software einbinden. Das öffnet den Weg für eine breitere Nutzung unter Linux.
Der Hamburger Software-Hersteller Steinberg, Entwickler von Musikprogrammen wie Cubase, hat zwei seiner wichtigsten Audio-Schnittstellen unter frei nutzbaren Lizenzen veröffentlicht. Das ASIO SDK [1] (Audio Stream Input/Output), eine Schnittstelle für hardwarenahe, latenzarme Audioanbindung, steht nun neben dem bisherigen proprietären Lizenzmodell auch unter einer Open-Source-Variante der GPLv3-Lizenz zur Verfügung.
Das VST3 SDK [2] (Virtual Studio Technology), über das Software-Plugins wie Hall- und Delay-Effekte oder Software-Synthesizer in Musikprogramme und DAWs eingebunden werden, wird mit der neuen Version 3.8 unter der MIT-Lizenz bereitgestellt.
"Die MIT-Lizenz des VST 3.8-SDK lässt die kostenlose Nutzung, Änderung und Verbreitung von Software zu, solange das ursprüngliche Copyright sowie der Lizenztext erhalten bleiben“, schreibt Steinberg in seiner Pressemitteilung [3].
Einsatz unter Linux erleichtert
Bisher mussten Drittentwickler proprietäre Lizenzbedingungen von Steinberg erfüllen, um ASIO oder VST nutzen zu dürfen. Dadurch blieb der Einsatz in Open-Source-Anwendungen, insbesondere unter Linux, meist außen vor.
Mit der neuen Lizenzfreiheit bei VST 3 und der Open-Source-Option für ASIO entsteht nun eine Grundlage, auf der auch Open-Source-Projekte diese Schnittstellen lizenzrechtlich integrieren können. Technisch hängt die praktische Nutzung jedoch weiterhin davon ab, inwieweit Host-Software und Plattformen die Schnittstellen unterstützen.
(hag [5])
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[1] https://www.steinberg.net/developers/asiosdk-open/
[2] http://www.steinberg.net/developers/vstsdk/
[3] https://www.steinberg.net/de/press/2025/vst-3-8/
[4] https://www.heise.de/ct
[5] mailto:hag@ct.de
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