Startschuss fĂŒr "Nationale Plattform ElektromobilitĂ€t"
Die Bundesregierung und Vertreter von Industrie und Wissenschaft sind am Montag in Berlin zum Start der "Nationalen Plattform ElektromobilitĂ€t" zusammengekommen. Rund 150 Fachleute werden nun VorschlĂ€ge erarbeiten, wie Deutschland die "TechnologiefĂŒhrerschaft bei SchlĂŒsselkomponenten" und die "MarktfĂŒhrerschaft im Bereich ElektromobilitĂ€t" erreichen kann.
(Bild:Â Volkswagen)
Die Bundesregierung und hochrangige Vertreter von Industrie und Wissenschaft haben sich am Montag in Berlin zum Thema ElektromobilitĂ€t in Deutschland ausgetauscht. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) bekrĂ€ftigte dabei das Ziel, hierzulande bis zum Jahr 2020 eine Million Elektrofahrzeuge auf den Markt zu bringen. Dazu seien von allen Beteiligten aber erhöhte Kraftanstrengungen nötig, heiĂt es in einer vom Bundesverkehrsministerium anlĂ€sslich des Starts der "Nationalen Plattform ElektromobilitĂ€t" (NPE) veröffentlichten ErklĂ€rung [1]: ElektromobilitĂ€t werde nur dann ein Erfolg, wenn alle Akteure in den kommenden Jahren gemeinsam an einem Strang ziehen.
Gemeinsamer Strang ist der 2009 verabschiedete [2] "Nationale Entwicklungsplan ElektromobilitĂ€t", fĂŒr den rund 150 Fachleute in sieben Arbeitsgruppen nun VorschlĂ€ge entwickeln, wie sich folgende Ziele umsetzen lassen: Erreichen der TechnologiefĂŒhrerschaft bei notwendigen SchlĂŒsselkomponenten und MarktfĂŒhrerschaft im Bereich ElektromobilitĂ€t; Reduzierung der Kosten kĂŒnftiger Elektrofahrzeuge zur Steigerung der wirtschaftlichen Akzeptanz und WettbewerbsfĂ€higkeit; Errichtung einer bedarfsgerechten, intelligenten und wirtschaftlichen Lade- und Netzinfrastruktur; Definition von Rahmenbedingungen, Normen und Standards sowie deren Umsetzung auf internationaler Ebene in Kooperation mit anderen europĂ€ischen LĂ€ndern.
Noch in diesem Jahr soll eine erste Zwischenbilanz der Entwicklung des nationalen ElektromobilitĂ€ts-Konzepts gezogen werden. AnschlieĂend will die Bundesregierung ĂŒber den Umfang von weiteren finanziellen BeitrĂ€gen zur Förderung von Forschung und Entwicklung auf dem Gebiet der ElektromobilitĂ€t entscheiden. Mögliche Förderschwerpunkte sind dabei: Batteriezellen und Batteriesysteme (insbesondere industrielle Fertigung in Deutschland); Elektromotor und Leistungselektronik; Netzintegration, Speichermanagement, Ladesysteme; Recyclingverfahren; Weiterentwicklung und Ausbau von Modellregionen zu Pilotregionen.
Koordiniert wird die "Nationale Plattform ElektromobilitĂ€t" von Ex-SAP-Chef Henning Kagermann, IG-Metall-Chef Berthold Huber und Matthias Wissmann, Chef des Verbandes der Automobilindustrie (VDA). Im Hintergrund ziehen die StaatssekretĂ€re Rainer Bomba (Verkehr) und Jochen Homann (Wirtschaft) die Strippen [3], die auch fĂŒr die "Gemeinsame GeschĂ€ftsstelle ElektromobilitĂ€t" (GGEMO) verantwortlich sind, in der die FĂ€den der ElektromobilitĂ€ts-Strategie der Regierung zusammenlaufen. WĂ€hrend die Wirtschaft [4] der NPE angesichts zu erwartender Fördergelder in Milliardenhöhe positiv gegenĂŒber steht, kritisierte der ADAC, dass man die Interessen der Verbraucher [5] hier "entschieden zu wenig" berĂŒcksichtige. An der heutigen Veranstaltung in Berlin [6] nahm ADAC-PrĂ€sident Peter Meyer deshalb demonstrativ nicht teil. Der Automobilclub will sich aber weiter an einer der NPE-Arbeitsgruppen beteiligen. (pmz [7])
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[1] https://www.heise.de/news/Nationale-Plattform-Elektromobilitaet-von-Bund-und-Industrie-geplant-976886.html
[2] http://www.bundesregierung.de/nn_1272/Content/DE/Artikel/2009/08/2009-08-19-nationaler-entwicklungsplan-elektromobilit_C3_A4t.html
[3] http://www.bmwi.de/BMWi/Navigation/Presse/pressemitteilungen,did=333066.html
[4] https://www.heise.de/news/Volkswagen-peilt-Elektroauto-Marktfuehrerschaft-in-China-an-985648.html
[5] https://www.heise.de/news/ADAC-errichtet-weitere-Ladestationen-fuer-Elektroautos-888861.html
[6] https://www.heise.de/news/Elektro-Gipfel-in-Berlin-Neuer-Schub-fuer-Elektroautos-989632.html
[7] mailto:pmz@ct.de
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