Spurtsparer
Das Festival of Speed in Goodwood entwickelt sich zunehmend zu einer Vorpremieren-Schau. Neben anderen wie Jaguar und Skoda hatte auch Peugeot ein Auto dort stehen, das Sportcoupé RCZ R, Peugeots stÀrkstes Serienmodell. Es holt270 PS aus nur 1,6 Litern Hubraum
Köln, 16. Juli 2013 â Das Festival of Speed in Goodwood entwickelt sich zunehmend zu einer Vorpremieren-Schau. Neben anderen wie Jaguar und Skoda hatte auch Peugeot ein Auto dort stehen, das SportcoupĂ© RCZ R, Peugeots stĂ€rkstes Serienmodell. Es holt 270 PS aus nur 1,6 Litern Hubraum.
Die ungewöhnlich hohe Literleistung sei ein Downsizing-Ergebnis, wie Peugeot stolz mitteilt. Im NEFZ ist der RCZ R mit 0,4 Litern geringerem Verbrauch tatsĂ€chlich deutlich sparsamer als der 200 PS starke RCZ und die Wettbewerber Audi TTS, Opel Astra OPC, VW Scirocco R oder Hyundai Genesis. Nutzt man das Potenzial der beiden RCZ-Versionen aus, dĂŒrfte sich der Verbrauchsvorteil aber zugunsten des RCZ umdrehen - wir sprechen ja von NEFZ-Werten. Den Standardsprint soll der RCZ R in 5,9 Sekunden schaffen, das Tempo wird auf 250 km/h begrenzt. Zum Vergleich: Der RCZ mit 200 PS brachte es nur auf 7,5 Sekunden und maximal 235 km/h. Um 270 PS aus dem Serienmotor mit 1,6 Liter Hubraum zu holen, wurde ein Twin-Scroll-Turbolader passend entwickelt. Um die Leistung zu verkraften, werden mit Motorsport-Spezialisten Mahle entwickelte Kolben und andere Pleuel eingesetzt. Das maximale Drehmoment von 330 Nm, das von 1900 bis 5500/min anliegt, verspricht eine entspannte, geradezu schaltfaule Fahrweise, wenn man es mal nicht so eilig hat.
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RĂ€tselhafte Technik oder schwĂ€chelnder Ăbersetzungsdienst
FĂŒr eine besonders gute Beschleunigung erhielt die Sechsgang-Schaltung des RCZ R eine spezifische Stufung, ein Torsen-Differenzial "mit begrenztem Schlupf" ermöglicht es, die Motorkraft besser in Vortrieb umzusetzen. Was Peugeot in diesem Zusammenhang mit "begrenztem Schlupf" meint, erschlieĂt sich uns nicht. Ein Torsendifferenzial erzeugt bauartbedingt eine mehr oder weniger starke Hemmung und verhindert dadurch innerhalb seiner physikalischen Auslegung, dass ein entlastetes Antriebsrad durchdreht.
Beim Fahrwerk sollen ĂŒberarbeitete DĂ€mpferkennlinien, hĂ€rtere Federn sowie eine "nach hinten versetzte Stabilisatorzentrierung" mehr AgilitĂ€t bewirken, die Karosserie liegt einen Zentimeter tiefer. Leider konnte uns weder Peugeot noch ein studierter Ingenieur mit Fachbereich Fahrzeugtechnik, Spezialgebiet Fahrwerk, erklĂ€ren, was "Stabilisatorzentrierung" bedeutet. Wir tippen mal auf einen schwĂ€chelnden Ăbersetzungsdienst und glauben, dass entweder die Anlenkung oder der Stabilisator selber weniger Seitenneigung zulassen wird. Den Kontakt zur StraĂe vermitteln 19-Zoll-RĂ€der mit Reifen der Dimension 235/40 R19. Sie bieten Bremsscheiben mit 380 Millimeter Durchmesser und Vier-Kolben-FestsĂ€tteln Platz.
Durch einen neuen, feststehenden Spoiler wird der Abtrieb der Hinterachse um rund 15 Kilogramm erhöht. Bei 1280 Kilogramm errechnet sich ein Leistungsgewicht von 4,7 pro PS. Damit wĂŒrde er den stĂ€rksten normalen RCZ (7,1 kg/PS) weit hinter sich lassen und sich sogar einem Porsche 911 (3,9 kg/PS) annĂ€hern.
Dachbögen in kontrapunktischem Rallyematt
Der RCZ R wird in Rot, Schwarz, Grau und WeiĂ lackiert. Kontrapunktisch wird Mattschwarz fĂŒr die Dachbögen eingesetzt. Optional ist ein glĂ€nzendes oder seidenmattes Carbondach, Karosserieaufkleber und schwarze AuĂenrĂŒckspiegelgehĂ€use. Zudem hat das Sportmodell stĂ€rker ausgestellte RadhĂ€user, Felgen in Schwarz-WeiĂ-Optik und rote BremssĂ€ttel vorn. Rote ZiernĂ€hte strukturieren die neu entwickelten Schalensitze.
Der RCZ R feiert im September 2013 auf der IAA in Frankfurt seine Weltpremiere und kommt Anfang 2014 auf den Markt. Die Ausstattung wird durch Xenon-Scheinwerfer mit Scheinwerferwaschanlage und das Multimediasystem WIP Nav Plus aufgewertet. Der Preis wurde noch nicht mitgeteilt. (fpi [3])
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