Spiegel-Verlag legt Portal-PlÀne ad acta
Es habe sich gezeigt, dass der Bedarf an "Content" bei Providern vorhanden sei, allerdings nicht die Bereitschaft, die redaktionellen Kosten zu tragen.
Die Hamburger SPIEGELnet AG [1] stellt ihre PlĂ€ne, mit der portal100 internet GmbH ein Nachrichten-Portal im Internet aufzubauen, ein. "Trotz intensiver Verhandlungen mit potenziellen Plattform- und Contentpartnern ist es uns nicht gelungen, wirtschaftlich tragbare VertrĂ€ge abzuschlieĂen", berichtete Vorstandsvorsitzender Werner E. Klatten am heutigen Donnerstag in Hamburg. Es habe sich gezeigt, dass der Bedarf an Content, insbesondere bei den Providern, vorhanden sei, allerdings nicht die Bereitschaft, die redaktionellen Kosten zu tragen, begrĂŒndete Klatten die Einstellung des Projekts weiter.
Klatten ist kĂŒnftig alleiniger Vorstand der im September vergangenen Jahres gegrĂŒndeten [2] SPIEGELnet AG, die neu ausgerichtet werde. Mit dem fĂŒr Inhalte zustĂ€ndigen Vorstandsmitglied Hans-Dieter Degler, bis Dezember 2000 unter anderem Chefredakteur von Spiegel online [3], und dem Anfang des Jahres berufenen Finanzvorstand Hartmut Scheunemann sind "Verhandlungen mit dem Ziel aufgenommen worden, aus dem Vorstand auszuscheiden". Degler werde ein neuer Aufgabenbereich in der Spiegel-Gruppe angeboten. Die Umstrukturierung fĂŒhre darĂŒber hinaus zum Abbau von zehn ArbeitsplĂ€tzen bei der Holding und bei portal100. Damit werde auch der derzeit angespannten Lage auf dem Werbemarkt Rechnung getragen.
Unter dem Dach der SPIEGELnet AG sind die Internet-AktivitĂ€ten SPIEGEl ONLINE GmbH, manager magazin ONLINE GmbH, die Werbe-Vermarktungsgemeinschaft Quality Channel sowie bislang die portal100 internet GmbH zusammengefasst. Letztere entwickelte spezielle Internetportale und war fĂŒr die BĂŒndelung und Vermarktung von Inhalten zustĂ€ndig.
Die SPIEGELnet AG will sich kĂŒnftig auf ihre "Kernkompetenzen wie den Auf- und Ausbau ihrer journalistischen Marken sowie der Vermarktung von QualitĂ€tsprodukten" konzentrieren. An der Diversifikationsstrategie des Spiegel-Verlags werde sich durch die Restrukturierung der SPIEGELnet AG nichts Ă€ndern, hieĂ es. Karl Dietrich Seikel, Aufsichtsratsvorsitzender der SPIEGELnet AG und GeschĂ€ftsfĂŒhrer des SPIEGEL-Verlages betonte, die SPIEGELnet AG sei Teil der Wachstumsstrategie des Verlags: "Wir haben frĂŒhzeitig in das Medium Internet investiert und waren mit dem Spiegel als erstes Nachrichten-Magazin weltweit im Netz. Das Internet bleibt der Zukunftsmarkt, auch wenn die Entwicklung bei den Erlösen zurzeit hinter den Erwartungen liegt." (jk [4])
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[1] http://www.spiegelgruppe.de/unternehmen/index.htm#/unternehmen/spiegelnetag/content.htm
[2] https://www.heise.de/news/Spiegel-Verlag-buendelt-Internet-Aktivitaeten-31645.html
[3] http://www.spiegel.de
[4] mailto:jk@heise.de
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