Spezifikation fĂŒr programmbegleitende Online-Dienste verabschiedet
Das Konsortium HbbTV (Hybrid Broadcast Broadband TV) hat die Verabschiedung der Version 1.1.1 seiner Spezifikation durch die europÀische Standardisierungsorganisation ETSI bekannt gegeben.
Das Konsortium HbbTV [1] (Hybrid Broadcast Broadband TV) hat die Verabschiedung der Version 1.1.1 seiner Spezifikation durch die europĂ€ische Standardisierungsorganisation ETSI [2] (European Telecommunications Standards Institute) bekannt gegeben. Die Veröffentlichung der Spezifikation, die als ETSIâDokument TS 102 796 [3] gelistet ist, geht einher mit der formellen GrĂŒndung des HbbTVâKonsortiums. Die Satzung des Konsortiums, die von allen GrĂŒndungsmitgliedern unterzeichnet wurde, eröffnet ab sofort weiteren Partnern die Möglichkeit, sich daran zu beteiligen und stellt damit laut Konsortium einen bedeutenden Schritt fĂŒr HbbTV dar.
Ăber eine ganze Reihe von Fernsehern und DVB-Receivern lassen sich heute bereits Webdienste nutzen, jedoch sind bei diesen GerĂ€ten TV und Online-Angebote recht klar voneinander getrennt. HbbTV soll jedoch fĂŒr einen nahtlosen Ăbergang zwischen beiden Welten sorgen â und damit althergebrachte Angebote wie den Teletext obsolet machen. Zwar lassen sich bei einigen TV-Anbietern sogenannte Widgets als Overlays ĂŒber dem TV-Bild platzieren, diese liefern ihre Informationen aber unabhĂ€ngig von dem, was gerade im Fernsehen lĂ€uft. Bei Portal-Lösungen â wie Panasonics Viera Cast â schaltet der Anwender in der Regel mit der Fernbedienung sogar spĂŒrbar zwischen den beiden Bereichen hin und her.
(Bild:Â Nico Jurran)
Bei HbbTV bestimmen wie beim Teletext-Angebot hingegen die Fernsehsender, welche Informationen der Nutzer in welcher Form abrufen kann. Und wie man beispielsweise heute ĂŒber den RTL-Teletext wĂ€hrend der Ausstrahlung von "Wer wird MillionĂ€r?" Hintergrundinformationen zu der gerade gestellten Frage angeboten bekommt, kann auch HbbTV dem Zuschauer auf die gerade laufende Sendung zugeschnittene Anwendungen liefern.
Humax hat mit dem iCord HD+ bereits einen HbbTV-fĂ€higen HDTV-Satelliten-Receiver am Markt, das Konkurrenzmodell VideoWeb S600 ist in einer zweiten Hardware-Revision mit stĂ€rkerem Prozessor mittlerweile in der Betatest-Phase angelangt. Von den Fernsehherstellern hat Loewe bereits HbbTV-taugliche TVs angekĂŒndigt, andere Hersteller stehen ebenfalls in den Startlöchern.
Mit einem Hybrid-EmpfĂ€nger lĂ€sst sich HbbTV sogar bereits nutzen; so strahlen Das Erste (auch auf dem HD-Kanal und ĂŒber einzelne andere ARD-Sender), Eins Extra, das Bayerische Fernsehen, Arte und Anixe HD den Zusatzdienst durchgehend aus. Auch das ZDF, ProSieben, Sat.1 und RTL haben schon Testausstrahlungen durchgefĂŒhrt. RTL kĂŒndigte offiziell an, in der zweiten JahreshĂ€lfte 2010 den Regelbetrieb starten zu wollen. Zum Zuschauer können die Applikationen auf zwei Wegen gelangen: Zum einen ĂŒber eine breitbandige Internetverbindung, zum anderen als Teil des Digital-TV-Datenstroms, der auch die digitalen Audio- und Videodaten enthĂ€lt. (nij [4])
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[3] http://pda.etsi.org/pda/home.asp?wki_id=9ZrE.fBL4Gx@y_.yfHm-R
[4] mailto:nij@ct.de
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