Spekulationen um Apple-Fernseher verdichten sich
Laut US-Medienberichten soll iTunes-Entwickler Jeff Robbin dem Projekt fĂŒr Apple-Fernseher vorstehen. Ein Börsenanalyst glaubt an einen Verkaufsstart Ende 2012.
Eine kurze Bemerkung [1] in Walter Isaacsons offizieller Steve-Jobs-Biografie [2] sorgt weiter fĂŒr Aufregung unter Analysten und Marktbeobachtern. Demnach soll der verstorbene Apple-MitbegrĂŒnder gegenĂŒber seinem Biografen angegeben haben, er habe das Problem, ein nutzerfreundliches FernsehgerĂ€t zu entwickeln, endlich geknackt. "Ich möchte ein integriertes FernsehgerĂ€t schaffen, das total einfach zu bedienen ist", soll Jobs gegenĂŒber Isaacson im Interview gesagt haben. "Es wĂ€re nahtlos verbunden mit allen GerĂ€ten des Nutzers und mit iCloud [3]."
Gene Munster, Analyst beim Investmenthaus Piper Jaffray, glaubt bereits seit mehreren Jahren daran, dass Apple ein eigenes TV-GerÀt plant. In einer Notiz an Investoren [4] sagte er nun, er habe Informationen, wonach asiatische Komponentenlieferanten im September erklÀrt hÀtten, Apple baue Prototypen eines HD-Fernsehers. Munsters Quelle sitzt allerdings nicht bei den Herstellern selbst, sondern soll diesen nur nahestehen.
Der Analyst glaubt, dass Apple ein All-in-one-GerĂ€t mit Internet-Anschluss plant, das direkten Zugriff auf Inhalte aus App Store und ITunes hĂ€tte. Technisch problematisch wĂ€re das nicht: Schon Apples MultimediakĂ€stchen Apple TV 2 [5] lĂ€uft mit iOS samt iTunes-Integration, allerdings erlaubt es der Computerkonzern immer noch nicht, dafĂŒr Apps zu entwickeln. Dazu fehlt dann noch der passende Bildschirm.
(Bild:Â Apple)
Munster schĂ€tzt, dass der Verkauf eines Apple-Fernsehers Ende 2012 beginnen könnte. Dann wĂŒrde dieser womöglich mit bis zu 3 Prozent zum Jahresumsatz 2013 beitragen. 2012 sollen weltweit 220 Millionen Flachbildfernseher verkauft werden, 48 Prozent davon hĂ€tten Internet-Anschluss. Apple könne hier einen Anteil von bis zu 1,4 Millionen erreichen, spekuliert der Analyst.
Die Wirtschaftsnachrichtenagentur Bloomberg meldet [6] unterdessen, Apple habe Jeff Robbin, der unter anderem zum frĂŒhen iPod- und iTunes-Team gehörte, zum Leiter des TV-Entwicklungsprojektes gemacht. Dies hĂ€tten informierte Kreise bestĂ€tigt. Apple kommentiert GerĂŒchte wie immer nicht.
Problematisch an einem Apple-Fernseher wĂ€re vor allem, dass sich der Computerkonzern in seinem Heimatmarkt damit in direkte Konkurrenz zu den Kabelnetzanbietern begĂ€be. Diese verkaufen den Nutzern reichhaltige und teure Inhaltepakete, die diese zunehmend auch ĂŒber das Internet erhalten können. Zudem gibt es mittlerweile eine Konzentration aus Kabelnetzbetreibern und Inhaltefirmen, wie das Beispiel Comcast NBC [7] zeigt. Dies könnte wiederum dazu fĂŒhren, dass Apple der Zugang zu aktuellen TV-Serien im iTunes-Angebot abgeschnitten wird.
Völlig unklar ist auĂerdem, wie ein Apple-Fernseher das regulĂ€re TV-Programm in seine BenutzeroberflĂ€che einbinden könnte. Dem Bloomberg-Bericht zufolge plant der Computerkonzern hier eine zentrale Suchfunktion zum schnellen Auffinden von Sendungen. Möglicherweise sei auch eine Nutzung der Sprachsteuerung Siri [8] denkbar. (bsc [9])
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[1] https://www.heise.de/news/Biografie-sagt-Steve-Jobs-wollte-Apple-Fernseher-1365267.html
[2] https://www.heise.de/news/Offizielle-Steve-Jobs-Biografie-auf-Englisch-verfuegbar-1365471.html
[3] https://www.heise.de/news/Startschuss-fuer-iCloud-1359911.html
[4] http://www.appleinsider.com/articles/11/10/24/apple_building_prototype_televisions_for_potential_2012_launch_report.html
[5] http://www.apple.com/appletv/
[6] http://www.bloomberg.com/news/2011-10-24/apple-effort-to-develop-tv-is-said-to-be-led-by-itunes-creator-jeff-robbin.html
[7] http://mediadecoder.blogs.nytimes.com/2011/01/18/f-c-c-approves-comcast-nbc-deal/
[8] http://www.heise.de/ct/inhalt/2011/23/124/
[9] mailto:bsc@heise.de
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