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Spekulation um Verkauf der IBM-Halbleiterfertigung

Christof Windeck

Ein Branchenkenner hält es für sehr wahrscheinlich, dass IBM seine Halbleiter-Fertigungswerke an die ehemalige AMD-Produktionssparte Globalfoundries verkaufen wird.

IBM East Fishkill

Die Fab in East Fishkill hat IBM verkauft und wieder geleast.

(Bild: Atreg)

Spekulationen um eine enge Kooperation zwischen der IBM-Halbleitersparte [1] und der AMD-Fertigungsabteilung gab es schon, bevor Letztere unter dem Namen Globalfoundries [2] an arabische Investoren verkauft [3] worden war. Nun liefert der Berater Boris Petrov [4] zahlreiche detaillierte Argumente für seine Einschätzung, dass IBM seine Fertigungswerke an Globalfoundries verkaufen werde.

AMD und IBM kooperieren bereits seit sieben Jahren [5] bei der Halbleiterfertigung; Globalfoundries gehört mittlerweile fest zur IBM Alliance, kann also fast [6] dieselbe [7] Fertigungstechnik anbieten wie IBM selbst. Während Globalfoundries bereits Chartered Semiconductor aus Singapur übernommen hat – für diesen Auftragsfertiger war Petrov selbst tätig –, in Dresden die Fab 1 ausbaut [8] und im US-Bundesstaat New York Milliardeninvestitionen in die gigantische Fab 2 [9] steckt, hat IBM die Kapazität der 2002 fertig gestellten [10] 300-Millimeter-Wafer-Fab in East Fishkill nicht wesentlich erweitert. Dieser IBM-Standort [11] liegt nur etwa 120 Meilen von der neuen Globalfoundries-Fab 2 entfernt.

Einen Teil des Standorts East Fishkill hat IBM unterdessen bereits in einem Sale-and-Lease-Back-Vertrag an die darauf spezialisierte Firma Colliers International/Atreg verkauft [12].

Wie Boris Petrov darlegt, besitze IBM zwar weltweit führendes Know-how bei der Halbleiter-Entwicklung, habe es aber nicht geschafft, die Kosten der eigenen Fertigung an die veränderten Marktbedingungen anzupassen. Mittlerweile kämen Halbleiterbauelemente vorwiegend in Consumer-Produkten zum Einsatz und müssten deshalb billiger hergestellt werden als früher.

Wenn IBM also die Fertigungssparte an einen zuverlässigen und kompetenten Partner verkaufen könne, stünde dem Geschäft nichts im Weg – IBM könne ja die Entwicklung im eigenen Hause behalten. (ciw [13])


URL dieses Artikels:
https://www.heise.de/-998301

Links in diesem Artikel:
[1] http://www-03.ibm.com/technology/index.html
[2] http://globalfoundries.com/
[3] https://www.heise.de/news/AMD-Fertigungssparte-Globalfoundries-und-Chartered-verschmelzen-903720.html
[4] http://www.petrovgroup.com/about-us.htm
[5] https://www.heise.de/news/AMD-und-IBM-entwickeln-Fertigungsverfahren-gemeinsam-72725.html
[6] https://www.heise.de/news/IBM-Allianz-IMEC-Selete-und-TSMC-kuendigen-32-Nanometer-Chipfertigungstechnik-an-169671.html
[7] https://www.heise.de/news/Bei-AMD-Globalfoundries-startet-die-28-und-32-nm-Chipproduktion-2010-807584.html
[8] https://www.heise.de/news/Globalfoundries-will-2010-mehr-als-900-Millionen-Euro-in-Dresden-investieren-910381.html
[9] https://www.heise.de/news/Erster-Spatenstich-fuer-AMDs-Globalfoundries-Fab-2-7507.html
[10] https://www.heise.de/news/IBM-eroeffnet-neues-300-mm-Chipwerk-66983.html
[11] http://maps.google.de/maps?ll=41.539904,-73.82761&t=h&z=15
[12] http://www.atreg.com/experiencetable.htm
[13] mailto:ciw@ct.de