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Speicherpreise sinken langsam, aber stetig

Christof Windeck

Nach Angaben des Handelsportals DRAMeXchange.com sinken die HĂ€ndler-Einkaufspreise fĂŒr Speicherchips und -module kontinuierlich.

Nach Angaben des Handelsportals DRAMeXchange.com [1] sinken die HĂ€ndler-Einkaufspreise fĂŒr Speicherchips und -module kontinuierlich. Das sind gute Nachrichten fĂŒr die Kunden, ist aber weniger erfreulich fĂŒr die Chipfirmen, die teilweise erst langsam aus der Verlustzone krabbeln [2].

Die Preise sinken allerdings nicht drastisch, sondern allmĂ€hlich -- und auch stark unterschiedlich je nach DRAM-Typ. WĂ€hrend vor allem bei der Mainstream-Ware (256-MBit-Chips [3] in den Speed Grades DDR266, DDR333 und DDR400) die Vertragspreise seit der ersten OktoberhĂ€lfte um bis zu 12 Prozent gefallen sein sollen, blieben sie bei PC133-Speicherchips stabiler. Bei letzteren gibt es nicht so viele Angebote, aber einen im Vergleich dazu noch großen NachrĂŒst-Markt -- etwa bei Servern. Außerdem stecken Single-Data-Rate-SDRAMs auch in NetzwerkgerĂ€ten, Druckern, preiswerten Grafikkarten oder als Cache-Speicher auf (SCSI-)RAID-Hostadaptern.

Laut DRAMeXchange sanken zunĂ€chst die Spotmarkt-Preise der frei gehandelten DRAM-Chips, dann folgten auch die Vertragspreise fĂŒr lĂ€ngerfristige Liefervereinbarungen. Heute kostet demnach ein 256-MBit-DDR400-SDRAM (32Mx8) um die 5 US-Dollar (Vertragspreis) beziehungsweise 4 US-Dollar (Spot), ein PC3200-DIMM aus acht solcher Chips liegt bei 42 US-Dollar. Ein PC133-Chip gleicher KapazitĂ€t und Organisation ist auf dem Spot-Markt satte 40 Prozent teurer. Auch im deutschen Einzelhandel kosten Original-Module von Chipherstellern fĂŒr PC133 bei gleicher KapazitĂ€t deutlich mehr als PC3200-DIMMs.

Unterdessen wird spekuliert, dass Hynix (zurzeit viertgrĂ¶ĂŸter DRAM-Hersteller der Welt) sein Speicherchip-GeschĂ€ft an die Grace Semiconductor Manufacturing Corporation (GSMC [4]) mit Sitz im chinesischen Schanghai auslagern wolle. Bisher ist das Auslagern von DRAM-Produkten an reine Fertigungs-Spezialisten (Chip-Foundries) selten -- eher reservieren [5] die großen Marken sich KapazitĂ€ten bei kleineren Herstellern, die auch selbst DRAMs bauen. Foundries stellen meist Logik-Chips und Prozessoren her.

Wegen der allgemein steigenden Halbleiter-Nachfrage wollen nach Angaben der taiwanischen DigiTimes [6] auch die Chip-Foundries TSMC [7], UMC [8] (beide Taiwan) und SMIC [9] (Schanghai/China) im ersten Quartal 2004 ihre Preise um 10 bis 15 Prozent erhöhen. KĂŒrzlich wurde ĂŒber drohende LieferengpĂ€sse bei Flash-Speicherchips [10] berichtet. (ciw [11])


URL dieses Artikels:
https://www.heise.de/-89179

Links in diesem Artikel:
[1] http://www.dramexchange.com/
[2] https://www.heise.de/news/Infineon-arbeitet-wieder-profitabel-88265.html
[3] https://www.heise.de/news/Infineon-und-Micron-liegen-beim-DRAM-Absatz-fast-gleichauf-88759.html
[4] http://www.gsmcthw.com/
[5] https://www.heise.de/news/Infineon-sichert-sich-Produktionskapazitaet-fuer-Speicherchips-60086.html
[6] http://www.digitimes.com/
[7] http://www.tsmc.com/
[8] http://www.umc.com/
[9] http://www.smics.com/
[10] https://www.heise.de/news/Flash-Speicher-werden-knapp-89073.html
[11] mailto:ciw@ct.de