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Martin Franz
Skoda

Der bisherige Skoda Superb wurde vor allem für sein herausragendes Preis-Raum-Angebot geschätzt. Die deutschen Kunden bevorzugen den Kombi. Beim Nachfolger sollen die Kunden vermehrt auch zur Limousine greifen, die Skoda nun offiziell vorgestellt hat

München, 17. Februar 2015 – Wie gewaltig das Interesse am neuen Superb sein muss, zeigte sich uns spätestens, als wir vor einiger Zeit erstmals den Innenraum [1] zeigten. Über Tage war das einer der beliebtesten Artikel auf unserer Seite. Nun hat Skoda erste Bilder vom Serienmodell des neuen Superb zu bieten. Wie beim Innenraum zeigt sich, dass die ganz große Designrevolution nicht stattfand.

Bislang war die Limousine in Deutschland kein Bestseller. Der Superb wurde hierzulande erst ein großer Erfolg, als Skoda ihn als Kombi auf den Markt bringen durfte. Der eroberte nicht nur viele neue Kunden für die Marke, sondern sicherte sich auch einen Verkaufsanteil von zeitweise über 90 Prozent. Die neue Limousine sieht etwas weniger pummelig als der Vorgänger aus und ähnelt der aktuellen Octavia Limousine [2]. Damit bringt sie für unseren Geschmack gute Anlagen mit, künftig mehr Beachtung zu finden. Ob die Käufer das ähnlich sehen, wird sich zeigen.

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Einer der im wahrsten Sinne des Wortes größten Vorteile des bisherigen Superb war sein gigantisches Platzangebot. Aus einer Außenlänge von 4,83 m holte der Wagen ein Raumangebot, in dem auch vier sehr große Menschen bequem unterkamen – das gelingt selbst Kombis vom Schlage einer Mercedes E-Klasse oder einem BMW 5er Touring [5] nicht mal ansatzweise so gut. Der neue Superb soll in diesem Punkt nicht nachlassen, verspricht der Hersteller.

Skoda widerstand außerdem dem Trend, jedes Auto mit einem Modellwechsel wesentlich größer zu machen. Der Zuwachs hält sich in engen Grenzen: Die Superb Limousine wird 2,8 Zentimeter länger, 4,7 breiter und 0,6 höher als der Vorgänger. Der Kofferraum fasst 625 Liter und lässt sich durch das Umklappen der Rücksitze auf 1760 Liter erweitern. Bisher waren in der Limousine 595 Liter, nach dem Umklappen 1700 Liter. Durch die Verwendung des modularen Querbaukastens soll das Gewicht um bis zu 75 Kilogramm gesunken sein. Wie so oft, dürfte das die die maximale Erleichterung sein. Inklusive Fahrer wog der leichteste Superb bisher 1467 Kilogramm – der Neue käme demnach auf unter 1400 Kilogramm.

Der Baukasten bringt auch neue Assistenzsysteme mit. In dieser Hinsicht war der günstigere Octavia mit dem jüngsten Modellwechsel vorbeigezogen. Der Superb dürfte zumindest Abstandtempomat, Müdigkeitserkennung, adaptives Fahrwerk und Spurassistent mitbringen. Mit LED-Scheinwerfern oder einem digitalen Kombiinstrument rechnen wir vorerst nicht – gut möglich aber, dass Skoda uns da zeitnah noch überraschen wird.

Auf den aktuellen Stand wird auch die Unterhaltungselektronik gebracht. Wie bisher dürfte es zwei Radio und zwei Navigationssysteme geben. Wie der Octavia bekommt der Superb ein Soundsystem von Canton.

Das Motorenangebot wird vorerst aus fünf Benzinern und drei Dieselmotoren bestehen. Der schwächste Motor wird der überarbeitete 1,6-Liter-Diesel mit nun 120 PS, der als Greenline im NEFZ mit 3,7 Litern glänzt. Bisher waren es im günstigen Fall 4,2 Liter. An der Spitze steht der aufgeladene Zweiliter-Vierzylinder mit 280 PS, der nur zusammen mit Allradantrieb und Doppelkupplungsgetriebe angeboten wird. Er beschleunigt den Superb bis auf 250 km/h und soll aus dem Stand Tempo 100 in minimal 5,8 Sekunden erreichen. Von einem Hybrid- oder Elektroantrieb war keine Rede.

Beim Händler soll der neue Superb ab diesem Sommer stehen – genaueres wird es dazu wohl erst auf der Messe in Genf geben. Skoda [6] hat zudem versprochen, den neuen Superb nicht seines zweiten großen Vorteils gegenüber der Konkurrenz zu berauben: Wie bisher soll das Basismodell der Limousine unter 25.000 Euro zu haben sein. Da der Einstiegspreis zum Schluss bei 24.250 Euro lag, steigen die Preise wenn überhaupt also maximal um ein paar Hunderter. Ab dem Herbst ist mit dem Kombi zu rechnen. Wir prophezeien dem Superb gute Chancen dafür, dass das Interesse an ihm nicht kleiner werden wird.

(mfz [7])


URL dieses Artikels:
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Links in diesem Artikel:
[1] https://www.heise.de/news/Skoda-Superb-2015-Erste-Bilder-vom-Innenraum-2535580.html
[2] https://www.heise.de/news/Fahrbericht-Skoda-Octavia-Greenline-Gruene-Woche-2268607.html
[3] https://www.heise.de/bilderstrecke/4740424.html?back=2552670;back=2552670
[4] https://www.heise.de/bilderstrecke/4740424.html?back=2552670;back=2552670
[5] https://www.heise.de/news/BMW-520d-mit-neuem-Vierzylinder-im-Test-Ruhemasse-2473124.html
[6] http://www.heise.de/autos/thema/Skoda
[7] mailto:mfz@heise.de