Simyo hat angeblich eine Viertelmillion Kunden
Laut Simyo-Chef Rolf Hansen übertrifft der Erfolg des Mobilfunk-Discounters die eigenen Erwartungen, konkrete Zahlen nennt Hansen jedoch nicht. Auch die Konzernmutter KPN hält sich bedeckt.
Der Mobilfunkdiscounter Simyo [1] hat seit dem Start am 30. Mai [2] rund 250.000 Verträge abgeschlossen. Dies meldet dpa unter Berufung auf Informationen aus Branchenkreisen. Über seine 90-prozentige Tochter Simyo vertreibt der Mobilnetzbetreiber E-Plus [3] SIM-Karten mit einem einzigen Prepaid-Tarif ausschließlich über das Internet. "Die Ergebnisse liegen über unseren Erwartungen", sagte Simyo-Chef Rolf Hansen der Finanz-Nachrichtenagentur dpa-AFX am Donnerstag, ohne konkrete Zahlen zu nennen. Die Marke von 100.000 Kunden [4] soll Simyo -- ebenfalls dpa zufolge -- bereits Mitte Juli überschritten haben.
Gegenüber heise online hatten Manager von Simyo und E-Plus stets darauf verwiesen, dass es von der börsennotierten, niederländischen Konzernmutter KPN [5] und den rechtlichen Rahmenbedingungen abhänge, inwieweit die Kundenzahlen der KPN-Niederlassungen in Holland, Belgien und Deutschland aufgeschlüsselt werden. Andererseits schien keiner der von uns Befragten das Bedürfnis zu haben, die dpa-Zahlen zu dementieren. In seinem Wirtschaftsbericht über das erste Halbjahr 2005, den KPN am Dienstag veröffentlicht hatte [6], bezeichnet die Konzernmutter die "ersten Resultate von Simyo als ermutigend", auch in der Beschreibung der Kundenentwicklung von E-Plus [7] finden sich keine konkreten Zahlenangaben zu Simyo.
Simyo hat fraglos Bewegung in den deutschen Mobilfunkmarkt gebracht und unmittelbar nach seinem Start Nachahmer gefunden [8] und für Spekulationen um weitere Discount-Angebote [9] gesorgt. Mit der erst Ende Juli gestarteten Flatrate für E-Plus und das Festnetz [10] namens BASE [11] will E-Plus die Tariflandschaft weiter verändern. In Österreich, in dem sich die Anbieter seit geraumer Zeit eine Preisschlacht liefern [12], gibt es aus deutscher Sicht paradiesische Tarifangebote. Mit der jüngst beschlossenen Übernahme [13] des Mobilfunkanbieters tele.ring [14] durch T-Mobile Austria [15] und dem damit verbundenen Verschwinden eines Wettbewerbers könnten sich die Mobilfunkpreise in der Alpenrepublik wieder etwas zugunsten der Carrier entwickeln: Die Einkaufspreise für Gesprächsminuten und ihre Tarifkalkulation halten die Netzbetreiber noch geheimer als die ein oder andere Kundenzahl. (ssu [16])
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[1] http://www.simyo.de/
[2] https://www.heise.de/news/E-Plus-startet-mit-Simyo-No-Frills-Mobilfunkangebot-106364.html
[3] http://www.eplus.de/
[4] https://www.heise.de/news/Simyo-soll-ueber-100-000-Kunden-gewonnen-haben-116614.html
[5] http://www.kpn.com/
[6] https://www.heise.de/news/E-Plus-Mutter-KPN-mit-Gewinnrueckgang-121428.html
[7] https://www.heise.de/news/E-Plus-steigert-vor-allem-Zahl-der-Postpaid-Vertraege-121443.html
[8] https://www.heise.de/news/Mobilfunker-reagieren-auf-Simyo-Angebot-107027.html
[9] https://www.heise.de/news/Simyo-Konzept-soll-weitere-Nachahmer-finden-116965.html
[10] https://www.heise.de/news/Base-Flatrate-umfasst-das-gesamte-deutsche-E-Plus-Netz-119025.html
[11] http://www.base.de/
[12] https://www.heise.de/news/Mobilfunk-Preiskampf-in-oesterreich-erneut-angeheizt-149464.html
[13] https://www.heise.de/news/T-Mobile-uebernimmt-oesterreichs-tele-ring-121712.html
[14] http://www.telering.at/
[15] http://www.t-mobile.at/
[16] mailto:ssu@ct.de
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